Von Eis und Sand geformt

Aufgaben:
Die Aufgaben sind an dem Wegepunkt zu erledigen. An den Listingskoordinaten sind keine Findlinge zu finden. Ein Hilfsmittel ist zur Beantwortung nicht nötig.
- Kannst du auf der gesamten Oberfläche des Windkanters Spuren erkennen, die durch Sand entstanden sind?
- Ist die Oberfläche des Windkanters eher glatt oder wellenförmig? Warum könnte das so sein? Denke dabei daran, wie Gneis aufgebaut ist und welches Material hier für den Abrieb gesorgt hat.
- Schau dir die Schrammen an, die der Gletscher hinterlassen hat. Wenn sich der Gletscher parallel zur Straße bewegt hätte, müssten die Schrammen dann anders verlaufen? Erkläre deine Antwort.
- Mache mit dir oder einem Gegenstand mit deinem Cachernamen ein Bild vom Schild "Eiszeitmuseum".
Nach dem Übermitteln der Antworten per Mail oder dem Messanger Center darf geloggt werden. Sollte etwas nicht stimmen, melde ich mich. Dem Log ist das geforderte Bild hinzuzufügen.
Der Ort:
Hallo, ich bin Earthie und möchte euch heute nach Lütjenburg einladen.
Entlang der Straße Nienthal in Richtung Eiszeitmuseum sind verschiedene Findlinge ausgestellt. Während der Eiszeiten wurden diese großen Gesteinsblöcke von mächtigen Gletschern aus nördlichen Regionen bis hierher transportiert. Gleich zu Beginn fallen zwei Findlinge besonders auf: Einer wurde durch die Kraft eines Gletschers, der andere durch die Wirkung des Windes geformt. Beide tragen heute noch deutliche Spuren dieser natürlichen Kräfte.
Im Folgenden erfahrt ihr mehr über die besonderen Merkmale von Gletscherschliff (Detersion) und Windschliff (Korrasion) und könnt die unterschiedlichen Formen der Gesteinsbearbeitung miteinander vergleichen.
Und nun viel Spaß beim Entdecken!
Detersion/Gletscherschliff
Wenn sich ein Gletscher bewegt, schiebt er Steine, Sand und Geröll vor sich her. Dieses Material wirkt wie Schleifmittel unterschiedlicher Körnungen und glättet die Oberfläche der Felsen, Untergrund und Findlinge auf denen er sich Bewegt. Dabei entstehen feine Rillen und Kratzer, die sogenannten Gletscherschrammen. Sie zeigen die Richtung an, in der sich das Eis einst bewegt hat, wenn der Stein sich während der Bearbeitung nicht bewegt hat. Unter günstigen Umständen ist es möglich die Fließrichtung des Gletschers zu rekonstruieren. Typisch für einen Gletscherschliff ist die gleichmäßig geglättete Oberfläche. Anders als bei der Verwitterung werden die harten und weicheren Minerale des Gesteins gleichmäßig abgeschliffen.
Im Hochgebirge sind Gletscherschliffe nicht nur an einzelnen Steinen zu finden. Dort gibt es oft großflächig glatt geschliffene Felsflächen mit gut sichtbaren Schrammen.

Korrasion/Windkanter
Die vom Wind mitgeführten Sandkörner und kleinen Steinchen wirken wie ein natürliches Sandstrahlgerät. Sie schleifen die Oberfläche eines Steins ab und erzeugen teilweise glatte Flächen. Besonders gut funktioniert dies in trockenen, vegetationsarmen Gebieten, in denen der Wind viel Sand transportieren kann. Nach der Eiszeit gab es im norddeutschen Raum viele solcher Flächen, bekannt als Sander oder Geest. Im Gegensatz zum Gletscherschliff werden beim Windschliff die einzelnen Bestandteile eines Gesteins nicht gleichmäßig abgetragen. Weichere Minerale werden stärker und schneller abgeschliffen als härtere. Oberflächen können daher uneben oder wellig wirken. Die innere Struktur des Gesteins kann deutlich sichtbar werden. Solche vom Wind geformten Steine werden Windkanter genannt. Je nach Windrichtung und Lage des Steins können eine oder mehrere Schliffflächen entstehen. Mehrere Flächen und Kanten zeigen, dass der Stein entweder aus verschiedenen Richtungen vom Wind bearbeitet oder im Laufe der Zeit gedreht wurde. So erzählen Windkanter von den Umweltbedingungen vergangener Landschaften und machen die Kraft des Windes sichtbar.


Schematische Darstellung der Bildung eines Windkanters und ein Windkanter aus einer Braunkohlegrube in Dänemark
Aufbau von Granit und Gneis
Granit ist ein Tiefengestein, das tief im Erdinneren durch die langsame Abkühlung von Magma entstanden ist. Durch Hebungsprozesse und die Abtragung darüberliegender Gesteinsschichten kann Granit im Laufe von Millionen Jahren an die Erdoberfläche gelangen. Granit besteht hauptsächlich aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer. Die Kristalle sind mittel- bis grobkörnig und meist mit bloßem Auge gut zu erkennen. Die unterschiedlichen Minerale verleihen dem Granit sein typisches gesprenkeltes Aussehen.
Gneis ist ein metamorphes Gestein. Er entsteht, wenn ein bereits vorhandenes Gestein durch hohen Druck und/oder hohe Temperaturen im Erdinneren verändert wird. Dabei werden die Minerale neu angeordnet und die Struktur des Gesteins verändert. Typisch für Gneis ist eine sichtbare Bänderung, bei der sich unterschiedliche Minerale in hellen und dunklen Lagen anordnen. Beim Augengneis sind besonders große Mineralkörner, sogenannte „Augen“, zu erkennen. Diese größeren Kristalle liegen eingebettet in einer feinkörnigeren Gesteinsmasse. Häufige Ausgangsgesteine für Gneis sind unter anderem Granit, Schieferton oder Mergel. Gneis besteht vor allem aus den Mineralen Quarz, Feldspat, Biotit und Muskovit.
Mohs-Härte
Die Mohs-Härte zeigt, wie leicht oder schwer sich ein Mineral zerkratzen lässt. Die Skala reicht von 1 (sehr weich) bis 10 (sehr hart). Ein härteres Material kann ein weicheres Material ritzen und dadurch dessen Oberfläche verändern – zum Beispiel beim Schleifen von Gestein durch Sand, Eis oder Wind. Beispielhaft sind hier ein paar Werte für Minerale aus Granit und Gneis:
Natrium 0,5
Muskovit 2,5
Biotit 2-3
Glimmer 2-4
Feldspat 6-6,5
Quarz 7
Jetzt viel Spaß beim Lösen der Aufgaben wünscht euch Earthie!

Quellen:
- https://www.spektrum.de
- https://de.wikipedia.org/
- https://www.gletschervergleiche.ch
- Steine und Mineralien