Nach dem I. Weltkrieg litten
viele Kinder in Wr. Neustadt an Hunger und Unterernährung. Sie
waren anfällig für Tuberkulose, einer schweren Erkrankung der
Lunge, die sehr ansteckend war und für viele zum Tod führte. Der
damalige Vizebürgermeister der Stadt Wr. Neustadt Josef PÜCHLER
entwickelte einen Plan zur Errichtung einer Heilstätte für
tuberkulosegefährdete Wr. Neustädter Kinder in Verbindung mit einer
Schule. Diese Heilstätte sollte im nahegelegenen Föhrenwald die
Möglichkeit zur Erholung bieten und "WALDSCHULE" heißen. Im Jänner
1919 beschloss der Gemeinderat die "Waldschule" zu bauen, und noch
im selben Jahr wurden 4 Baracken aus Holz aufgestellt.

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Die Kinder wurden mit der
Feldbahn von Wr. Neustadt in den Föhrenwald gebracht. Vom
Burgplatz, wo in der ehemaligen Zeughauskaserne (heute
Bundespolizeidirektion) ein Warteraum vorgesehen war, fuhr die Bahn
entlang der Gymelsdorfer Straße, über den Kehrbach und über die
"Bendek-Gründe" in den Föhrenwald. Die Fahrt musste bei den
Gleisanlagen der Aspangbahn unterbrochen werden. Die Kinder stiegen
aus, überquerten die Schienen und stiegen in eine zweite Garnitur
der Feldbahn wieder ein, die sie bis zur Schule brachte. Für diese
Strecke von 7 km wurde eine Fahrzeit von 35 Minuten benötigt.
Um den Kindern die tägliche
Fahrt von Wr. Neustadt in den Föhrenwald zu ersparen, wurde aus
Spendengeldern ein Schlafsaal gebaut.
Ab 1926 gab es ein Internat und
die FeIdbahn wurde überflüssig. Die Gleise wurden abmontiert. Die
Kinder wurden nun wöchentlich mit Autobussen gebracht.

Die
Feldbahntrasse mit ihrer Umsteigunterbrechung an der Aspangbahn ist
am Luftbild gut zu erkennen - durch die Verbauung ist dies in der
Natur bereits sehr schwierig. Ab dem Heuweg war es mir nicht mehr
möglich die Trasse zu identifizieren.
www.waldschule.at