Es ist nicht leicht, ein Gott zu
sein
Auf einem anderen Planeten, auf
dem das Mittelalter herrscht: Ein Angestellter eines Instituts von
der Erde wird unter dem Namen des adligen Rumata von Estor als
Spion auf den Planeten geschickt. Dort soll er Kontakt mit einem
anderen Mitarbeiter des Instituts aufnehmen. Doch Rumatas
Kontaktmann kommt bei dem Versuch den Palast zu stuerzen ums Leben.
So muss Rumata dessen Platz einnehmen. Rumata wird schon bald mit
all dem Schrecken und der Grausamkeit, die auf dem Planeten
herrschen, konfrontiert. Das macht es ihm unmoeglich, nur ein
unbeteiligter Beobachter zu sein...
Die meisten sind schon einmal in diese Situation
gekommen - oder viele werden sie vielleicht einmal kennen
lernen:
Man sucht einen besonderen Platz fuer einen
Traditional-Cache, bemueht sich um eine schoene Strecke fuer einen
(hoffentlich) ansprechenden Multi-Cache oder erdenkt sich ein
Raetsel fuer einen Mystery. Man bastelt, erstellt ein Listing,
macht alles Groundspeak-konform, duest in einem Notfall zu
Wartungszwecken zum Cachebehaelter hin und stellt dort alles wieder
in Ordnung. Und dann?! Nun: "Der Mohr hat seine Arbeit gethan, der
Mohr kann gehen."
Ab jetzt sind die Suchenden am Zuge. Im besten
Falle wird der Cache gesucht, achtsam geborgen, das Logbuch
gezeichnet und dem Owner wird in einem schoenen Logeintrag fuer
seine Muehe gedankt. Immerhin hat er doch dafuer gesorgt, dass man
vielleicht einen netten Platz kennen gelernt hat, sich an schoenen
Aufgaben erfreute und zur Belohnung einen "Found it"-Eintrag in
seiner Cacher-Biographie vermerken kann.
Im schlechtesten Fall wird die Dose auf "Teufel!
Komm raus!" und ohne Ruecksicht auf Verluste ihrem Versteck
entrissen, nur um unter Androhung von Gewalt wieder zurueck gelegt
zu werden ("Passt doch!?"). Manchmal ist der "Suchende" auch selbst
gar nicht beim Finden dabei. Das ist ja Wurscht, so lange nur der
Nick irgendwie im Logbuch drinsteht oder man temporaer Mitreisender
war (zumindest offiziell).
Waehrend die Ausreden und Notluegen noch sehr phantasiereich sind,
wenn bei Begegnungen die Summe der Logger nicht der Summe der
Cacher entspricht:
"X ist gerade freiwillig noch einen viel laengeren Umweg
gelaufen" oder
"Y war natuerlich auch da, hat aber beim Betrachten der Rehe das
Loggen vergessen" etc.
lesen sich die anschließenden Logeintraege der "im Geiste war ich
bei Dir-Cacher" dann etwa so spannend wie die Verkuendung der
Lottozahlen vom 17.01.1981:
"Gefunden!" [Anmerkung: das ist eine
Grundvoraussetzung!]
"Found it!" [Anmerkung: auch dies ergibt sich aus dem
Logtyp, Du Nase!]
"Den grad mal eben mitgenommen." [Anmerkung: Hallo?! Die
Dose sollte liegen bleiben! Hat hier jemand das Prinzip nicht
kapiert?]
"Der lag am Weg!" [Anmerkung: Wirklich? Der sollte aber im
Baum versteckt sein! Oder wurde der Cache doch nicht wirklich
gefunden?]
"Bei bestem Wetter gefunden." [Anmerkung: war das Wetter
wirklich das einzig auffaellige? Oder sammelt jemand
Wetterberichte?]
"TFTC" [Anmerkung: ich hasse VBA. Dem ist dann hoechstens
ein "LMAA" zu entgegnen.]
"+1" oder "OFTS" [Anmerkung: ist es wirklich das,
worauf es ankommt? Wie armselig...]
Dieser
Cache ist anders!
Es faengt schon damit an,
dass es sich diesmal nicht um einen Mystery handelt. Waehrend ich
ansonsten den Logtyp "Mystery" mitunter recht gerne mag, um ueber
das Cachen hinaus auch auf andere Dinge aufmerksam zu machen,
traegt dieser Cache eher eine regionspezifische Handschrift. Es
handelt sich - wie unschwer zu erkennen ist - um einen Traditional
(also einen Tradi von Beginn an - und nicht erst nach dem fuenften
"Found" ;)). Einen von der allseits beliebten Art: "Hinfahren,
aufsammeln, loggen - und gut!"
Aber:
Dieser Tradi ist
selbstherrlich.
Er ist
ungerecht.
Er ist sogar furchtbar
arrogant!
Selbst boesartig
wuerde es treffen!
Und wenn es so einen
Behaelter gaebe, dann koennte er sogar beissen - leider habe ich so
eine tolle Tueddeldose nicht... Dafuer kann beim Online-Log
eventuell etwas unerwartetes passieren: Du wirst
geloescht!
Jawohl! Ganz unvermittelt
und mindestens genauso ungeniert kann es sein, dass Dein Logeintrag
ploetzlich weg ist. Dabei ist es dem Owner (also mir, der ich hier
den Kram zusammenschreibe) vollkommen egal, ob Du einen "Found
it!"-Log machst, eine "Note" schreibst oder einfach eine Wartung
verlangst.
Es gibt kein
durchschaubares Prinzip fuer Deine Loeschung. Manchmal geschieht es
innerhalb von Sekunden, manchmal erst nach Tagen oder Wochen. Du
bekommst sicher eine Erklaerung fuer die Loeschung - oder auch
nicht.
Dein Log ist mir zu langweilig? - Schade und
auf "Wiedersehen!".
Du schon sooo viele Founds gemacht? - Dann
benoetigst Du diesen ja auch nicht mehr.
Du hast so gut wie gar keine Founds? - Dann
gewoehne Dich hier nicht an die Statistik.
Du schmierst mir Honig um das Maul? - Ich bin
nicht sicher, ob das hilft...
Du argumentierst: "Aber die anderen
Eintraege..." - Sorry, aber mit Logik hat das alles nichts zu
tun!
Das einzige, was bei
diesem Tradi sicher ist, ist seine Unberechenbarkeit. Oder glaubst
Du, mir das Gegenteil beweisen zu koennen?
Du weisst nun, worauf Du
Dich einlaesst. Willst Du ihn wirklich immer noch besuchen? Dann
komme am besten zwischen 10.00 h und 17.00 h (Dienstags auch
bis 20:00 h). Dann kannst Du wenigstens das nahe gelegene
Focke-Museum besuchen. Zumindest damit haette sich die
Anreise vielleicht gelohnt...