Schätze am Wegesrand -
Urloffen
Diese Reihe
stellt in loser Reihenfolge schöne Brunnen, Plastiken, Plätze und
ähnliches vor, an denen man schon oft vorbei gefahren ist, sie aber
nie richtig angeschaut hat, Die hier vorgestellten Dinge haben aber
mindestens einen 2. Blick verdient!
Bruchener Meerretti ?
(Benötigen Sie Meerrettich
?)
Mit dieser Frage
waren Urloffener Frauen und Männer über viele Jahrzehnte im
gesamten badischen Ländle unterwegs, um die scharfe und überaus
gesunde Meerrettichwurzel zum Verkauf anzubieten. Der
Meerrettichanbau in Urloffen begann wohl zu Beginn des letzten
Jahrhunderts. Urloffen, an der Bahnlinie der Rheintalstrecke
gelegen, bot den Vorteil, dass so mancher Meerrettichbauer oder
dessen Ehefrau, die im Haupt- oder Nebenerwerb den Meerrettich
anpflanzten, sich mit dem Zug auf den Weg machten, um ihre
Erzeugnisse an der Haustür zum Verkauf anzubieten. Zwei Meerrettich
verarbeitende Betriebe haben den Handel und den Vertrieb der
Meerrettichprodukte zusätzlich belebt. Heute sind es sogar drei
Betriebe, die den Meerrettich verarbeiten und vermarkten. Der
Meerrettichanbau in Urloffen hat in den letzten Jahren enorm
abgenommen. Heute sind es eher die Nachbargemeinden, die den
Meerrettich erzeugen und zur Verarbeitung an die Urloffener
Betriebe liefern. Am Ort selbst konzentriert man sich zunehmend auf
den Anbau von Sonderkulturen wie Erdbeeren, Johannisbeeren und den
sonstigen Obstbau.
Gerade vor wenigen
Jahren hat man in der Urloffener Ortsmitte in Erinnerung an den
früher so aktiv betriebenen Meerrettichanbau und –handel einen
lebensgroßen in Bronze gegossenen Meerrettichmann erstellt, der die
Besucher des Meerrettichortes Urloffen an die jahrzehntelange
Tradition erinnern soll.
