Kulturhistorischer Hintergrund:
Am 10. Juli 1869 erwarb der Großindustrielle und
Eisenbahnpionier Dr. Bethel Henry Strousberg die Eisenerzvorkommen
Rothe Rose, Fortuna, Glücksborn, Glück-Auf und Dorothea. Im
gleichen Jahr ließ er das Hüttenwerk auf dem Posthof (Othfresen)
mit vier Hochöfen im Windsorstil erbauen. Um dieses Hüttenwerk an
das Bahnnetz anzuschließen, ließ er aus eigener Tasche eine 7,55 km
lange Bahnstrecke vom Werk bis Ringelheim bauen. Gleichzeitig wurde
eine Kleinbahnstrecke (78 cm Spurweite) mit einer Länge von 2,33 km
bis zur Grube Fortuna gebaut.
Die drei Schächte Rothe Rose, Fortuna und der
Tonnlägerschacht waren anfänglich nur dreißig Meter tief und wurden
erst in den zwanziger Jahren bis zur ersten Sohle, also
fünfundachtzig Meter abgeteuft. Der Bau des Hüttenwerks hatte 1869
begonnen und war 1872 vollendet, und die Verhüttung begann noch im
selben Jahr. Bereits im Jahre 1873 geriet das Werk in eine
wirtschaftliche Krise. Die letzte Eisenproduktion fand im Jahre
1874 statt. Auch für die Grube Fortuna gab es ein vorläufiges
Aus.
Strousberg hat einmal gesagt: "Alle meine
Unternehmungen standen in größter Prosperität, als das Missgeschick
über mich hereinbrach." Er geriet 1875 in Konkurs und wurde zu
Unrecht in Russland vorübergehend in Haft genommen. Im Herbst 1877
siedelte er nach Berlin über, wo er am 31. Mai 1884 arm, in
bitterer Not und von seiner Mitwelt schnell vergessen, seinen
Lebensabend beschloss.
Die Grube Fortuna stand in der Folgezeit
nacheinander unter Verwaltung verschiedener Bergbaugesellschaften,
unter anderem der Dortmunder Union, der Deutsch-Luxemburgischen
Bergwerk und Hütten AG und der Bergverwaltung Mitteldeutschland. In
den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände die
Erzaufbereitungsanlage "Fortuna II" gebaut. Am Südhang einer etwa
20 m hohen Abraumhalde konnte man mit wenig Energieaufwand das Erz
aufbereiten. Eine Benzollokomotive brachte das Erz vom damaligen
Stapelschacht, zuerst in Kipploren und später in den
Zwei-Tonnen-Förderwagen oben an die Aufbereitung.
Ein Backenbrecher zerkleinerte das Erz auf 80 mm
Korngröße. Außerdem war eine Hammermühle probeweise installiert,
die sich aber nicht bewährt hat. Mit einem Plattenband wurde das
Erz der Läuterung zugeführt. Eine Setzmaschine sorgte dann für das
weitere Aufbereiten. Ein Becherwerk beförderte das Halbkonzentrat
auf ein Sieb, wo es in verschiedene Korngrößen getrennt wurde. Im
unteren Teil der Anlage wurde das Konzentrat je nach Körnung
gebunkert und auf die 5 t fassenden, hölzernen Förderwagen der
Kleinbahn verladen.
Mit einer Dampflokomotive wurden die Erzzüge
über die 210-m-Sohle zum Verladebahnhof Othfresen-Posthof gefahren.
Die anfallenden Berge wurden in südöstlicher Richtung zu einer
größeren Halde aufgeschüttet. Ende 1938 hatte dann die ganze Anlage
ausgedient, nachdem sie durch eine große, moderne
Aufbereitungsanlage an der Grube Morgenstern ersetzt worden
war.
Der Cache:
Dieser anspruchsvolle Multi mit Start, 3
Zwischenstationen, Final und Bonus führt Euch zu den
interessantesten, heute noch zugänglichen Überresten der ehemaligen
Grube Fortuna. Zur Bewältigung dieser Runde, die Euch sicherlich
einige Stunden lang beschäftigen wird, ist unbedingt
Spezialausrüstung erforderlich. Neben einer zuverlässigen
Aufstiegshilfe (beachtet bitte meinen Nickname!) benötigt Ihr
außerdem einen Schlitzschraubenzieher sowie unter Umständen auch
einen Handspiegel, eine Taschenlampe und ein Schweizer
Taschenmesser.
Noch ein Hinweis zu Eurer eigenen Sicherheit:
Geht diesen Cache möglichst nicht allein, sondern als Gruppe an,
und überschätzt Euch bitte nicht! Die fünf Terrain-Sterne sind
absolut ernst gemeint. Wer diesen Cache nicht schafft, ist nicht
automatisch ein Weichei. Manchmal muß man auch seine Grenzen
kennen, an meine bin ich beim Verlegen jedenfalls gegangen!