Die produzierende Mühle besitzt eine Turbine mit 70 kW/h
Leistung. Bis zu 25 t Dinkel, Weizen und Roggen kann sie
verarbeiten. Der handwerklich geführte Traditionsbetrieb feierte
2006
sein 500-jähriges
Bestehen. Von Mai bis September finden jeden Mittwochnachmittag
Mühlenführungen statt.
Kurze
Chronik:
1506
1. urkundliche Erwähnung.
Der Traunsteiner Bernhard Kraiblinger kauft die "erzbischhöfliche
Stiftsmühle zu Vogling" vom Müller
Stefan Scheibel. Ein Zinsstreit mit dem Salzburger Domkapitel
beutelt die Mühle 18 Jahre lang und führt zu mehrfachem
Besitzerwechsel.
1671
Die 30 Jahre Kriegswirren und Brände haben fast alle Aufzeichnungen
vernichtet. Bekannt ist lediglich ein Dokument,
das Anton Jocher als Besitzer der "Sankt Johannser Mühle"
aufweist.
1782
Über 100 Jahre saß die Familie der Müller(in) Salome Berger auf der
Mühle.
1853
Das Erbrecht an der Mühle geht von den Salzburger Domherren auf das
Kgl. Renteamt Traunstein über. Bedeutsam ist der Bau der
Soleleitung, deren Reste sich ja immer
noch finden lassen. Das Hauptsalzamt verwaltete daher diesen
Abschnitt der Traun. Bis 1895 wird Leinöl zur Beleuchtung
hergestellt.
1895
Einbau des ersten elektrischen Generators Modell 1885. Dieser steht
heute als frühere technische Großtat im
deutschen Museum München.
1897
Anton Knerr erwirbt die Mühle und verleiht ihr ihren heutigen
Grundriss. Bald darauf wird die Heutau mit elektrischer Energie aus
der Mühle versorgt.
Die Familie Knerr hat mehrere Pächter. Die Mühle und die noch junge
Elektrizitätsversorgung leider sehr unter den damaligen
Sommerdürren, die den Mühlenbetrieb
teilweise unmöglich machten.
1926
Trotz der unregelmäßigen Wasserführung der Traun baut Lorenz Knerr
eine neue Turbinenanlage.
Diese läuft noch heute.
1938
Der 29-jährige Obermüller Emil Salzeder aus Burghausen und seine
Frau Maria aus Wasserburg kaufen die durch häufigen
Besitzerwechsel
und Wassermangel arg gebeutelte Mühle und machen sie wieder
arbeitsfähig.
1940
Zusätzlich zur weltweiten Katastrophe kommt ein Hochwasser der
Traun und zerstört das Mühlenwehr vollständig.
Das fast fertig wieder aufgebaute Wehr wird sogleich vollständig
weggespült. Ein schwerer Rückschlag für das junge
Handwerkerpaar.
Das schließlich doch noch fertiggestellte Wehr hält noch
heute.
1950
Ein Deutz Einzylinder-Dieselmotor mit 17 PS wird in Betrieb
genommen um dem leidigen Wassermangel zu begegnen.
1963
Der Preisverfall bei Mehl und Mehlprodukten zwingt zur
Rationalisierung. Die Mühle wird mit grossem Aufwand zur
"Durchlauf-Mühle" mit pneumatischer
Überhebung umgebaut. Die Belegschaft wird drastisch
reduziert.
1984
Verbesserungen an der Förder- und Sichteinlage sowie der
Mahlleistung werden vorgenommen. Zwei grosse Plansichter werden mit
einem Kran durch das
Dach der Mühle gehoben. Durch den Einsatz zusätzlicher elektrischer
Antriebe ist die Mühle heute unabhängig von den Wasserschwankungen
der Traun.
1991
Zusätzlich zur 1926 eingebauten Voith-Turbine wird eine moderne
Franzis-Turbine in Dienst gestellt.
2002
Ein Hochwasser im August setzte die Mühle bis zu einem Meter unter
Wasser und richtet an Wehr und Mühle schwere Schäden an.
Heute
Mittlerweile ist die Mühle Sankt Johann im Vergleich zu
Industriemühlen eine Kleinstmühle aber sie gibt sich nicht
geschlagen und stellt Mehl und Schrot her.
Mit Getreide von
bayerischen
Bauern, mit der
Wasserkraft der roten Traun
und
ohne Chemie und
Gentechnik.
Der Cache:
befindet sich, leicht abgesetzt von
der Mühle, bei den Koordinaten
N 47° 49.196
E 012°
40.709
und wartet dort in seinem winterfesten Versteck auf seine
Finder.
Wenn Ihr Zeit habt, besucht unbedingt das Mühlen-Museum.
So....das war es schon wieder von mir. Ich wünsche Euch wie immer
jede Menge Spass, ein paar lehrreiche Minuten und allzeit happy
hunting.
Euer
sergeant_tom