Bunker in Braunschweig - Luftschutzbunker
Holwedestraße
Ich möchte euch in einer losen Serie an einige Orte führen, die
im 2. Weltkrieg der Bevölkerung Schutz vor Luftangriffen
boten.
Im 2. Weltkrieg wurden in Braunschweig insgesamt 24 öffentliche
Luftschutzbunker erbaut.
Zudem gab es noch eine Vielzahl sogenannter
Betriebsluftschutzbunker und private Schutzräume.
Der Luftschutzbunker Holwedestraße wurde in einer Baulücke
zwischen dem alten und dem
neuen Krankenhaus an der Oker auf dem Gelände der Kinderklinik
Holwedestraße 15/16 errichtet.
Dieser Bunker zählt zu den letzten beiden Bunkern, die in
Braunschweig
vor dem Ende des 2. Weltkrieges fertiggestellt wurden (Anfang
1945).
Aufgrund seiner mächtigen Decken- und Wandstärke galt er als einer
der sichersten
Bunker in Braunschweig.
Bei dem Bunker handelt es sich um einen zweigeschossigen
Hochbunker mit 2,00m dicken
Stahlbetonaußenwänden. Die Stärke der Stahlbetonschutzdecke (Dach)
und der Grundplatte beträgt ebenfalls 2,00m.
Bei diesem Bunker handelt es sich um eine Konstruktion, die in
Sichtbetonbauweise ausgeführt wurde.
Er war von ehemals beiden angrenzenden Krankenhausgebäuden in
beiden Etagen betretbar. Im Erdgeschoss
waren an der Nord- und der Südseite ebenfalls Zugänge.
Alle Zugänge waren durch Gasschleusen gesichert.
Die erste Etage war in einen großen Raum (50m³) und 14
Schutzkabinen aufgeteilt.
Im Erdgeschoss befanden sich 11 Schutzkabinen.
Der Bunker war für 200 Liegeplätze und 30 Sitzplätze geplant.
Er kostete 260.000RM.
Nach Kriegsende, im Jahre 1947 beschloss der Rat der Stadt
Braunschweig, den Bunker zu entfestigen und ihn für Wohnzwecke zu
nutzen.
Der Bauantrag wurde gestellt und anschließend wurde eine Baufirma
aus dem Harz mit den Sprengarbeiten beauftragt.
Einige Fensteröffnungen wurden 1948 auf der Ostseite geschaffen,
jedoch wurden diese Arbeiten nie vollendet.
Der Bunker blieb bis Anfang der 90`er Jahre in diesem unfertigen
Zustand;
erst dann wurden die Fensteröffnungen wieder zugemauert !!!!!
Heute beherbergt der Bunker im Erdgeschoss den Zentralrechner
für das Braunschweiger Klinikum.
Er ist mit moderner Technik gespickt, z.B. mit einer Anlage, mit
der
der Raum mit Stickstoff geflutet werden kann. Dies schließt eine
Brandgefahr aus !!!!
(Quelle: "Überlebensorte - Bunker in Braunschweig von der
Planung bis zur Gegenwart" von Wolfgang Ernst.
Erschienen im appelhans Verlag 2006)
Ich habe diesen Cache aus meiner kleinen Bunkerserie nicht wie
seine Vorgänger
direkt am Bunker gelegt. Der Bunker befindet sich auf
Krankenhausgelände ,
welches zwar betreten werden kann, aber mit Sicherheit auf erhöhte
Wachsamkeit
des Personals stößt. Der Bunker liegt in einer hinteren Ecke des
Klinikums und wenn da immer mal wieder Menschen sich in die
Büsche schlagen, werdet ihr vielleicht unangenehme Fragen gestellt
bekommen.
Vom Startpunkt dieses kleinen Multis habt ihr auf 310° in
ungefähr 120m Entfernung den Bunker direkt vor Augen.
Auch die zugemauerten Fenster sind erkennbar.
Der Multi besteht aus Startpunkt, an dem ihr die Zielkoordinate
findet und dem Final.
Soweit ich Zeit finde, werde ich euch nach und nach weiter
Luftschutzbauten in Braunschweig vorstellen.
Einige werdet ihr vielleicht kennen, andere evtl. nicht.
Leider wird eine Vorstellung aller Luftschutzbauten nicht möglich
sein, da ich öfter über die 161m Regel von GC.com stolpern
werde.
Auch wenn es sich bei dieser kleinen Cacheserie um eine traurige
Angelegenheit handelt, möchte ich euch ein bisschen über dieses
düstere Kapitel der jüngeren Braunschweiger Geschichte
informieren.
Hoffen wir, dass wir diese Bauten nie wieder brauchen
werden !!!!!!!!!!!!!!!