Luftschutzbunker Multi-Cache
Peperoncino: Da die Dose jetzt zu oft gemuggelt wurde, schieben wir diesen Cache ins Archiv.
More
-
Difficulty:
-
-
Terrain:
-
Size:
 (micro)
Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions
in our disclaimer.
Ein kurzer Multi am Stadtrand von Metzingen
Am Ortsausgang von Metzingen Richtung Kohlberg haben im zweiten Weltkrieg die Franzosen einen Luftschutzbunker in den Weinberg hinein gegraben. Dabei wurde auf dem gegenüberliegenden Grundstück das damals dort vorhandene Loch mit dem gesamten Erdaushub aufgefüllt.
Der Bunker selbst geht recht tief in den Berg hinein, ist aber heutzutage wegen Teileinsturz nicht mehr betretbar. Als Kind haben wir hier oft gespielt und sind in den Gängen hin- und hergelaufen.
Gegenüber vom Luftschutzbunker findet Ihr an einer Bank die nötigen Informationen für das Finale.
Falls jemand noch weitere geschichtliche Hintergrundinfos zu diesem Bunker hat, kann mir diese gerne schicken. Dann ergänze ich sie hier an dieser Stelle.
Viel Spaß & Erfolg beim Suchen!
-----------------------------------------------------------------------------------------
Folgende Infos zum Bunker hat mir Geocaching-Kollege m.hotti zugeschickt, herzlichen Dank dafür:
Der Bunker wurde von Kriegsgefangenen in der Zeit von 1941-1945 gebaut. Die Gefangenen wohnten damals in den Baracken, die früher auf dem Bauhofgelände standen. Die Anlage in Metzingen war ein Außenlager des KZ-Heuberg, was Unterlagen aus dem Stuttgarter Archiv belegen.
Jeden Morgen mussten die Leute von den Baracken zur Baustelle und wieder zurück laufen. Eigentlich ein sehr kurzer Spaziergang heute, aber mit einer Essensration die zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel war und dies bei Wind und Wetter mit leichter Kleidung, war dies eine sehr große Leistung. Zum Teil versteckten die Anwohner Essen in den Mülleimern, die zur Abholung an den Straßenrändern standen. Einige Gefangenen wussten dies und durch Ablenken der Wärter kamen Sie so noch zu einigem Essen. Wurden die Gefangenen dabei entdeckt, wurden Sie fast zu Tode geprügelt.
Ursprünglich war geplant, dass die Gefangenen den Stollen mit einer geplanten Gesamtlänge von ca. 240 m per Hand, mit Hammer und Meisel das Ganze aus dem Schiefergestein brechen zu lassen. Da aber der Weinberg an dieser Stelle sehr hart war, wurden die Gefangenen mit Drucklufthämmern ausgerüstet. Was aber immer noch eine Knochenarbeit war. Die Loren wurden von Hand gefüllt, im Stollen gelagert. Wenn alle Loren voll waren, wurden die Gleise über die Straße gelegt und der Abraum auf die andere Straßenseite gekippt. Vor dem Krieg war das Gelände an dieser Seite ca. 4-5 m tiefer. Der ganze Park wurde aufgefüllt und auf das heutige Niveau gebracht.
Auslöser für den Stollenbau war, dass viele Firmen aus dem Neckarraum wegen der Bombenangriffe auf das ländliche Gebiet verteilt wurden. Die Arbeiter und die Bevölkerung hatten aber auf Grund der Firmenverlagerung sehr große Angst, daß die Angreifer die Bombenangriffe ebenfalls auf diese Gebiete verlagern. Daher wurde von der NS Führung beschlossen, mehrere Stollen bauen zu lassen. In Metzingen waren einmal 4-5 Stollen geplant, gebaut wurden nur zwei und die wurden auch nicht vollendet. Von den geplanten 240 m wurden nur ca. 180 m gebaut, die größtenteils zusammengefallen sind. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Bierkeller mit ca. 30 m länge. Von diesem Bierkeller wurde die Rückwand herausgebrochen und dann in den Berg gefahren. Die Anlage war aufgebaut wie ein U, mit einigen kurzen Seitengängen. Laut Bunkerbauverordnung musste die Stollenanlage eine Überdeckung von 12 m besitzen und alle 50 m einen Ausgang haben. Der Zweite Eingang ist sehr schnell zusammengebrochen, nach den die ganzen Einbauten und Stützpfosten herausgenommen wurden und zu Bauholz verarbeitet wurden. Der Rest ist in den Jahren danach eingebrochen.
An den Wänden waren links und rechts einfache Holzbänke angebracht, auf denen die Leute sitzen konnten. In den letzten Kriegsmonaten gab es Leute in Metzingen, die jede Nacht in den Stollen verbrachten. Bei einer Lufttemperatur von 8°C und einer Luftfeuchtigkeit von 99% und Dröhnenden Flugzeugen ist dies eine einprägende Erinnerung. Mein Vater selbst hat viele Nächte in der Bunkeranlage verbracht, als auf Stuttgart und Reutlingen Bombenangriffe geflogen wurden. Er hat Jahre später mit mir nochmals die einen kleinen Teil der Anlage besucht, war aber nicht imstande, den ganzen zu damaligen Zeit den noch betretbaren Teil zu besuchen. Ihm kamen damals gleich wieder die Bilder und die Erinnerungen hoch. Selten habe ich meinen Vater in einem solchen Zustand erlebt.
Die Arbeiter selbst wurden bei Luftangriffen aus dem Stollen geworfen oder in den Baracken eingeschlossen. Es durften damals nur die in den Firmen arbeitenden Deutschen und die deutschen Bewohner von Metzingen bei Luftangriffen in die Luftschutzstollen.
Da man leider nirgends etwas über die Menschen die die Stollenanlage bauen mussten findet, möchte ich wenigstens hier eine kleine Erinnerung an diese Menschen abgeben: Denk an sie wenn Ihr den Cache loggt.
- m.hotti -
Additional Hints
(Decrypt)
Znhre
Treasures
You'll collect a digital Treasure from one of these collections when you find and log this geocache:

Loading Treasures