Der Brief an den ältesten Sohn
Vor einiger Zeit fielen mir die Tagebücher meines Vorfahren, des "Michel Baron d'Hobbit'que" in die Hände.
Den Aufzeichnungen zurfolge hat er von seinen Reisen nach Mittelamerika große Schätze mitgebracht, die er immer mit sich führte.
Aus Angst vor Räubern verbarg er diese aber immer an geheimen Orten, deren Lage er nur in Geheimbotschaften seinen 3 Söhnen mitteilte.
Im Jahre 1787 besuchte mein Urur....großvater auf Einladung des späteren Herzogs Peter I. (Peter Friedrich Ludwig (PFL)) Hude zur Feier des 555. Geburtstages des Klosterortes.
In den Aufzeichnungen des Oldenburger Chronisten ist zu lesen, dass „ Seyne Hoheit, der Fürstbischoff von Lubecke, (Peter I. nahm den Titel „Herzog“ erst nach dem Tode des Erbprinzen Friedrich Wilhelm im Jahre 1823 an) sehr angetan sey von den Schätzen des Barons, und er derley prunkvolles Geschmeyde nie zuvor gesehen.“
Der Baron d’Hobbit’que und PFL scheinen sich auch sonst sehr gut verstanden zu haben. PFL nutzte die Gelegenheit, um Neuigkeiten über den französischen Herrscher Ludwig XVI. und Marie-Antoinette zu erfahren.
d'Hobbit'ques Brief an seinen zweiten Sohn
Ob PFL ihm als Dank für die Neuigkeiten aus Paris ein Haus am Hafen überließ oder gegen einige der gezeigten Schätze verkaufte ist heute nicht mehr zu recherchieren. Dass d’Hobbit’que jedoch eine ganze Weile dort verbrachte, gilt als gesichert.
Überliefert ist, dass der Baron besonders dankbar war, dass das Schlafzimmer mit einem großen Fenster in Richtung Westen versehen war, das es ihm ermöglichte, den Sonnenuntergang in aller Ruhe zu betrachten – eine Marotte, die all seine Steuerleute an den Rand des Wahnsinns brachte, da der Baron stets darauf bestand, dass das Schiff genauso ankerte, damit seine Durchlaucht von seiner im Heck gelegenen Kajüte aus den Sonnenuntergang betrachten konnte – auch bei dem hiesigen „Schietwetter“.
Noch im Jahre 1787 verstarb er Gerüchten zufolge an den Folgen zu hohen Alkoholgenusses auf seinem Schiff. Man sagt, er sei „in einem Eychenfasse voll des Huder Klosterbräues ertrunken“. Etwas glaubwürdigere Chronisten jener Zeit berichten von einem "Franzmanne, de besopen im Moor bleeben is." Dafür spricht, dass das Dokument mit der Peilung bei Ausgrabungen im Wittemoor Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gefunden wurde, und anhand der Schrift wohl sicher ist, dass das Dokument von d'Hobbit'que stammt.
Nach seinem Tode übernahm der 1. Offizier T. Tournesol die im Hafen liegende Korvette und brachte sie nach Frankreich zurück.
Viele Jahre suchten die 3 Söhne im Hause ihres Vaters nach einer Schatzkarte oder anderen Hinweisen auf den Verbleib - vergeblich. Möglicherweise kannten sie den Ankerplatz, die Peilung zum Schatz aber, die er vermutlich erst kurz vor seinem Tode niederschrieb hatten sie wohl nicht. Schließlich gaben sie die Suche auf und kehrten enttäuscht nach Frankreich zurück. Den Nachlass überließen sie dem örtlichen Lumpensammler E. Beier.
Der Brief an den Jüngsten, dessen Namen er sich scheinbar nie merken konnte - oder lag es am Klosterbräu?
Im Zuge meiner Ahnenforschung stieß ich auf jenen französischen Zweig meiner Vorfahren und war nicht wenig erstaunt, als mir in einem Oldenburger Antiquariat jene Tagebücher in die Hände fielen, die von seinen Reisen erzählten.
Natürlich fand ich in diesen Tagebüchern keine Hinweise auf den Verbleib des Schatzes, mir fiel aber auf, dass er in der Beschreibung Hudes auf die Lilie besonders einging.
Wie vermutlich auch schon seine Söhne vermutete ich, das besondere Interesse meines Vorfahrens an der Lilie beruhe auf dem Zusammenhang zum französischen Könighaus, welches die Lilie seit Jahrhunderten als Königssymbol verwandte, bis mir auffiel, dass eine Lilie in der Heraldik aus DREI Blättern besteht. Ich vermutete nun eine Zusammenhang zwischen der Lilie und seinen Söhnen und machte mich in Hude auf die Suche nach Lilien aus dieser Zeit.
Ich untersuchte die mittelalterlichen Fliesen, die bei Ausgrabungen zutage gefördert wurden ebenso wie alte Bilder aus jener Zeit.Sogar 3stämmige Bäume nahm ich in Augenschein - aber abgesehen von einigen mit „GC“ gekennzeichneten Tupperdosen blieb meine Suche erfolglos.
Die wichtigste Peilung unserer Familiengeschichte
Dann - fast genau 222 Jahre nach dem Tode meiner Urur...usw. erblickte ich beim sonntäglichen Cachen ein Gebäude und erkannte in den andersfarbigen Ziegeln am Giebel eine Lilie. Da wurde es mir klar. HIER also hat der Baron gewohnt, nicht direkt am heutigen Stau in Oldenburg, wie ich immer vermutet hatte.
Nun, die Bewohner schienen nicht zuhause zu sein, kein Nachbar weit und breit zu sehen, also schnappte ich mir eine im Garten herumliegende Leiter uns untersuchte die Lilie genauer. Und tatsächlich: Jeder dieser Steine wies eine kleine Bohrung auf, aus der ich vorsichtig 3 Pergamente herauslösen konnte.
Doch obwohl die Pergamente in Deutsch verfasst waren, verstand ich ihren Sinn nicht. Helft mir, im Jubiläumsjahr Hudes und zum 222. Todestages des Michel Baron d’Hobbit’que den Schatz meiner Familie zu finden und ewiger Dank wird euch nachschleichen.
Für die Zweifler hier die Quersummen: 34/30