Fragen
1) Schaue dir den Kalktuff genauer an und beschreibe mir, ob du neben Kalk weiteres Material findest. Was genau hast du noch gefunden?
2) Welche Art von Verwitterung hat hier überwiegend dafür gesorgt, dass das Mauerwerk so aussieht, wie es aktuell aussieht?
3) Suche dir einen für dich besonders interessanten Bereich am Mauerwerk aus und erkläre mir die Besonderheit anhand von Farbgebung, Form und Struktur.
4) Mache ein Foto von dir selbst oder eines persönlichen Gegenstandes mit der Kalktuff-Mauer im Hintergrund ohne direkt zu spoilern. Hinweis: Nach den neuen Regeln darf ein Foto wieder gefordert werden und ich finde es gehört beim EarthCache einfach dazu.
BESCHREIBUNG
Kalktuff
Kalktuff ist ein leichtes, helles Gestein, das sich vor allem an Quellen, Bächen oder kleinen Wasserfällen bildet. Es entsteht, wenn kalkreiches Wasser aus dem Boden an die Oberfläche tritt. Dabei entweicht Kohlendioxid (CO₂) aus dem Wasser, und der Kalk (Calciumcarbonat) setzt sich ab. Dieser Kalk lagert sich dann auf Pflanzen, Steinen oder Moosen ab und bildet im Laufe der Zeit ein festes, aber sehr poröses Gestein.
Besonders Moose sind wichtig für die Entstehung von Kalktuff. Sie bieten dem Kalk eine Fläche zum Absetzen, und weil sie beim Wachsen CO₂ aufnehmen, fördern sie die Kalkbildung noch zusätzlich. Der so entstandene Kalktuff sieht oft schwammartig aus, ist sehr leicht und enthält viele kleine Hohlräume. Meist ist er weiß, beige oder gelblich gefärbt.
Je nachdem, wo der Kalktuff entsteht, gibt es verschiedene Arten. Quelltuff bildet sich direkt an Quellen, Bachtuff in fließendem Wasser. Wenn viele Pflanzenreste – besonders Moose – im Gestein enthalten sind, spricht man von Moostuff. Eine ähnliche, aber dichtere Form ist Kalksinter, der z. B. in Tropfsteinhöhlen vorkommt. Dieser gehört aber streng genommen nicht zum Kalktuff.
Im Gelände erkennt man Kalktuff an den typischen kleinen Stufen in Bächen oder an Wasserfällen. Diese Barrieren entstehen, weil sich ständig neuer Kalk auf den vorhandenen Strukturen ablagert. Oft sieht man verkrustete Moose und Pflanzen, die mit Kalk überzogen sind.
Trotz seiner Robustheit gegenüber mechanischer Beanspruchung ist Kalktuff witterungsanfällig: In seiner porösen Textur kann Wasser eindringen und bei Frostsprengung zu Abplatzungen führen. Chemisch greift saurer Regen den Kalk an und löst ihn langsam wieder auf, während biogene Verwitterung durch Flechten, Moose oder Algen, die organische Säuren produzieren, zusätzliche Zersetzung verursacht.
Früher wurde Kalktuff oft als Baumaterial genutzt, zum Beispiel für Kapellen oder Mauern. Heute wird er eher zur Dekoration in Gärten oder Brunnen verwendet. Außerdem ist er interessant für den Naturschutz und die Umweltbildung, weil er zeigt, wie Wasser, Luft und Pflanzen gemeinsam Gestein entstehen lassen. Hier in Bad Bramstedt findet man ein ziemlich altes Mauerwerk aus Kalktuff, welches mit den Jahren durch die Verwitterung viele spannende Einblicke gewährt.

Verwitterungsformen
Verwitterung ist der natürliche Zerfall von Gesteinen an der Erdoberfläche durch physikalische, chemische und biologische Prozesse. Bei der mechanischen Verwitterung werden Gesteine durch physikalische Kräfte wie Temperaturschwankungen oder Frost zerkleinert, ohne dass sich ihre chemische Zusammensetzung verändert. Ein typisches Beispiel ist die Frostsprengung, bei der Wasser in Gesteinsrisse eindringt, gefriert, sich ausdehnt und das Gestein sprengt. Die chemische Verwitterung hingegen verändert die chemische Struktur der Mineralien im Gestein. Wasser, Kohlensäure oder Sauerstoff lösen Mineralien oder wandeln sie um, wie bei der Lösung von Kalkstein durch Regenwasser. Die biologische Verwitterung erfolgt durch Lebewesen. Pflanzenwurzeln sprengen Gestein mechanisch, während Mikroorganismen oder Flechten durch Ausscheidung von Säuren chemische Prozesse in Gang setzen. Diese drei Formen wirken oft gemeinsam und führen über lange Zeiträume zur Zerkleinerung und Umwandlung von Gesteinen.
Form und Struktur von Kalktuff
Kalktuff hat eine sehr besondere Oberfläche, die man leicht erkennen kann. Sie ist meist rau, uneben und voller kleiner Löcher und Hohlräume. Diese poröse Struktur entsteht, weil sich der Kalk beim Entstehen um Pflanzen, Luftblasen oder andere kleine Objekte ablagert. Dadurch sieht Kalktuff oft wie ein Schwamm aus.
An der Oberfläche von Kalktuff sind häufig Spuren von Pflanzen zu sehen – vor allem Moose, die mit Kalk überzogen wurden. Teilweise sind sogar ganze Pflanzenteile noch erhalten oder hinterlassen deutliche Abdrücke im Gestein. Wenn Kalktuff heute noch wächst, zum Beispiel an einer Quelle, kann die Oberfläche mit dünnen, glänzenden Kalkschichten überzogen sein. Diese entstehen, wenn sich neuer Kalk auf dem alten Tuff ablagert.
Frischer Kalktuff ist eher weich und bröckelig. Man kann ihn mit den Fingern zerkrümeln oder mit einem Messer leicht ritzen. Erst nach längerer Zeit wird er fester und widerstandsfähiger. Trotzdem bleibt die Oberfläche oft empfindlich gegenüber Wind, Regen oder Frost.
Auch die Form von Kalktuff ist typisch. Er wächst nicht in geraden Blöcken, sondern bildet unregelmäßige Klumpen, Schichten oder Stufen. Besonders an Bächen oder kleinen Wasserfällen entstehen dadurch kleine Terrassen oder Becken – sogenannte Tuff-Stufen. Diese Strukturen sehen sehr natürlich aus und verändern sich laufend, wenn neues Wasser neuen Kalk ablagert.
Insgesamt wirkt Kalktuff wie ein lebendiges Gestein: seine Form und Oberfläche erzählen viel über das Wasser, die Pflanzen und die Bedingungen, unter denen er entstanden ist.

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Quellen
https://lgrbwissen.lgrb-bw.de/rohstoffgeologie/rohstoffe-des-landes/naturwerksteine/quartaerer-sinterkalk
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rockid=291
https://lgrbwissen.lgrb-bw.de/geotourismus/bachbetten-prallhaenge-wasserfaelle/schwaebische-alb/kalktuffterrassen-im-wiesaztal
https://de.wikipedia.org/wiki/Kalktuff
Eigene Fotos und Grafik