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Borghorst im Zeitalter der Industrialisierung: 3 Traditional Cache

This cache has been archived.

mw2002: und tschüss

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Hidden : 8/13/2009
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:

Die Firma Arnold Kock



Die alte Fabrik der Firma Arnold Kock befindet sich direkt im historischen Zentrum von Borghorst. Anfang Dezember 1811 wurde das freiweltlich adelige Damenstift aufgehoben. Damit einher ging auch der Verkauf von Gebäuden und Länderein.

Das Textilgewerbe blühte im Münsterland bereits vor der Industrialisierung. Die großen Händlerfamilien waren – auch über die Grenzen der einzelnen Ortschaften hinweg – häufig miteinander verwandt und verschwägert. Und sie verfügten über Kapital. Daher verwundert es nicht, dass ehemalige Besitzungen des Damenstifts im alten Zentrum von Borghorst nun in das Eigentum von Textilhändlern übergingen.

1861 entstand an der Oststraße (heute Arnold-Kock-Str.) die erste mechanische Weberei mit 96 Webstühlen, die von einer Hochdruck-Dampfmaschine von 12 PS betrieben wurden. Sie wurde von den Schwägern Anton Brinkhaus und Heinrich Wieschebrink gebaut. Der Betrieb wurde während der durch den amerikanischen Bürgerkrieg ausgelösten Baumwollkriese aufgenommen. Bereits 1865 wurde Konkurs angemeldet. In den 1870er Jahren hielt sich das Unternehmen als Lohnweberei für andere Firmen über Wasser und wurde 1875 schließlich von Arnold Kock (sen.) aufgekauft.

Nach den Angaben auf der Homepage der Fa. Arnold Kock beginnt die Firmengeschichte dieses Unternehmens jedoch bereits 1925 mit dem Betrieb einer Nesselweberei. Auch hier wird wieder deutlich, dass „Weberei“ nicht zwangsläufig mit „Fabrik“ gleichzusetzen ist. Die Ursprünge des münsterländischen Textilgewerbes liegen noch weit vor dem Zeitalter der Industrialisierung.

Bis 1878 wurde die Zahl der Webstühle auf 131 erhöht. Nach dem Tod von Arnold Kock (sen.) übernahm sein Sohn Eduard die Firma. Im Jahre 1887 wurde der 300. und im Jahre 1889 der 400. Webstuhl in Betrieb gesetzt, die Belegschaft wuchs auf 244 Personen.

1895 wurde der Weberei an der Oststraße eine Schlichterei, Färberei und Bleicherei angegliedert. Die Bleicherei wurde aber schon 1896 nach Wilmsberg verlegt. Dort versprach man sich bessere Wasserverhältnisse.

Nach dem Tod von Eduard Kock wurde das Unternehmen von Arnold Kock (jun.) geleitet. 1950 wurde Borghorst zur Stadt. 1954 wurde Arnold Kock (jun.) ihr Ehrenbürger.

Der Websaal III (Ecke Arnold-Kock-Str. – Rubenstr.) ist der jüngste Websaal. Von ehemaligen Kock-Mitarbeitern wird er auch als „Automatensaal“ bezeichnet. Er ist unterirdisch mit den anderen Websälen verbunden. Dort, wo er heute steht, befand sich früher eines der 4 Kanonikate des Damenstifts.



Fa. A. Kock um 1955

1990 wurde die Produktion an der Arnold-Kock-Str. eingestellt. Lediglich der Werksverkauf blieb noch für einige Jahre in dem ehemaligen Pförtnergebäude.
Die Websäle I und II befinden sich heute in Bank-Besitz, der Websaal III wurde von der Stadt aufgekauft. Über seine weitere Nutzung gab es in jüngerer Vergangenheit häufig Diskussionen.

Die Firma Arnold Kock ist das einzige große Borghorster Textilunternehmen, das während des Zeitalters der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstand und bis heute besteht. Dennoch wäre es übertrieben zu behaupten, dass der Untergang der münsterländischen Textilindustrie spurlos an ihm vorübergegangen ist. Auf der Homepage ist schlicht zu lesen:

2003
Die Daun-Gruppe, einer der weltgrößten Textilkonzerne, beteiligt sich an der Arnold Kock Textil GmbH.

Dies ist wohl nichts weiter als der Verweis darauf, dass die Herrschaft der einst großen und einflussreichen einheimischen Textilunternehmer-Familien am Ende der Globalisierung weichen musste.

Zum Cache:
Es ist wohl nicht übertrieben, diesen Ort als "Lost Place" zu bezeichnen. Auf dem Cache findet Ihr einen Hinweis für den Bonus.

Additional Hints (Decrypt)

Zntargvfpu

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)