Der Reformationstag wird jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert. Er erinnert an den Beginn der protestantischen Reformation, die die kirchliche, geistige und gesellschaftliche Landschaft Europas nachhaltig verändert hat.
1. Geschichtlicher Hintergrund
- Der Thesenanschlag (1517): Überlieferungsgemäß schlug der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg an.
- Kritik am Ablasshandel: Luther wandte sich scharf gegen die Praxis der damaligen Kirche, Sündenvergebung gegen Geld („Ablassbriefe“) zu verkaufen. Er wollte eine akademische Debatte über die wahre Buße anstoßen.
- Die Folgen: Durch den Buchdruck verbreiteten sich Luthers Gedanken rasant. Seine Kernidee – dass der Mensch allein durch den Glauben und die Gnade Gottes errettet wird (*sola fide, sola gratia*) – führte zur Spaltung der westlichen Kirche und zur Entstehung der evangelischen Kirche.
2. Der Reformationstag als Feiertag in Deutschland
Die rechtliche Regelung des Feiertags spiegelt die föderale Struktur Deutschlands wider und ist eng mit der historischen Prägung der einzelnen Regionen verknüpft:
Ostdeutschland
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Norddeutschland
Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (2018 neu eingeführt).