Oh mein Gott! Wie sieht denn die Preetzer Hütte aus?? Eine richtige Ruine! Da muss etwas getan werden... Also haben sich einige Engagierte zusammengeschlossen, um am Wiederaufbau zu arbeiten. Nach und nach werden hier einige Mysteries erscheinen, bis die Hütte wieder schick aussieht 😀
Zum Rätsel:
An den Startkoordinaten ist nichts zu finden, diese sind ja ein Teil der Hütte.

Klassische Dystopien 2
Andere Städte, wie zum Beispiel Bremerhaven oder Karlsruhe, haben sie bereits: Eine Cacheserie mit literarischen Rätseln. Nun entsteht auch in Preetz eine Mini-Serie von Mysteries über Lieblingsbücher, speziell: Klassische Dystopien und dystopische Klassiker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf diese Weise möchten die.duenenkrabbler Euch dazu ermuntern, diese "alten Schinken" noch einmal zur Hand zu nehmen und darin auf Entdeckungsreise zu gehen, die überraschenden Parallelen zu finden zu anderen Dystopien oder, besser noch, zu ganz realen Entwicklungen bis hin in unsere Gegenwart und zu staunen über die bisweilen visionären Ideen der Autoren.

Was ist überhaupt eine "Dystopie"? Wiktionary bezeichnet so, kurz und knapp, eine "Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat." Während die Handlung der ersten vorgestellten klassischen Dystopie in einer aus Sicht des Autors fernen Zukunft spielt, handelt die zweite in der unmittelbaren Zukunft nach Erscheinen des Romans.
Wir schreiben das Jahr 1935. Die Welt blickt besorgt auf Europa. Dort entwickeln sich mehr und mehr Staaten zu Autokratien: In der Sowjetunion hat Josef Stalin ein Terrorregime errichtet, in Italien regiert Benito Mussolini mit harter Hand, in Deutschland haben wenige Jahre zuvor Adolf Hitler und die Nationalsozialisten die Macht an sich gerissen und in Spanien bringt sich Francisco Franco in Stellung.
In den Vereinigten Staaten von Amerika hingegen kann man sich ganz entspannt zurücklehnen. Eine vergleichbare Entwicklung gilt dort als ausgeschlossen, dessen ist man sich gewiss. Schließlich hat man ein System von „Checks and Balances“, das eine zu große Machtkonzentration auf eine einzelne Führergestalt zuverlässig verhindert.
„Seid euch da mal nicht zu sicher,“ denkt sich der Autor der Dystopie, die wir Euch hier vorstellen möchten. „Ich werde euch zeigen, wie es trotzdem funktioniert. Da muss nur der Richtige kommen und es richtig anstellen, und ihr werdet ihm auf den Leim kriechen und nachher nicht mehr wissen, wie euch geschieht.“ Und als Warnung an seine Landsleute schreibt er einen Roman über einen Zeitungsverleger und Chefredakteur (in dem man leicht das alter ego des Romanautors erblicken kann), der wacker versucht, die freie Presse gegen staatliche Übergriffe zu verteidigen. Beinahe wichtiger als die Geschichte dieses Verlegers und seiner Familie ist jedoch die Nebenhandlung. In dieser wird der unaufhaltsame Aufstieg eines nationalkonservativen Präsidentschaftskandidaten beschrieben, der
-
als Systemsprenger bei den Vorwahlen antritt
-
mit dem Gestus eines Schauspielers
-
doch einer ziemlich vulgären Ausdrucksweise
-
der sich mit rüdem Auftreten ganz nach oben rüpelt und trampelt
-
sich als Retter der Nation inszeniert
-
auf Emotionen setzt statt auf Sachverstand
-
gegen Farbige, Einwanderer, Kommunisten und andere Minderheiten hetzt
-
als sein zentrales Anliegen angibt, Amerika zu alter Größe zurück zu führen
-
sich mit dem Versprechen, dass im Falle seiner Wahl jeder einfache Mann aus dem Volk mehr Geld in der Tasche haben werde, schamlos bei der verarmten Unter- und Mittelschicht anbiedert
-
und verspricht, mit den korrupten Eliten und superreichen Banken aufzuräumen
-
während die meisten seiner Freunde und Vertrauten, von denen er später auch einige zu Ministern machen wird, zu den wohlhabendsten Amerikanern gehören
-
der aufrüsten und das Militär stärken will – nur zur Abschreckung möglicher Feinde, versteht sich
-
Zölle als Mittel der Wahl zum Wohle der amerikanischen Wirtschaft preist
-
im Wahlkampf ständig lügt und sich selbst widerspricht
-
Ängste schürt und Verschwörungstheorien verbreitet
-
von einem sinistren Einflüsterer unterstützt wird
-
sich als Autor eines programmatischen Buches ausgibt, das er in Wahrheit aber nicht selbst verfasst hat
-
eine Frau als Sprecherin hat, die traditionelle Frauenrollen propagiert und scharf antifeministische Töne anschlägt
-
sich ungeachtet seines unchristlichen Lebenswandels die Unterstützung der konservativen Christen im Land sichern kann, die in ihm ein Werkzeug Gottes erblicken
-
sich mit der freien Presse anlegt, sie diffamiert
-
sich bei den Vorwahlen mit populistischer Rhetorik gegen alle Gegenkandidaten durchsetzt
-
trotz (oder vielleicht gerade wegen?) all dieser Anmaßungen schließlich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird
-
sofort nach seiner Vereidigung andere, autokratische Saiten aufzieht
-
mit Notstandsverordnungen demokratische Institutionen aushebelt
-
hemmungslos Widersacher feuert und alle Schlüsselpositionen bis hinein in den Supreme Court mit zwielichtigen, aber loyalen Gefolgsleuten besetzt
-
seine Macht auf eine treu ergebene Miliz gründen kann
-
sich schützend vor jeden Verbrecher stellt, vorausgesetzt, er erkennt in ihm einen der Seinigen
-
die Erfolge seiner eigenen Wirtschaftspolitik in den höchsten Tönen lobt, während die Inflation steigt, entgegen seiner Wahlversprechen das Volk immer ärmer wird und nur die Schwerreichen und die treuen Gefolgsleute des Präsidenten profitieren
-
zum Wegbereiter für Korruption und Bestechlichkeit wird.
-
Als die einzige verlässliche Informationsquelle hat fortan das Weiße Haus zu gelten, da die sogenannte freie Presse ohnehin nichts als Lügengeschichten verbreite.
Bestimmt habt Ihr erkannt, von wem hier die Rede ist.
Dann könnt Ihr ja auch die folgenden Fragen zu diesem Roman beantworten:
Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg beim Suchen wünschen
die.duenenkrabbler
Bilder: reve.com