Adolf-Kolping-Gedenkstein
Menden,
Waldemei

Der Einfall zu
diesem Cache kam mir bei der Cache-Serie
„Gotteshäuser“. Da hinter steht die Idee, frei von
irgendwelchen ideologischen Gedanken, eine Cacheserie aufzubauen,
die Kulturdenkmäler beinhaltet. Kulturdenkmale im rechtlichen
Sinne sind von Menschen geschaffene Gegenstände, die die Zeiten
überdauert haben und Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte
und Entwicklung darstellen und an deren Erhalt ein öffentliches
Interesse besteht. (Quelle: Wikipedia) Oftmals sind solche
Denkmäler jedoch in Vergessenheit geraten und der Hintergrund
erschließt sich den vorbeieilenden Zeitgenossen nicht mehr. Somit
soll der Cache dem geneigten Betrachter auch etwas über die
Geschichte des Denkmals vermitteln.
Horstel
Starten könnt ihr hier:
N 51°
25.489'
E 07°
47.627'
Nun ein kleines
Geschichtsrätsel:
Wie alt wäre Adolf Kolping
im Jahr seines Todes geworden? A =
______
Wann wurde Adolf Kolping
päpstlicher Geheimkämmerer? B = ______
Wie lange dauerte die
Bauphase der gesamten Kolpingsiedlung? C =
______
Wie viele Jahre nach seinem
Tod wurde der Kolpinggedenkstein in der Waldemei aufgestellt? D =
______
Das Denkmal findet ihr:
N51° 25.(A+B)/3 -
29
E007°
47.(C+D)+356
Ich wünsche den Cachern viel Erfolg und
eine fröhliche Jagd.
Adolf Kolping
der »Gesellenvater« und einer der Begründer des organisierten
katholisch-sozialen Vereinswesens im 19. Jahrhundert, * 8.12. 1813
in Kerpen als jüngster Sohn eines Schäfers und Kleinbauern, Peter
K., und seiner Frau Anna Maria, geb. Zurheyden, † 4.12. 1865
in Köln, dort in der Minoritenkirche beigesetzt.
K. entstammte einer kinderreichen
Tagelöhnerfamilie. Das vorbildlich und religiös geprägte
Familienleben sollte einen bleibenden Eindruck auf K. hinterlassen.
Die an der Familie orientierte Organisation seines Sozialwerkes hat
hier ihre Wurzel.
Als jüngstes und gesundheitlich instabiles Kind
konnte K. die einklassige Volksschule besuchen. Danach begann er
eine Schuhmacherlehre. Seit 1829 arbeitete er als Geselle. Auf den
Wanderjahren lernte er die erdrückende Not der Handwerksburschen
kennen. Da ihm der Beruf nicht die letzte Erfüllung schenkte,
eignete sich K. durch ausgebreitete Lektüre weitere Kenntnisse im
Selbststudium an. Trotz beruflicher Aufstiegsmöglichkeiten, ihm bot
sich u. a. die Einheirat in einen angesehenen Betrieb, entschloß er
sich zur schulischen Weiterbildung. Den letztlich ungeliebten Beruf
wollte er aufgeben, um Priester zu werden.
1837 bestand K. (24jährig!) die Aufnahmeprüfung
in die Tertia des Kölner Marzellen-Gymnasiums. Nach dem Abitur
(1841) studierte K. in München, Bonn und Köln. Zu seinen Lehrern
zählten Windischmann, Döllinger, Görres und Dieringer. In Bonn
vertrat K. energisch die Partei der Antihermesianer. Seine
Priesterweihe am 13. April 1845 überschattete der Tod des Vaters am
Vortag.
Die erste Stelle trat K. als Kaplan an St.
Laurentius in Elberfeld an. In dieser, durch die wachsende
Textilindustrie geprägten Stadt hatte K. die soziale Not der
Industriearbeiter täglich vor Augen. Ihrer Proletarisierung sollte
ein am 30.8. 1846 vom Lehrer Johann Gregor Breuer ins Leben
gerufener Gesellenverein entgegenwirken. K. wurde 1847 der zweite
Präses des Vereins.
Mit dem ihm eigenen Engagement formte er diesen
Verein zu einem Modell, das ihm geeignet schien, als Vorlage für
eine ganze Reihe weiterer solcher Einrichtungen zu dienen. K.s
ausgeprägte sozialpädagogische Begabung fand hier ihr adäquates
Betätigungsfeld. Unter enormem persönlichem Einsatz realisierte er
schließlich dieses Vorhaben, nachdem er 1849 als Domvikar nach Köln
berufen worden war. Die programmatische Schrift »Der
Gesellenverein« (1848/49) machte seine Ideen weit bekannt. Hinzu
trat eine intensive Publikationstätigkeit als Volksschriftsteller
und als Organisator der Gesellenvereine. Die Einkünfte aus dem
Schrifttum verwendete er zum weiteren Ausbau des Werkes. K.
redigierte das »Rheinische Kirchenblatt« mit den Beilagen
»Vereinsorgan« und »Feierstunde« (1850-54), die »Rheinischen
Volksblätter für Haus, Familie und Handwerk« (ab 1854), 17
Jahrgänge von Kalendern: »Katholischer Volkskalender« (1850-53),
»Kalender für das katholische Volk« (1853-66). Letztere schrieb er
zum größten Teil selbst. K. nahm in ihnen einen konservativen,
großdeutschen und ultramontanen Standpunkt ein. Eine umfangreiche
Reisetätigkeit diente der Propaganda seiner sozialpädagogischen
Reformideen.
Die direkte Einflussnahme auf die Sozialpolitik
war jedoch nur geringfügig. 1862 wurde K. zum Päpstlichen
Geheimkämmerer ernannt und gleichzeitig zum Rektor der
Minoritenkirche bestellt.
Bei seinem Tode hinterließ er ein wohl
organisiertes Werk, das 1933 den bisherigen Namen »Gesellenvereine«
in »Kolpingfamilie« umänderte. Aus den 418 Vereinen mit ca. 24.600
Mitgliedern in Deutschland, Österreich, Ungarn, den USA und der
Schweiz wurden bis heute ca. 300.000 Mitglieder im Internationalen
»Kolpingwerk«. K. hatte das Werk strukturiert als Organisation mit
paternalistisch-familiärem Grundzug. Die ursprüngliche Zielsetzung
war es gewesen, Familienväter mit einer aus der christlichen
Verantwortung erwachsenen Lebenseinstellung heranzubilden. Das
»Kolpingwerk« repräsentierte den Typ des kirchlichen Laienvereins
unter geistlicher Führung. Nach verschiedenen Öffnungsprozessen
gehören heute auch Frauen dem Werk an. Politisch vertritt das
»Kolpingwerk« die Interessen der Arbeitnehmer. Insbesondere in der
Dritten Welt setzt das Werk eigene Akzente in der
Entwicklungspolitik und -hilfe. A.K. wurde am 27.10. 1991 von Papst
Johannes Paul II. selig gesprochen. Der Papst würdigte sein Bemühen
um die Erneuerung der Gesellschaft unserer Zeit; K. wollte die
Christen aus ihrer Trägheit aufrütteln und sie an ihre
Verantwortung für die Welt erinnern.
Quelle:
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Band IV (1992) Spalten 357-361 Autor: Bernd Kettern
(Kleist–Leyden), Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7
Warum steht das Denkmal hier?
Von 1949 bis 1976 wurden mit Hilfe von
Kolpingmitgliedern die Siedlungen an der Waldemei gebaut. Alle
Häuser wurden mit Eigenleistung errichtet. Dieses stärkte natürlich
die Gemeinschaft. 1977 wurde dann der Kolping-Gedenkstein als
Erinnerung und Zeichen des starken Zusammenhalts und der
Gemeinschaft gebaut und vom heutigen Weihbischof aus dem Erzbistum
Paderborn, Manfred Grothe, eingesegnet.
Auch wenn die Idee zu dieser Cache-Serie eigentlich Denkmäler
umfassen soll, welche vielleicht schon in Vergessenheit geraten
sind, ist es bei diesem Denkmal etwas anders. Die Kolpingsche Idee
der Gemeinschaft (http://www.kolping-menden-heilig-kreuz.de/)
besteht hier am Obsthof weiterhin und wird regelmäßig durch die
Anwohner in Erinnerung gerufen.