Die Geschichte ist eng verbunden mit der sogenannten Wesermission irischer und schottischer Mönche, die um das Jahr 1000 entlang des Flußlaufes den christlichen Glauben verbreiteten. Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit 3000 bis 1700 v. Chr. belegen jedoch bereits für diesen Zeitraum erste Ansiedlungen in der Friller Flur. Urkundlich wird Frille zum ersten Mal 1168 als “Vrigelde” und 1222 als “Vrilethe” erwähnt.
Frille war Sitz eines alten sächsischen Volksgerichtes, eines Go-Gerichtes, das auf dem Freithof tagte. Dieses germanische Go-Gericht, das den Kern der späteren Dauerbesiedlung bildete, befand sich vermutlich an der Stelle der heutigen Kirche. Wegen des dortigen Gerichtssitzes und auf Grund der verkehrsgünstigen Lage an der “antiqua via regia”, dem alten Königsweg, sowie der Nähe zur Weser lag Frille schon früh im Brennpunkt von Machtbestrebungen. Die Interessen der Edlen vom Berge, auf der Schalksburg an der Weserpforte ansässig, und der Grafen von Schaumburg prallten in Frille aufeinander.
Die Edlen vom Berge, von den Mindener Bischöfen zu deren Kirchenvögten gemacht, breiteten ihre Machtbereiche zielstrebig Weser abwärts aus. 1264 bereits hatten sie im Holzgericht der Friller Mark, im Holthing, ihre Zustimmung zu geben. 1328 erwarben sie das Go-Gericht Frille über die Kirchspiele Frille, Dankersen und Lerbeck.
Aber auch die Grafen von Schaumburg vergrößerten ihre Macht und versuchten, der Aue folgend bis an die Weser vorzudringen. Der Streit um den Friller Wald verschärfte noch die Situation. Der Grenzverlauf zwischen dem Fürstentum Minden – später Preußen – und dem Fürstentum Schaumburg-Lippe führte zu dieser Zeit zu Grenzstreitigkeiten und somit zu einem zweigeteilten Dorf; eine Situation, die erst mit der Gebietsreform 1971 bereinigt wurde. Zwischenzeitlich änderte sich der Grenzverlauf jedoch mehrfach. Im Staatsvertrag von 1885 zwischen Preußen und Schaumburg-Lippe wurde der Grenzverlauf, der bis zum 30. September 1971 gültig war, endgültig festgelegt.
Neben dieser Grenze verlief außerdem durch den bischöflichen Teil Frilles eine Verwaltungsgrenze. Daher gab es bis zur Gebietsreform zwei Ortschaften mit den entsprechenden Einrichtungen wie Bürgermeister, Schule etc. Ferner besaß die Komturei Wietersheim in Frille über 22 eigenbehörige Stätten die niedere Gerichtsbarkeit. Für die Bewohner des Ortes war die jeweilige Zugehörigkeit im Hinblick auf die große Politik sehr wichtig. 1866 wählte Schaumburg-Lippe die Neutralität, sonst hätten unter Umständen Nachbar gegen Nachbar kämpfen müssen.

Zu diesem Cache:
Macht einen kleinen Rundgang durch das Dorf Frille. Die Startkoordinaten sind gleich Station 1. An den einzelnen Stationen müsst ihr dann nach Jahreszahlen suchen. Länge der Wegstrecke ca. 1.5 km.
Station 1:
Ihr steht hier vor der ehem. Schaumburg-Lippischen Schule. Heute wird sie als Gemeindebüro, Kirchen- und Gemeindearchiv genutzt. Wann wurde diese als einklassige Volksschule erbaut? = A
Station 2:
Wir befinden uns nun vor der Friller Kirche. Vermutlich standen an dieser Stelle schon mehrere Kirchbauten. Die Gemeindegründung mit dem ersten Kirchenbau geht auf die Zeit um welches Jahr zurück? = B
Station 3:
Hier tagten in früherer Zeit das Gogericht und das Holzgericht. Dreht euch um und sucht ein Haus mit einem Türbogen, darin findet ihr eine Jahreszahl über dem Eingang und ihr habt = C
Station 4:
Ihr steht nun vor der alten Molkerei, die heute die Heimvolkshochschule beheimatet. Wann gründete Herman Schäkel die Molkerei in Frille? = D
Station 5:
Der im Jahre 1973 gegründete Mühlenverein im Kreis Minden-Lübbecke e.V. hat für die Wartungs- und Reperaturarbeiten der Mühlen die Hofstelle Koch als Mühlenbauhof hergerichtet. Wann wurde dieses Gebäude erbaut? = E
Station 6:
Bis Mitte der zwanziger Jahre befand sich hier einer der Dorfbrunnen. Dieser Brunnen ist 9m tief und 1m breit. In welchem Jahr wurde er freigelegt und nach einem alten Foto rekonstruiert? = F
Station 7:
Aus Anlass der Zusammenlegung der beiden politischen Gemeinden preußisch und bückeburgisch Frille wurde dieser Stein aufgestellt. Mit den beiden Wappen – der lippischen Rose und dem Westfalenross – erinnert er an diese Vereinigung. Wann wurde dieser Stein aufgestellt? = G
Station 8:
Hier wurden die preußischen Schüler unterrichtet. Nach Auflösung der bückeburgischen Schule 1958 mussten hier alle Schüler des Dorfes am Unterricht teilnehmen. Wann wurde diese preußische Schule erbaut? Schaut etwas höher hinauf. = H
Station 9:
Ihr steht nun vor der alten Speicher, dieser schöne Fachwerkspeicher wurde wieder hergerichtet. Wann wurde dieser Speicher erbaut? = I
Final:
Den Final findet ihr, nachdem ihr folgende Berechnung duchgeführt habt. Nehmt bitte von jeder Jahreszahl, welche ihr euch notiert habt, die Quersumme. Und zwar bis nur eine einstellige Zahl übrig bleibt (Beispiel: 1996 = 25 = 7). Setzt diese Zahlen dann folgendermaßen ein
N52° D(H-I) . (B+H)I(C-B) E008° AG . (A+B)(H+B)F
Inhalt:
Logstreifen und Stashnote. Stift bitte selber mitbringen!
