Bernhard Lemling, einer der berühmtesten Dichter der Eifel
(auch der „Eifeldichter“ genannt), verfasste einst folgendes
Gedicht:
Et Pinnemänchen
Beih em Felsen an dm Bösch sötzt en Zwäag uhn sengem Dösch,
roocht seih Peifchen, streicht d’ Boat nest ald emoal un grummelt
hoat.
Moat doa op de Oawendstunn wu jed Kand seng Roh soll hun.
Lätt et Gläkchen daa bum, bum, micht häan rischt e recht
Gebrumm,
höllt en Himerchen zua Hand un e Säkchen vuhn dr Wand.
Schleicht daan an et Doaf eroaf, brummt noach ehs: ’t as Zeit zum
Schloaf!
Leeft e Kand noach op dr Gaaß micht daat hihm su richtig
Spaaß
däam ze kloapen daa wie doll Pinnen an – dn Hinner voll.
Op daat Kand och kreischt un kloagt – daat hat häan noach nie
verjoagt,
neen – häa kret et schung eran. – Kand, behal dia daat am
Sann:
Loof, wann ’t Gläkche lätt bum, bum, net meh op dr Stroaß
erum!
Und für alle, die des Sülmer Dialektes nicht mächtig sind:
Das Pinnemännchen
Ei, kennt ihr nicht den kleinen Mann im Felsenspalt „Zum grünen
Tann“,
das Zwerglein klein, das Zwerglein schlau, mit hohem Hut und
Jäcklein blau?
Am Tag ist’s still in seinem Haus, das Eichhorn kehrt nur ein und
aus,
doch wenn die Abendglocke schallt, verläßt es Höhle, Fels und
Wald,
trägt nach ein Säcklein, prall und voll, ein Hämmerlein und
schleicht voll Groll
im Dorf die Gassen kreuz und quer, und wo ein Kindlein noch
umher
zu Spätstund tollt, dem klopft es – tapp! du Lausekind, schieb ab,
schieb ab!
Schuhnägel in sein Hinterteil und bringt ihm bei die rechte
Eil;
ob es auch heult und schreit und flennt – das Zwerglein gar kein
Mitleid kennt –,
ihr Kindlein – drum nehmt euch in acht: Pinnemännchen schleicht
herum zur Nacht!
Dieses Gedicht entstammt einer alten Volkssage. Der Sage nach
soll sich der Felsenspalt „Zum grünen Tann“ im Wald zwischen Sülm
und Dahlem an den oben angegebenen Koordinaten befinden und dort
kann man heute auch einen Cache finden.
Viel Spass