So wie der Hügel, so hat auch die
Burgstelle, welche das Gipfelplateau einen auffälligen dreieckigen
Grundriß. Die beiden Langseiten messen dabei etwa 42 m, die
nordöstliche Schmalseite etwa 32 m (siehe den untenstehenden
Plan).
Plan des Erdwerks
Tschuggen bei Oberbalm BE
Die dreieckige Form der Bergspitze und des Burghügels treten
deutlich hervor
Plan: Ch. Pfister, 6/2005
Dieser künstlich überhöhte und abgeplattete Burghügel hat zwei
Zugänge, ein steiler an der Südwest-Spitze und ein bequemer von der
Nordost-Spitze. Bei letzterem ist der ursprüngliche Zugang zu
sehen. Dort war früher auch ein heute zugeschütteter Halsgraben.
Der Plan der Burgstelle (vergleiche
die Abbildung) zeigt die allgemeinen Merkmale deutlich: ein
dreieckiges Plateau, das nach allen drei Seiten künstlich überhöht
ist.
Neben den verschwundenen
Abschnittsgräben waren die Ränder des Burghügels sicher früher
durch Palisaden gesichert.
Die erwähnte aussichtsreiche Lage auf
fast 1000 m Höhe läßt zwingend folgern, daß diese Anlage nicht nur
als Wehrbau, sondern auch als astronomische Beobachtungsstätte
gedient hat.
Die Seiten des Dreiecks wurden
zweifellos nach bestimmten Achsen ausgerichtet. - Messungen und
Rechnungen können wenigstens teilweise einige Winkel und
Beobachtungen nachweisen.
Die Kirche von Oberbalm war vor der
Glaubensspaltung angeblich dem heiligen Sulpitius geweiht und ein
bekannter Wallfahrtsort. Es liegt nahe, zuerst dort einen
Zusammenhang mit der Erdburg zu suchen. - Und dieser besteht, wie
eine Rechnung erweist:
- Die Distanz zwischen der Kirche Oberbalm und dem Erdwerk
Tschuggen beträgt genau eine keltische Meile (Leuga), also 2225 m
bei einem Himmelswinkel von 123° SE!
Die Höhenlage, die aussichtsreiche
Lage und der dreieckige Grundriß der Burg lassen schließen, daß
Tschuggen nicht nur der Verteidigung diente. Der Ort war
gleichzeitig eine astronomische Beobachtungsstätte - vielleicht
auch ein Höhenheiligtum, damit ein vorgeschichtlicher
Wallfahrtsort.
Tschuggen bedeutet SANCTUS, also
heilig. Der Name beweist also die Vermutung, daß es sich bei
der Erdburg um einen sakralen Ort gehandelt hat.
Nach
Zwei außergewöhnliche Erdwerke auf dem
Längenberg! (www.dillum.ch)