CASTOR-ALARM
xxx TAG X
2006 – NOVEMBER -
„Pass auf
Dich auf Torben, es werden kalte lange Tage.“
„Ich
weiß, Wilfried, wie jedes Jahr. Bis später dann.“
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Hintergrund :
Torben und
Wilfried wollen sich auch dieses Jahr wieder gegen die tödliche
Fracht mir radioaktivem Müll ins Zwischenlager Gorleben stellen.
Ein Endlager, wo der von Atomkraftwerken verursachte Müll, sicher
gelagert werden kann, gibt es in Deutschland nicht.
Bei einer Halbwertzeit von Plutonium von 24 000
(vierundzwanzigtausend) Jahren ist dies ein Verantwortung über
viele Generationen, die oft allzu leichtfertig vergessen wird. Der
Salzstock Gorleben ist politisch als Endlager geplant. Über seine
Sicherheit gibt es gegensätzliche wissenschaftliche Meinungen. Die
Erkundung wurde vorübergehend ausgesetzt. Zur Zeit werden alle
Castoren OBERIRDISCH in einer großen einfachen Halle
„zwischengelagert“. So in etwa, wie in einer großen
Garage. Dort strahlen sie radioaktiv weiter und warten auf die
„Endlagerung“, die es noch immer nicht gibt. So häufen
sich Jahr um Jahr die giftigen Tonnen im Wendland. Gegen diesen
Wahnsinn, der das Wendland bzw. den Landkreis Lüchow- Dannenberg
seit über fünfundzwanzig Jahren prägt, gehen Einheimische,
Zugereiste und auch aktive „Auswärtige“ Jahr um Jahr
auf die Straßen und Schienen. Jahr um Jahr rollen die strahlenden
Castoren aus Frankreich nach Gorleben. Jahr um Jahr steht das GELBE
X als Zeichen gegen diese Atompolitik. Und leider gab es auch vor
nicht langer Zeit einen tödlichen Unfall, wo ein französischer
Aktivist vom Castorzug überrollt wurde. Ein Grund mehr auf die
Straßen zu gehen. Und darum zeigen auch Torben und Wilfried Jahr um
Jahr ihren entschlossenen Widerstand und versuchen die
Transportstrecke zu blockieren
Ihre Wege in den Tagen des
Castor-Transportes 2006 von Hitzacker nach Gorleben sollen Dir
einen kleinen emotionalen Einblick in die „Gorleben-
Geschichte“ geben. Einseitig und subjektiv und ganz sicher
nicht vollständig, aber deswegen auch nicht einfach
„blauäugig“.
Die Personen Torben und Wilfried sind
frei erfunden. Fast alle Bilder wurden selber fotografiert, alle
Schilderungen basieren grundsätzlich auf der Realität. Einzig die
Zeiten, Orte und Gegebenheiten wurden aus taktischen Gründen
vermischt und etwas ausgeschmückt. Die Einzelheiten an sich aber
entsprechen der Wahrheit.
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Aufgabe:
Deine Reise beginnt gemeinsam mit Wilfried bei den KÜHEN nahe der
oben angegeben Koordinaten.
Gelbe Xe werden
Dir oft den Weg weisen. Du wirst eventuell auch mal mehrere
Möglichkeiten haben, die Spur von Torben zu verfolgen. Da geplante
Aktionen geheim gehalten werden müssen, Straßensperren der Polizei
oder verkeilte Trecker der bäuerlichen Notgemeinschaft die Wege
blockieren und polizeiliche Willkür Dich jederzeit aus dem Verkehr
ziehen kann, wird Torben auf seinem Weg verschlüsselt Nachrichten
hinterlassen. Wenn Du seine Hinweise richtig deutest, wirst Du
Torben vielleicht in Gorleben wieder treffen. Achte von Anfang an
auf die Straßen- oder Hinweisschilder, dann wirst Du keine
zusätzliche Karte der Region benötigen. Ein GPS nützt Dir nur
bedingt, denn Du wirst nicht mit Koordinaten weiter geführt,
sondern nur durch entsprechende sichtbare Hinweise.
Du wirst auf
Deinem Weg ca. 40 - 50 km zurücklegen müssen, und das, wozu Torben
Tage braucht, wirst Du in Zeitraffer bewältigen (zwischen 2-4 Std.,
wenn Du als Transportmittel das Auto wählst). Denn real wird kein
Wasserwerfer auf Dich zielen, kein Schlagstock Deine Kniekehlen
treffen, kein Polizeipferd Dich „anreiten“, keine
Hundestaffel Dich am Überqueren der Straße hindern. Real wir kein
„Konfliktmanager“ Dich kriminalisieren, kein
Räumfahrzeug Deinem Auto bedrohlich nahe kommen – so, wie es
einmal im Jahr hier der Fall ist, wenn Atomkraftgegner ihren
Protest zeigen wollen. Real wirst Du ein paar hoffentlich nette
Stunden bei der „Verfolgung“ von Torben haben. Und
dafür wünsche ich Dir viel Spaß.
PLATANUS
Bitte sei stets umsichtig und vorsichtig um den Cache nicht zu
gefährden, denn einige Stationen stehen unter "Muggel-Beobachtung".
Außerdem wirst Du Sonntags zwischen 14 - 15 Uhr in der Nähe des
Finals voraussichtlich nicht allein sein. Aber das Versteck ist
trotzdem mit entsprechender Umsicht zugänglich.
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Als Wilfried
bei den Kühen ankommt, ist Torben nicht mehr da. Statt dessen
hunderte anderer Demonstranten. Ein mobiler Musikwagen bringt
aktuelle Infos zwischen den einzelnen Protest-Liedern, Hubschrauber
fliegen umher. Berittene Polizisten sichern den nahen Bahndamm,
während eine Trommlergruppe auf dem Feld lautstark im Rhythmus
tanzt. Die Stimmung ist angespannt. Die Ruhe vor dem Sturm. Ein
Strohhaufen brennt in der Ferne. Einzelne Atomkraftgegner gelangen
kurzzeitig auf die Schienen. Gerangel. 70jährige Rentner mit einem
gelben X an der Jacke versuchen zu schlichten und reden auf die
Polizisten ein.
Wilfried sucht
die Nachricht von Torben.