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Der Ehrenburger Hof in der Dehmse Multi-Cache

Hidden : 3/21/2008
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   regular (regular)

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Geocache Description:

Ein Multi in der Dehmse mit sagenhaftem Hintergrund. Entweder zu Fuß oder mit dem Rad zu erledigen.

Der Ehrenburger Hof in der Dehmse

Ein bedeutendes Waldgebiet der Stadt Twistringen ist das Landschaftsschutzgebiet der Dehmse mit rund 1.000 Hektar Wald und inliegenden Wiesen und Weiden. Der Wald macht heute etwa noch knapp die Hälfte des Gesamtgebietes aus. Einen geringen Anteil an der Dehmse haben außer Twistringen drei Gemeinden der Samtgemeinde Harpstedt, nämlich Beckeln, Colnrade und Winkelsett. [1]

Der Wald ist heute überwiegend Privateigentum, wobei der innerhalb der Dehmse mit 57 ha und 30 Ar liegende Forstort, welcher seit je her "Ehrenburger Hof" genannt wird, über Jahrhunderte eine Ausnahme bildete: Dessen Eigentümer ist über die Ehrenburg, Burg der Hoyaer Grafen (siehe auch: Geocache GC14M6G "Die Ehrenburg" von "die froggels") bis in das Jahr 2000 das Land Niedersachsen gewesen. [2] Seit dem neuen Jahrtausend ist allerdings auch dieser Forstort nun wieder im Privatbesitz.

Um den Ort und sein Besitztum rankt sich folgende Sage, welche 1970 erstmals in gedruckter Fassung in einer Sammlung von Sagen und Geschichten aus dem Kreise Grafschaft Hoya veröffentlicht wurde:

"Mitten in der Dehmse lag einst ein schöner, großer Hof mit fruchtbarem Ackerland und guten Wiesen. Dieser Hof war durch Jahrhunderte immer vom Vater auf den Sohn gekommen, bis dann der letzte Bauer ohne männliche Nachkommen starb und sein Besitz an seine beiden Töchter fiel. Beide heirateten nicht und wirtschafteten auf ihrem Hof nach der Väter Weise. Die Jahre gingen dahin, sie waren alt geworden und konnten nicht mehr recht schaffen. Da boten die Schwestern ihr Erbe einem Bauern in Altenmarhorst, einem fernen Verwandten ihres Geschlechts an und meinten, der jüngste Sohn sollte zu ihnen ziehen und sie bis an den Tod betreuen. Doch der lehnte ab, offenbar war es ihm dahinten in der Dehmse zu einsam.
Zuletzt verschenkten die Schwestern den Hof an das Amt Ehrenburg, der Amtmann nahm sie bei sich auf, und hier blieben die beiden, bis sie im hohen Alter starben. Alte Grenzsteine mit der Hofmarke jenes alten Bauerngeschlechts bezeichnen noch heute die Grenzen des Ehrenburger Hofes in der Dehmse."[3]

Während sich mit Hilfe der Karten die Lage der Parzelle genau ermitteln lässt, ist die Suche nach dem Standort eines Hofes bisher ohne Ergebnis geblieben. Gerd Heile aus Holtorf (Jahrgang 1918) wusste davon zu berichten, dass sein Vater an der Katenbeeke noch einen alten Mühlstein gesehen habe.[4]

Auch Bernhard Kammann aus Ellerchenhausen (Jahrgang 1888) und Heinrich Meyer-Hanschen aus Altenmarhorst (Jahrgang 1897) kannten sich in dem Gelände recht gut aus und vermuteten den Hofplatz in der Nähe der Beeke an der tiefsten Stelle - wegen des Windschutzes, haben aber Anzeichen einer Bebauung nie finden können.

Abbildung 1: Ausschnitt aus der Karte die "Dämse" der Kirchspiele Twistringen, Goldenstedt und Colnrade, angefertigt 1711[5]

Zu Beginn der 1990er Jahre hat Ansgar Thelken auf Grund alter Karten versucht, die wahrscheinlich nach dem Grenzrezeß von 1837 gesetzten Grenzsteine aufzuspüren. Er hat insgesamt 67 Steine ermittelt. Sie bestehen aus Findlingen bis zu 50 cm Größe, in die arabische Ziffern und ein Markzeichen eingemeißelt sind. Einige Steine konnten nicht mehr gefunden werden, sie sind offenbar bei Rodungsarbeiten oder aus anderen Gründen verloren gegangen. Auch Ansgar Thelken hat bei seinen intensiven Begehungen keine Gebäudereste feststellen können.[6]

Update August 2026

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2026 – mehr als 18 Jahre sind seit der Veröffentlichung dieses Caches vergangen. In dieser Zeit hat sich nicht nur Geocaching verändert, sondern leider auch die Umgebung, in der dieser Cache zu finden ist.

Die alten Grenzsteine, die sich früher noch unmittelbar in Wegesnähe befanden, sind inzwischen sämtlich verschwunden. Was mit ihnen geschehen ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Möglicherweise ziert der eine oder andere heute einen Garten oder einen anderen Ort in der Umgebung. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre es besonders bedauerlich, denn mit den Steinen gehen Zeugnisse der Geschichte des Ehrenburger Hofes verloren.

Vielleicht war denjenigen, die sie entfernt haben, ihre geschichtliche Bedeutung auch gar nicht bewusst. Generell scheint gelegentlich das Missverständnis zu bestehen, dass Dinge, die im Wald liegen, herrenlos seien. Das sind sie nicht – und das gilt auch für Findlinge und historische Grenzsteine.

Einige wenige Grenzsteine sind offenbar noch erhalten, liegen heute jedoch weit abseits der Wege und teilweise tief im Unterholz. Um diese letzten Relikte nicht zusätzlich durch die Suche nach diesem Cache zu gefährden, habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen, den ursprünglichen Multi umzugestalten.

Seit August 2026 besteht dieser Multi daher nur noch aus dem Startpunkt und dem Final. Die Geschichte des Ehrenburger Hofes und seiner alten Grenzsteine soll mit diesem Cache aber weiterhin in Erinnerung bleiben. Fotos der Grenzsteine findet ihr unten im Listing, sie waren früher Teil des Rätsels.


Die Aufgabe:

Setzt euch hin und genießt die Ruhe. Seht euch ein wenig um, beantwortet die Fragen und berechnet daraus die Koordinaten des Finals. Dieses befindet sich zugleich an der nordwestlichen Grenze des „Ehrenburger Hofes“.

Frage A – Welches Tier könnt ihr hier zu jeder Jahreszeit entdecken?

  1. Rehwild
  2. Schlange
  3. Wildschwein

Die entsprechende Zahl sei A.

Frage B – An welchen beiden Wochentagen scheint hier besonders viel Betrieb zu sein?

  1. Montag
  2. Dienstag
  3. Mittwoch
  4. Donnerstag
  5. Freitag
  6. Samstag
  7. Sonntag

Die Summe der beiden entsprechenden Zahlen sei B.

Frage C – Wie weit ist es laut Wegweiser von hier bis zur nächsten Kreisstadt?

Die Entfernung in vollen Kilometern sei C.


Berechnung des Finals

Wenn ihr alle drei Fragen beantwortet habt, setzt eure Werte für A, B und C in die folgenden Formeln ein:

Nord: N 52° 49.[(150 × B) + 1]′
Ost: E 008° (16 × A).(56 × C)′

Die Ergebnisse der Berechnungen ergeben jeweils die fehlenden Ziffern der Finalkoordinate.

Viel Erfolg bei der Suche – und bitte behandelt die letzten noch vorhandenen Zeugnisse des „Ehrenburger Hofes“ mit der nötigen Sorgfalt.


Quellennachweis:

[1]F. Kratsch, Die Dehmse, in: Twistringen - Eine Heimatkunde, Twistringen 1986, ISBN 3-923965-02-8
[2]O. Bach, Vom Ehrenburger Hof, in: Vorträge zur Geschichte des Twistringer Raumes, Teil 2, Stadtarchiv Twistringen R356, Bd. 2
[3]H. Keese, Sagen und Geschichten aus dem Kreise Grafschaft Hoya, Syke 1970,Seite 69
[4]O. Bach, Vom Ehrenburger Hof, Mitteilung Ansgar Thelken 1998 , in: Vorträge zur Geschichte des Twistringer Raumes, Teil 2, Stadtarchiv Twistringen R356, Bd. 2
[5]Stadtarchiv Twistringen K-TW 2-5
[6]O. Bach, Vom Ehrenburger Hof, Mitteilung Ansgar Thelken 1998 , in: Vorträge zur Geschichte des Twistringer Raumes, Teil 2, Stadtarchiv Twistringen R356, Bd. 2


Edit 21.09.2008: Angepasst fuer paperless Cacher
Edit 10.10.2012: Station 2 geändert, da der alte Grenzstein geklaut wurde. Wer auch immer den jetzt im Vorgarten hat...
Edit 27.10.2013: Station 3 Zusätzlicher Hint zum Spoilern
Edit 05.01.2019: Station 1 Bei Renovierungsarbeiten wurde der alte Hinweisgeber entfernt. Station angepasst.
Edit 19.01.2019: Station 1 auch im Fließtext angepasst. Sorry.
Edit 06.09.2021: Station 2 Fließtext angepasst da alte Hinweisgeber abgebaut wurden.
Edit 22.08.2026: Station 2 & 3 nur noch zur Information und historischen Dokumentation. Ab jetzt nur noch Start und Final.

Additional Hints ()

Svany: Zna zhff fvpu nhpu zny urenoynffra xöaara...

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)

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