Ein deutscher Fluss, der den Schwarzwald und die Oberrheinische
Tiefebene auf einer Länge von 95 km durchfließt. Sein Tal und die
Nebentäler bilden das größte Talsystem des Schwarzwaldes. Je nach
Definition ist das Kinzigtal die Grenze zwischen Nord- und
Mittlerem Schwarzwald oder Teil des Mittleren Schwarzwaldes. Sein
gesamter Verlauf liegt im Bundesland Baden Württemberg.Der Name des
Flusses soll keltischen Ursprunges sein.Der Flussnamen Kinzig ist
nach Adolf Bach und Bruno Boesch umstritten. Bach verweist auf die
Ableitung im nördlichen Breisgau, wo die Kinzigen „schluchtartige
Hohlwege im Löß“ bezeichnen. Im Oberelsass und in Graubünden
bedeuten die Flussnamen mit Kinzig „Schlucht“. Üblich ist eine
Ableitung aus dem Keltischen oder Vorkeltischen, Illyrischen. Wie
weit besiedelten die Kelten bzw. Vorkelten das Kinziggebiet und
welche Siedler gaben dem Fluss seinen Namen? Dies lässt sich aber
für die vorgeschichtliche Zeit kaum beantworten. Eine
schluchtartige Kinzig finden wir nur im Oberlauf.Ein völlig anderer
Flusslauf mit einst vielen Windungen treffen wir in Richtung
oberrheinische Tiefebene an. Mit der Murg bildete die Kinzig in der
Würmeiszeit ein gemeinsames Flusssystem (Kinzig-Murg-Fluss). Sehr
viele Bäche im Schwarzwald, so auch die Kinzig, wurde an
zahlreichen Stellen durch Wehre aufgestaut, dies ist eine andere
Form des Rückhalten von Wasser.Die größeren Wehre dienten vor allem
der Flößerei, die hier bis Ende des letzten Jahrhunderts eine
bedeutende Rolle spielte. Durch das schlagartige Öffnen der Wehre
wurden die Flöße mit der Wasserschwallung weitergetragen.
Viele,meist kleinere Wehre, wurden jedoch von Wiesenbesitzern
angelegt. Diese leiteten Wasser von den Aufstauungen seitlich über
Gräben auf die Wiesen ab, wo es auf den Flächen verteilt wurde, um
den Grünlandertrag zu steigern. Das Wasser wurde während seines
Laufs sehr vielseitig genutzt (Flößerei, Mühlen,Wiesenbewässerung).
Damit verbunden waren wirtschaftliche Interessen vieler Menschen,
und es bedurfte einer rechtlichen Regelung, wer wann und wie lange
das Wasser für sich in Anspruch nehmen durfte. Die Wasserrechte
hatten so große Bedeutung, dass sie im Grundbuch festgehalten
wurden, wo sie sogar heute noch als »historische Überbleibsel«
mitgeführt werden.