Skip to content

This cache has been archived.

fortwo: Leider wurde auf die Reviewer-Notiz bislang nicht geantwortet. Deshalb erfolgte heute die Archivierung dieses Caches, d.h. er wird nicht länger auf den Listen auffindbarer Geocaches geführt. Sollten sich neue Aspekte ergeben nimm bitte Verbindung mit mir auf, die Archivierung lässt sich jederzeit wieder rückgängig machen.

Gruß
fortwo
('Official Geocaching.com Volunteer Reviewer ™')

[purple]ACHTUNG: Benutze bitte nicht die "Antworten" Funktion deines Mailprogrammes, um auf diese Nachricht zu reagieren! Du kannst mich
über diesen Link erreichen: http://www.geocaching.com/profile/?guid=80a1fdc0-669e-4ee2-9498-fdc2ff2034a0
[b]Bitte gib [u]immer[/u] den Wegpunkt (GCxxxx) deines Caches an![/purple][/b]
Die Info-Seiten der deutschsprachigen Reviewer: http://www.die-reviewer.info/

More
<

stolpersteine #2: die ermordung der schumms

A cache by nasamaister Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 09/03/2008
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   small (small)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:


Am 1. April 1933 riefen die Nationalsozialisten reichsweit zum Boykott jüdischer Geschäfte auf. Auch in Kiel zogen schaulustige Bürger in die Innenstadt, um Zeugen der Ereignisse zu werden. Vor dem Möbelgeschäft des Ehepaares Georg (*23.05.1873) und Hedwig Martha Schumm (*03.07.1877) in der Kehdenstr.16 bezogen kurz vor neun Uhr zwei SS-Männer Posten, um Kunden am Betreten des Geschäftes zu hindern. Der Sohn der jüdischen Kaufmannsfamilie - Rechtsanwalt Dr. Friedrich Schumm (*04.11.1901) - versuchte gegen 11Uhr das Geschäft seiner Eltern zu betreten. Hierbei kam es zu einem Handgemenge, ein Pistolenschuss löste sich und der SS-Mann Wilhelm Asthalter erlitt einen Leberdurchschuss, überlebte jedoch. Friedrich Schumm flüchtete, stellte sich jedoch am selben Tag der Polizei und wurde in das Polizeigefängnis Ecke Blumen-/Gartenstraße eingeliefert. Bewusste Falschmeldungen, etwa dass der SS-Mann getötet worden sei, heizten die Stimmung unter den Nationalsozialisten auf. SA- und SS-Männer plünderten das Möbelgeschäft und stahlen das vorhandene Geld. Anschließend zogen sie auf Befehl des NSDAP-Kreisleiters Behrens bewaffnet zum Polizeigefängnis und forderten die Herausgabe Schumms. Polizeipräsident Otto Graf zu Rantzau gab der Forderung nach, so dass ca. 30 Männer in das Gefängnis eindrangen, Friedrich Schumms Zelle aufsuchten und ihn sofort durch ca. 30 Schüsse ermordeten. Während der Ermordung saß sein Vater in der benachbarten Zelle. Die Mörder zogen danach unbehelligt ab. Die Leiche von Friedrich Schumm durfte nicht in Kiel beigesetzt werden und wurde auf dem Friedhof der Rendsburger jüdischen Gemeinde in Westerrönfeld beigesetzt.

Obwohl der genaue Tathergang bis heute nicht rekonstruiert werden konnte, erhielt Asthalter den „Blutorden” der NSDAP für seine Verletzung. Laut eigener Aussage vom Juli 1982 erhielt er nach einer Zivilklage gegen Georg Schumm eine Entschädigung in Höhe von 17.500 Reichsmark. Das entsprach dem 7-10 fachen seines damaligen Brutto-Jahreseinkommens. In den 1940er Jahren machte er Karriere innerhalb der SS und war in Belgien an der Deportation von Juden in Konzentrationslager beteiligt. Bis 1962 saß er in belgischer Kriegsgefangenschaft und lebte bis zu seinem Tod in den 1980er Jahren in Süddeutschland.

Die Familie Schumm zog später nach Hamburg. Den Geschwistern Friedrich Schumms und der Witwe gelang die Flucht nach Palästina. Die Eltern wurden 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Georg Schumm wurde hier am 01.10.1942 und seine Frau Hedwig am 24.02.1943 ermordet. Auf einer kleinen Gedenktafel, die in der Rathaus-Galerie (I.OG) angebracht ist, heißt es:

Geschichte darf sich nicht wiederholen: Nie wieder Nationalsozialismus und Rechtsextremismus!

PS: Da das Quellenmaterial zum Teil sehr dürftig ist, sind wir dankbar für Hinweise auf Fehler und weiterführende Informationen, die wir selbstredend in die Cache-Beschreibung einarbeiten werden.

Additional Hints (No hints available.)



Reviewer notes

Use this space to describe your geocache location, container, and how it's hidden to your reviewer. If you've made changes, tell the reviewer what changes you made. The more they know, the easier it is for them to publish your geocache. This note will not be visible to the public when your geocache is published.