
Rheinpegel
Düsseldorf
Der Rhein ist ein nahezu vollkommen industrialisierter Fluß. Zum
Ende des 19. Jahrhunderts hatte man begonnen, den Flußverlauf zu
begradigen und eine ständige mit Dampfschiffen befahrbare
Schifffahrtsrinne zu bauen. Gleichzeitig begann man direkt am Fluß
zu siedeln und auch Gewerbe wurden in großem Stile direkt an den
Rhein verlagert. Der günstige Transport von Handelsgütern per
Schiff machte dabei den Hauptanreiz aus. So siedelten sich in
Nordrhein-Westfalen in erster Linie stahlproduzierendes Gewerbe und
auch chemische Betriebe am Rhein an. Noch heute kann man deren
Einfluß auf die Führung des Flussbetts in Leverkusen, Köln,
Düsseldorf oder Duisburg unmittelbar erkennen. Gerade der Transport
von Erzen machte es aber erforderlich den einstmals flachen Rhein
in eine mehr oder weniger künstliche Rinne zu verlegen und nach
Möglichkeit dabei Rheinschlingen zu umgehen.
Nun hat aber sowohl die Wassertiefe als auch die Linienführung
eines Gewässers unmittelbaren Einfluss auf die Wasserstände und die
Fließgeschwindigkeit. Während ein Tropfen Wasser in der Zeit um
1880 noch 60 Stunden für die Strecke von Basel bis Mannheim
benötigte, so waren dafür in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts
nur noch 30 Stunden nötig. Die schnelle Fließgeschwindigkeit und
die immer dichter ans Ufer heranreichende Besiedlung ließen dabei
gleichzeitig die Wasserspeicherkapazität abnehmen. Das führte zu
immer extremeren Wasserstandsschwankungen, wobei insbesondere
Hochwassersituationen eine Bedrohung für die Bevölkerung
darstellten.
Im Zeitalter der Industrialisierung hielt man aber solche Gefahren
für technische Probleme. Man erhöhte einfach die Deiche. In
Nordrhein-Westfalen wurden bis in die 30er Jahre sämtliche
Reserveräume, d.h. Auen und Wiesen bewirtschaftet oder bebaut, so
dass es bei Hochwasser quasi kein Entrinnen und keine Lösungsoption
gab. Die weitere Vertiefung des Schiffahrtsweges und die Erhöhung
der Deiche führten aber immer weiter zu höheren und gefährlicheren
Flutwellen. Hier in Düsseldorf ist im Bereich der Altstadt die
Schiffahrtsrinne durch eine betonierte Wand (Rheinufertunnel) bis
an die Bebauung herangeführt. Trotzdem besteht hier keine
Hochwassergefahr, da die Wand mehr als 11,80m hoch ist.
Auf der gegenüberliegenden Seite dem Oberkasseler Ufer kannst Du
Sandbänke und jede Menge Schlamm und Geröll liegen sehen, dass der
Fluss dort angespült hat, weil die Flußgeschwindigkeit hier
langsamer ist, als auf der Düsseldorfer Seite.
Dieser Cache führt Dich an den Düsseldorfer Pegel. Viele Besucher
der Stadt versuchen auf den komischen Zifferblättern die Uhrzeit
abzulesen, aber bei uns in Düsseldorf liest man die Uhrzeit halt
vom Fernsehturm ab. Ein Flußpegel hat verschiedene Bezugsgrößen.
Wichtig dabei: Der Flußpegel zeigt nicht die Wassertiefe an!
Vielmehr zeigt der Pegel den Wasserstand oberhalb der Bezugshöhe
über N.N. des jeweiligen Ortes an. In Düsseldorf sind dies 24,48m.
Durch diese Bezugshöhe ist der Pegel unabhängig von der
geografischen Höhe des Ortes, durch den ein Fluß fließt. Zusätzlich
wird ein gleichwertiger Wasserstand angegeben. Dieser Wert gibt an,
bei welchem Pegel eine durchschnittliche Wassertiefe von 2,50m in
Fahrrinnen erreicht wird. In Düsseldorf beträgt dieser Wert 105cm.
Das heißt, dass bei dem Rekordniedrigwasser im Jahr 2003 mit 41cm
der Fluß schon ganz schön flach war.
Zusätzlich werden noch zwei Hochwassermarken bestimmt, die aber nur
für die Schifffahrt von Bedeutung sind. Die kritische Marke ist
8,80m ab der eine Schifffahrt nicht mehr möglich ist. Seit
Einführung der kontinuierlichen Pegelmessung 1879 war dies 22 mal
der Fall, zuletzt im Januar 2003.
Hydrologisch ist es so, dass die Fließgeschwindigkeit an der
Oberfläche eines Flusses am höchsten ist. Der Rhein fließt am Pegel
bei Normalwasser mit ca. 4km/h. Das ist deutlich zu schnell, um
gefahrlos zu baden.
Um die Hochwasser einzudämmen geht man heute andere Wege. Man
erschließt wieder Reserveflächen, die im Falle eines Hochwassers
geflutet werden können. Leider stehen aufgrund der vollständigen
Eindeichung in Nordrhein-Westfalen hierfür fast keine Flächen zur
Verfügung. Flächen in Rheinland-Pfalz und Holland, sollen aber die
Wasserkapazität der Rheinebene erhöhen und damit Hochwasser
abschwächen.
Nun zum Cache:
Die Koordinaten führen Dich zum weltbekannten Düsseldorfer Pegel,
einem Jugendstilturm. Hier kann bis zu einem Pegel von 10m über ein
System von kommunizierenden Röhren der Wasserstand auf eine Uhr
projiziert werden. Für höhere Wasserstände ist ein Balkenpegel
erforderlich, den Du zuerst suchen musst. Dort findest Du die
Jahreszahl eines Hochwassers mit 11,10m Höhe. Dies ist Antwort
A.
Gehe dann zurück zur Pegeluhr. Beantworte folgende Fragen:
(B) Was zeigt das
Zifferblatt auf der Westseite an?
(C) Wieviele
Rekordhochwasser haben in Düsseldorf die 10m-Marke
überschritten?
(D) Als letztes zeichne
eine Skizze zu dem System kommunizierender Röhren in einem
Pegelhaus. Hänge diese Skizze an Dein Log an.
Sende mir die Antwort über mein Profil bei GC.com. Wenn Deine
Antworten falsch sind, werde ich mich bei Dir melden. Solltest Du
nach drei Tagen nichts von mir gehört haben, darfst Du
loggen.
Wenn Du Lust hast, dann mache noch ein Foto von Dir im
Eingangstürchen des Pegels und hänge es Deinem Log an.
Viel Spaß! |