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Borghorst im Zeitalter der Industrialisierung: 2 Traditional Cache

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mw2002: und tschüss

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Hidden : 8/13/2009
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:

Die Borghorster Warpsspinnerei


Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Bernhard Joseph Kock (1779-1859) der bedeutendste Leinenverleger in Borghorst. Er hatte selber keine eigenen Kinder, nahm sich aber zahlreicher Kinder aus Verwandtschaft und Bekanntschaft an und gab ihnen eine gute Ausbildung.

Die „Baumwoll Warps und Cops Spinnerei in Borghorst“ (Warps = Kettengarn, Cops = Hülsen) wurde am 09. März 1861 gegründet. Die Gründer der Firma sind in der nachfolgenden Übersicht gelb markiert.

Zudem gehörte zu den Gründern der BWS eine Franziska Kalthoff, geb. Kock. Ich vermute, dass Franziska eine Tochter von Engelbert Kock und damit ebenfalls ein Pflegekind von B. J. Kock war.

Die Entwicklung der Firma

Die BWS nahm ihren Betrieb wahrscheinlich erst 1864 auf, als man auf das Ende der Baumwollkrise hoffte. Bis zum Sommer 1865 musste das junge Unternehmen eine existenzbedrohende Durststrecke durchstehen, denn die Preise für Rohbaumwolle hatten sich infolge des Amerikanischen Bürgerkriegs seit 1861 verdreifacht.


alte Warps, ca. 1875

Nichtsdestotrotz liefen im Jahr 1880 in der BWS bereits 24000 Spindeln bei einer Belegschaft von 256 Personen. 1893 waren sogar 25000 Spindeln in Betrieb.

24 Jahre nach der Gründung erfolgte die Umwandlung der offenen Handelsgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft.

1906 wurde die Spinnerei und Weberei „Borghorster Aktiengesellschaft“, die aus der Firma Brader, Rabe & Co. hervorgegangen war, inklusive der Bleicherei und Färberei Nünningsmühle, von der BWS übernommen.

1907 zerstörte ein verheerender Brand die Spinnerei und Weberei an der Gantenstraße, doch mit dem Wiederaufbau wurde noch im selben Jahr begonnen.

Am 01. Oktober 1907 schied Franz Kock aus der BWS aus, um die Leitung der neu gegründeten Spinnerei Gebrüder Kock zu übernehmen.

Nach der Inflation und dem Scharzen Freitag 1929 – die Baumwolle stand mit 18 Dollar-Cents auf dem niedrigsten Stand – geriet auch die Borghorster Warps-Spinnerei in eine bedrohliche wirtschaftliche Situation. Die schlechte wirtschaftliche Lage und jahrelange Kurzarbeit in der deutschen Textilindustrie zwang die BWS 1931 zur Aufgabe des Werkes Emsdettener Straße. Ein Teil der hier beschäftigten Mitarbeiter wurde vom Betrieb Gantenstraße übernommen, um eine zweite Schicht einzurichten. Der Betrieb an der Gantenstraße wurde 2006 eingestellt.

Die Fabrik an der Emsdettener Straße

Als die Fabrik an der Emsdettener Str. 1861 errichtet wurde, gab es noch keine Autos oder LKW, die in Serie produziert wurden. Gängige Transportmittel waren die Eisenbahn oder Pferdekutschen.
Die Eisenbahnstrecke Münster – Rheine (über Emsdetten) ging bereits 1856 in Betrieb. Die Eisenbahnstrecke Münster – Gronau (über Borghorst) dagegen erst 1875. Die ersten Warenlieferungen haben ihren Weg also bestimmt über Emsdetten gefunden. Daher war der Standort an der Emsdettener Straße aus damaliger Sicht durchaus attraktiv.

Über dem Hauptportal des viergeschossigen Gebäudeteiles an der Emsdettener Str. war eine Madonna auf einer Konsole angebracht. Daher war das Werk auch unter dem Namen „Muttergottes Spinnerei“ bekannt.

Als im Jahr 1931 die Stillegung der Fabrik erfolgte, begann auch der Verfall der Anlage. Davon blieb auch die Marienfigur nicht verschont.


alte BWS, ca. 1956

1973 erwarb die ehemalige Stadt Borghorst das Grundstück der „Alten Warps“ zum Zwecke der Sanierung mit finanzieller Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach der kommunalen Neugliederung, die am 01.01.1975 in Kraft trat, wurde planungsrechtlich festgelegt, dass auf dem städtischen Gelände der früheren „Alten Warps“ das Rathaus der jungen Stadt Steinfurt erbaut werden soll.


alte BWS, ca. 1956

Die Muttergottesfigur wurde restauriert, die Fabrikruine hingegen im Sommer 1977 abgebrochen und der 40 m hohe Schornstein gesprengt. Während der Bauzeit des heutigen Rathauses fand die Muttergottesfigur vorübergehend einen Platz an der Westfassade der Marienschule. Heute ziert die qualitätsvolle Statue aus dem 19. Jahrhundert, die aus Baumberger Sandstein gearbeitet wurde, die Eingangshalle des Rathauses. Sie ist das letzte Überbleibsel der alten Fabrikanlage.

Zum Cache:
Dort, wo die "alte Warps" stand, befindet sich heute das Steinfurter Rathaus. Um einen ausreichenden Abstand zu anderen Cachen einzuhalten, musste ich den Cache auf der Rückseite des Geländes legen. Zu den Öffnungszeiten des Rathauses kann die im Text beschriebene Muttergottes Figur im Foyer des Gebäudes angesehen werden. Auf dem Cache findet Ihr einen Hinweis für den Bonus.

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