Skip to content

Frequency Traditional Cache

This cache has been archived.

the_muggle: und ab ins Archiv!

More
Hidden : 8/10/2008
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Radiogeschichte Österreichs

 

Der Sender Dobl bei Graz

Allgemeines:
 
Ab etwa 1930 begann man in Deutschland Großsender zu bauen. Darunter verstand man Anlagen mit Leistungen von 60 kW (z.B. Mühlacker) bis 120 kW (z.B. Leipzig). Parallel dazu ging die Entwicklung von Großleistungs-Senderöhren, mit denen zusehends immer mehr bestehende Sender auf größere Leistungen umgebaut wurden. Da durch die Leistungssteigerung auch die Reichweiten beträchtlich zunahmen, wurden benachbarte Sender mit gleicher Sendefrequenz in Gleichwellenbetrieb zusammengeschaltet.

1938 wurde der Deutschen Reichspost der Auftrag erteilt, für die Großsender einen Frequenzwechsel innerhalb weniger Minuten vorzusehen (bevorstehender "Ätherkrieg" in der Propaganda). Da diese Anforderung von den bestehenden Großsendeanlagen nicht erfüllt werden konnte, wurden völlig neue 100 kW Sender errichtet (u.a. Breslau, Hamburg, Heilsberg, Mühlacker, München, Dobrochov und Dobl).

Diese neuen "Umbausender" waren für verschiedene Frequenzen jeweils mit besonderen Steuerquarzen ausgerüstet, während sie sich, auf Eigenerregung umgeschaltet, in etwa 10 bis 20 Minuten auf jede beliebige Frequenz zwischen 500 und 1500 kHz abstimmen ließen.
 


Die Sendeanlage Dobl: Von rechts nach links die Kraftzentrale mit dem 1050 PS-Dieselaggregat, der Energietrakt mit den Transformatoren und Gleichrichtern, der Haupttrakt mit dem Sendesaal im Obergeschoss und dem früheren Siebraum im Untergeschoss (heute Studios von "Antenne Steiermark"), der ehemalige Verwaltungstrakt (heute Musikschule und Büros) - Ein bemerkenswertes Detail ist der "Renaissanceerker" im Obergeschoss links; hier befand sich das Büro des Sendeleiters.

Der 156 m hohe Sendemast dient heute als Antennenträger für Mobilfunk und Amateurfunk. Mit den Mieteinnahmen kann die Erhaltung finanziert werden.

 


Die Isolatoren an den Halteseilen, dahinter der Kühlturm für Sender und Dieselaggregat



Prinzipskizze des Sendemastes Dobl (h=156m, Abspannungen in 63m und 113m, Dachkapazitätsring mit 12m Durchmesser [1977 entfernt]).


Der Fußisolator mit der ehemaligen Sendeeinspeisung

Das Abstimmgebäude für die Antenne; die doppelt ausgeführte Speiseleitung vom Sendegebäude verläuft unterirdisch.


Betriebsgeschichte in Dobl
 
Etwa 15 km südwestlich von Graz entstand 1942 der "Großsender" Dobl mit 100 kW Sendeleistung und einem 156 m hohen Antennenmasten. Dieser Sender wurde vom "Reichsrundfunk" bis Kriegsende für Propagandasendungen in den Balkan verwendet. Der Sender Graz-Dobl (ursprünglich "Versuchsanlage G", "Sender Alpen") fügt sich in ein europaweites Sendernetz der Deutschen Reichspost. Diese Anlagen zählten zum Netz der DES ("Deutscher Europa-Sender"), von denen 56 im Jahr 1942 in Betrieb waren. Die – wie bei allen Sendeanlagen – zu Kriegsende vorgesehene Sprengung des Senders konnte vom Senderpersonal vereitelt werden.

Die Sowjets, die für kurze Zeit die Steiermark besetzt hielten, wollten den Sender demontieren und nach Wien bringen, wo alle Sendeanlagen zerstört waren. Man konnte sie jedoch davon überzeugen, dass beim Transport z.B. die Röhren kaputt gehen würden.

Wenig später übernahmen die Briten die Steiermark als Besatzungszone. Nun versuchte aber der wieder eingesetzte Rundfunkchef Oskar Czeija, den Sender nach Wien zu bringen. Diesmal waren erheblich mehr Überredungskünste notwendig, um dies zu verhindern.

Die BBC konnte diesen leistungsstarken Sender gut gebrauchen, um in die Balkanregion Sendungen auszustrahlen. Ab August 1948 wurden zuerst 2,5 Stunden, zu Jahresende dann 8 Stunden täglich in Tschechisch, Ungarisch, Serbokroatisch, Slowenisch, Rumänisch und Italienisch gesendet. Die Zuspielung aus London erfolgte per Kurzwelle und war sehr störungsanfällig.

1950 planen die Briten, die Sendergruppe "Alpenland" nach dem Vorbild von Radio Luxemburg in eine kommerzielle Gesellschaft umzuwandeln, die es ihnen erlaubt hätte, weiter Propagandasendungen über Dobl ausstrahlen zu können. Zudem verlor die BBC bei der Kopenhagener Wellenkonferenz 1948 den Standort Hamburg-Norden (120 kW), womit der Sender Dobl noch einmal eine Aufwertung erfuhr.

Die österreichischen Behörden waren stets der Ansicht, dass man den starken Sender in Dobl besser selbst nutzen könne, zumal der schwächere Sender Graz-St. Peter nicht einmal die ganze Steiermark vernünftig versorgen konnte, und forderten eine Freigabe durch die Briten. Am 15. März 1954 wurde die "Sendergruppe Alpenland" mit "Radio Wien" und "Rot-Weiß-Rot" zum Österreichischen Rundfunk vereint. Die "Sendergruppe West" (Innsbruck, Dornbirn) in der französischen Zone wurde erst 1955 eingegliedert.

Ab 1952 strahlte die "Sendergruppe Alpenland" auch ein 2. Programm aus. Für Graz stand aber nur ein 200 W-Sender zur Verfügung, der auf 519 kHz betrieben wurde.
 

Im Sendesaal: Von links nach rechts das Steuerpult, der Senderhauptteil mit den Endstufen 5 und 6 und dem Zwischenkreis, an der Wand der Antennenschalter, rechts davon die Modulationsstufen 1 bis 4.

Der wesentlichste Umbau des Senders betraf die Kühlung der Verstärkerröhren, die von eine Wasserumlaufkühlung auf eine Verdampfungskühlung umgebaut wurde, wofür ein Röhrensystem zur Ableitung des Dampfes installiert wurde.

Abstimmrad an der Senderendstufe 5

In ein Schutzglas eingeätztes Herstellerzeichen
Schaltschrank mit den Geräten zur Programmzuspielung (links) und zur Steuerung des Gleichwellenbetriebes auf 1025 kHz (rechts; 1959 erneuert).
 
Der Ärger über die Fremdnutzung des Senders Dobl verstärkte sich noch, als das 2. (nationale) Programm nur über einen 200 Watt-Sender in Graz übertragen werden konnte und somit nur im Stadtgebiet zu empfangen war. Erst im Laufe des Jahres 1954 konnte ein neuer 25 kW-Sender in St. Peter für das 2. Programm in Betrieb genommen werden. Noch prekärer wurde die Situation, als am 18. Juli 1954 die Frequenzen umgestellt wurden. Graz- St. Peter strahlte nun sein Regionalprogramm mit dem alten 15 kW-Sender auf der gleichen Frequenz wie Linz aus (1394 kHz), wodurch es im Winter ganztätig zu gegenseitigen Störungen kam. Ab 15. November 1954 musste der Sender St. Peter tagsüber abgeschaltet werden. Das Regionalprogramm für die Steiermark wurde nun über Dobl gesendet, sofern die BBC keine Sendungen ausstrahlte. Am 19. Juli 1955 stellte die BBC schließlich ihre Sendungen über Dobl ein.

Erst als am 26. August 1955 der Sender Linz auf die Frequenz 890 kHz, welche zuvor der US-Militärsender KOFA benützte, umgestimmt wurde, konnte in Graz ein regulärer Betrieb gefahren werden (Graz-St. Peter 25 kW Regionalprogramm auf 1394 kHz, Dobl 100 kW Nationalprogramm auf 1025 kHz).

1955 erfolgte die Erneuerung des Senders St. Peter und damit verbunden eine Leistungserhöhrung auf 25 kW. Ab dem 1. Oktober 1967 wurde Ö1 von Dobl auf 1025 kHz, ÖR weiter von St. Peter auf 1394 kHz ausgestrahlt. 1978 wurde die Ausstrahlung von "Österreich-Regional" über den Sender St. Peter eingestellt. Der Sender Dobl strahlte noch bis zum 1. März 1984 ein Mischprogramm aus.
 

Das 1050 PS starke Notstromaggregat stammt von 1939 und ist noch voll betriebsfähig.

Der technikhistorische Wert der Anlage

 
Durch die Zerstörung der Sendeanlage auf dem Bisamberg bei Wien im Mai 1945 war Dobl für einige Zeit der einzige moderne Großsender im damals noch besetzen Österreich. Erst im Jahr 1951 kamen zwei 100 kW Westinghouse-Sender in Linz/Kronstorf und Wien/Wilhelminenberg dazu (damals Sender der Gruppe "Rot-Weiß-Rot"). Was diese Sendeleistungen in Österreich betrifft, wurde erst 1959 mit 2x120 kW und 1975 bei Umbauten des Senders Bisamberg eine höhere Leistung installiert (600 kW am Tag, 240 kW bei Nacht). Linz/Kronstorf war nach 1955 im Gleichwellenbetrieb mit Dobl und von hier angesteuert. Beide strahlten das Programm Ö1 auf 1025 kHz (nach 1978 auf 1026 kHz) aus.

Die Anlage in Dobl stammt aus dem Jahr 1942 und ist bis auf einen Umbau der Leistungsendstufen und der Vorstufen bis heute in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Die gesamte Anlage ist auf größtmögliche Betriebssicherheit ausgelegt, die meisten Energieversorgungs- und Senderteile sind doppelt (umschaltbar) angelegt. Die hervorragende Verarbeitungsqualität zeigt sich sogar im Außenputz, der bis heute erhalten ist. Durch die im Vergleich mit ähnlichen Anlagen der Zeit auffällig großzügig angelegte Anlage war ein wochenlanger Betrieb ohne Energiezufuhr von außen möglich.

Damit ist der Mittelwellensender Dobl die einzige in Europa erhaltene Anlage dieser Zeit, die in dieser kompletten Form noch existiert.
 

Am 22. September 2002 war es anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" möglich, die Sendeanlage Dobl in allen Teilen zu besichtigen. Dabei entstanden die hier gezeigten Fotos.
 
Quelle: Peter Donhauser, Klaus Kada, Peter Rebernik. Technikhistorisches Gutachten zur Sendeanlage Dobl. Technisches Museum Wien 1993.

Weiterführende Links und Quelle:
http://www.sender-dobl.at/
http://members.aon.at/wabweb/frames/radiodoblf.htm

Additional Hints (Decrypt)

Fhrqbrfgyvpur Irenaxrehat

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)