Im Laufe der Jahre haben wir selbst so einige Kugelschreiber aus der Geocaching-Community erhalten. Manche wurden uns geliehen und erstaunlicherweise nie zurückgefordert. Andere wechselten nach einem Event ganz selbstverständlich den Besitzer. Wieder andere tauchten plötzlich in unserer Jackentasche auf und niemand konnte mehr nachvollziehen, wie sie dorthin gelangt waren. Kurz gesagt: Die Geocaching-Welt hat uns über die Jahre mit einer beachtlichen Anzahl an Kugelschreibern versorgt.
Irgendwann dachten wir uns: Es wird Zeit, etwas zurückzugeben.
Nein, keine Powertrails. Auch keinen Mystery mit fünf Verschlüsselungsverfahren, vier UV-Ebenen und einer Finaldose auf einem Baum in acht Metern Höhe.
Kugelschreiber.
Trackbare Kugelschreiber.
Denn seien wir ehrlich: Was ist das wertvollste Werkzeug eines Geocachers? Das GPS? Das Smartphone? Der Hint? Alles falsch. Erst wenn der Fund im Logbuch steht, ist der Cache wirklich gefunden. Und genau an dieser entscheidenden Stelle kommen wir ins Spiel.
Unsere Mission ist dabei denkbar einfach: Wir möchten schreiben. Möglichst viel. Möglichst überall.
Wir möchten Logbücher signieren – egal ob klatschnass, randvoll, liebevoll gestaltet oder seit 2017 eigentlich dringend wechselbedürftig. Wir möchten in Traditional-Dosen, Multicaches, Letterboxen, Earthcache-Ausflügen (gut, dort eher im Notizbuch) und gelegentlich sogar bei einem Mystery-Finale auftauchen. Vielleicht schaffen wir es sogar bis zum legendären FTF-Log eines frisch veröffentlichten Caches. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.
Natürlich haben wir auch Verständnis dafür, dass nicht jeder Geocacher einen Kugelschreiber dabeihat. Das ist ungefähr so überraschend wie eine Dose ohne Tarnung mitten auf einer Wiese. Sollte das also einmal passieren, helfen wir gerne aus. Dafür wurden wir schließlich gebaut.
Es kann allerdings vorkommen, dass wir plötzlich in einer anderen Jackentasche landen. Oder im Handschuhfach eines Cachemobils. Oder dauerhaft in einem Rucksack wohnen, weil man "uns beim nächsten Cache wieder herauslegen wollte". Das kennen wir von unseren Artgenossen. Wir nehmen es niemandem übel. Wir würden uns lediglich freuen, wenn wir irgendwann wieder Tageslicht sehen und unsere Reise fortsetzen dürfen.
Vielleicht verbringen wir auch einige Zeit auf einem Event. Dort ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, innerhalb weniger Minuten von zwanzig verschiedenen Cachern benutzt zu werden. Das dürfte ungefähr der Weltrekord für einen Kugelschreiber sein. Anschließend freuen wir uns selbstverständlich über ein Discovern – schließlich sind wir nicht nur Schreibgerät, sondern auch Trackable.
Sollte unsere Mine irgendwann leer sein, betrachten wir das übrigens nicht als Defekt, sondern als Auszeichnung. Viele tausend Logeinträge hinterlassen eben Spuren. Falls uns jemand eine neue Mine spendiert, sagen wir natürlich nicht nein. Auch Trackables dürfen eine zweite Karriere starten.
Und falls unser Weg irgendwann in einer Schreibtischschublade endet, zwischen Ersatzbatterien, Büroklammern und einem PETling ohne Deckel, dann ist das eben das Schicksal eines reisenden Kugelschreibers. Wir hoffen allerdings, dass es bis dahin noch unzählige Kilometer, Dosen, Events und Logbücher werden.
Ach ja, noch eine kleine Bitte: Bitte befestigt uns nicht mit Kabelbindern an einem Cache. Das ist keine artgerechte Haltung.
In diesem Sinne: Nehmt uns mit, lasst uns schreiben, entdeckt unseren Trackable-Code, erzählt von unseren Reisen und schickt uns weiter. Denn ein Kugelschreiber gehört nicht auf den Schreibtisch.
Er gehört dorthin, wo das Logbuch schon wieder zu klein ist, die Hände voller Matsch sind und jemand erleichtert sagt: „Zum Glück hat jemand einen Stift dabei.“
Bis bald im nächsten Cache.
– Es grüßen die GeiKus und bis bald im Wald!
Aber am Ende hat dies eh niemand gelesen, schon gar nicht das Kleingedruckte. Oder vielleicht warst doch du es, der dies zu Ende gelesen hat? Dann freuen wir uns über eine Anmerkungen in deinem Dicovered-Log.