Der Stadtrundgang Bad Sobernheim (BS) ist entstanden im Laufe
einer Projektwoche
„Vielfalt tut gut – auf Spurensuche eigener und
jüdischer Kultur und Religion in Bad Sobernheim“ der
Ev. Jugend Bad Sobernheim.
Teilnehmer dieser Projektwoche waren 10 Kinder im Alter von 8 bis
12 Jahren.
Für diesen lehrreichen Multi braucht man ein wenig Zeit, ein
wenig Grips und ein Maßband (für Station 4 - es geht aber auch
ohne, siehe Hint)
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Station 1 – Felkedenkmal
(N 49° 46.990‘ E 7° 39.017‘)
Leopold Erdmann Emanuel Felke
*1856 †1926
Emanuel Felke, Pastor und Naturheilkundler - ursprünglich aus
dem Dorf Repelen bei Moers - kam durch den Metzgermeister Andres
Dhonau, der durch seine Kur ein begeisterter Felke-Anhänger
geworden war nach Sobernheim. Dhonau und Felke errichteten zusammen
das erste Sobernheimer Kurhaus auf der anderen Naheseite. 1915 kam
Felke dann endgültig nach Bad Sobernheim, zusammen mit 800
Heilsuchenden.
Er schaute den Menschen in die Augen und konnte erkennen was
ihnen fehlte (das nennt man Irisdiagnostik). Felkes Kur basiert auf
den vier Elementen Licht-Luft-Wasser-Lehm. Ihr Kernelement ist die
Natur: das Schlafen in "Lufthütten" (eine originale Lufthütte ist
zu sehen im Heimatmuseum Priorhof), viel Bewegung an der frischen
Luft (Gymnastik [vorzugsweise nackt] und Spazieren [am Besten
barfuß] --> Barfußpfad) und gesunde Ernährung.
Auf Basis dieser Kur entstanden in Bad Sobernheim und Umgebung
Kurhäuser, deren Kurbetrieb sich bis heute hält (Die Richtung und
die Entfernung zu dreien stehen auf Tafeln am Fuße des
Denkmals).
Für den Final brauchst Du die Ziffer nach dem Komma aus
der Entfernung vom Denkmal zur ersten Felkeheilstätte! Diese Zahl
ist B.
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Station 2 – Ev. Pfarrhaus
(N 49° 47.014‘ E 7° 39.106‘)
Das evangelische Pfarrhaus in der Igelsbachstrasse war früher
die Latein-Schule. Hierlebte und arbeitete am Anfang des 19.
Jahrhunderts der Volksschriftsteller und Spinnstubenschreiber
Wilhelm Oertel (W. O. von Horn).
Er war zudem noch Evangelischer Pfarrer und Superintendent.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier das II. Rheinische
Diakonissen-Mutterhaus gegründet --> Heute kennen wir es als die
„Diakonie-Anstalten“ Bad Kreuznach.
Von wann bis wann war Oertel Superintendent der
Synode?
Davon brauchst du die letzte Ziffer = J
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Station 3 – Rathaus
(N 49° 47.056‘ E 7° 39.123‘)
So wie ihr das Rathaus heute hier seht, stand es noch nicht
immer. Früher waren es drei Gebäude, eine evangelische Schule
(hinten links), das alte Rathaus (vorne links - mit den
Spitzbogenfenstern, allerdings nur zwei davon) und das Gericht mit
Wachstube und Gefängnis (rechts).
Auf dem Marktplatz findet ihr einen Brunnen, in dessen Mitte
eine Skulptur steht – sie stellt einen Lebensbaum dar. Der
Lebensbaum wird ist im Brunnen die Quelle des Wassers und soll
dadurch ein Zeichen für die Fülle der Natur und des Marktes
sein.
Irgendwo hier findet ihr die Jahreszahl, wann der
Brunnen erbaut wurde.
Die gesuchte Zahl für den Final steht in der Mitte (sogar gleich
zweimal ;-) ) und wir nennen sie A!

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Station 4 - Ev. Matthiaskirche
(N 49° 47.029‘ E 7° 39.144‘)
Dieses Gotteshaus steht schon seit über 1000 Jahren an dieser
Stelle und ist damit die älteste Kirche der Stadt. In der heutigen
Gestalt wurde sie Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Im Chorraum
ist noch ein Weihekreuz aus dem Jahr 1484 erhalten.
Später war sie 200 Jahre lang Simultankirche (d.h. sie wurde von
der evangelischen und katholischen Gemeinde benutzt – da war
Streit natürlich vorprogrammiert). Die große und prächtige Orgel
wurde im Jahr 1740 eingebaut.
Am Eingangsportal rechts findet man einen eingeschlagenen
Metallstreifen, dieser ist die "Sobernheimer Elle", anhand der
früher das für den Markt verbindliche Längenmaß (die Elle)
festgelegt war.
Diese müsst ihr für den Final ausmessen. (Ein Lineal
hängt in der Kirche rechts hinter den Gesangsbüchern)
Die erste Ziffer dieser Zahl ist K.
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Station 5 – Disibodenbergkapelle St. Marien
(N 49° 47.048‘ E 7° 39.272‘)
Die Disibodenbergkapelle ist die zweitälteste Kirche in Bad
Sobernheim. Der Bau des Chores (Altarraum) wurde um das Jahr 1400
begonnen und dauerte etwa 50 Jahre lang. Danach errichtete man das
übrige Gebäude, das sogenannte Langhaus (Man erkennt die zwei
Bauabschnitte an der unterschiedlichen Dachhöhe.).
Die Kapelle war ein Geschenk des Klosters Disibodenberg an die
Stadt, deren Bauern hier 180 Morgen Land im Dienste des Klosters
bewirtschafteten. Sie lag umgeben vom Mönchshof und war damit eine
Art Außenstelle des Klosters Disibodenberg. Hier wurde
Landwirtschaft betrieben, um die Bewohner des Klosters zu ernähren
und um eine Einkommensquelle zu haben.
Nach der Reformation wurde sie vom Agrarhändler Morian nur noch
als Lagerhaus vor allem für Tabak benutzt. Aus diesem Grund ist in
der Kapelle eine Zwischendecke eingezogen worden.
Wegen der Bauarbeiten ist die Kapelle
leider nicht zugänglich, noch nicht mal von außen, aber das Rätsel
kann man auch so lösen! ;)
Nimm für den Final die zweite Ziffer des Baubeginns und
nehme sie mal zwei (da es zwei Bauabschnitte waren ;) ) =
F.
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Station 6 – Nepomuk
(N 49° 47.077‘ E 7° 39.265‘)
Johannes Nepomuk war ein Priester und lebte von 1350 bis 1393 in
Böhmen.
Nach der Legende der Heiligsprechung (1729 von Papst Benedikt
XIII.) hatte Johannes Nepomuk Streit mit dem König Wenzel, weil
Nepomuk das Beichtgeheimnis nicht brechen wollte. Nepomuk wollte
dem König nicht weitererzählen, was die Königin ihm gebeichtet hat.
Darüber war der König so böse, dass er Nepomuk foltern und
anschließend von der Prager Karlsbrücke in Wasser stürzen ließ.
Nepomuk ist seither Schutzpatron für Brücken und gegen
Wassergefahren, für das Beichtgeheimnis, für Böhmen und Bayern,
Priester, Schiffer, Flößer und Müller.
1998 fand W. Heimer die Nepomukskulptur bei Aufräumarbeiten.
Hier steht jetzt eine Reproduktion, eine zweite findet man an der
Nahebrücke Richtung Meddersheim. Das Gebäude der Volksbank muss
früher ein frommes Gebäude gewesen sein, was genau dort war, weiß
man allerdings nicht.
Für den Final brauchst du die Anzahl der Bögen der
„Muschel“ hinter dem Nepomuk = L.
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Station 7 – Priorhof (Heimatmuseum)
(N 49° 47.128‘ E 7° 39.220‘)
Hier gibt es einiges zu sehen, es lohnt sich auf jeden Fall
während der Öffnungszeiten dem Heimatmuseum einen Besuch
abzustatten!
Du findest hier einen Kanaldeckel, auf dem das Stadtwappen von
Bad Sobernheim abgebildet ist.
Eine kurze Erläuterung der einzelnen Elemente:
Die Welle unten steht für die Nahe, die Mauerkrone steht dafür,
dass Sobernheim früher ein befestigter, selbstständiger Ort war.
Das Rad zeigt, dass Sobernheim mal zum Kurfürstentum Mainz gehört
hat, danach allerdings zur Kurpfalz, die durch den Löwen
symbolisiert wird.
Wie viele Türme hat das Wappen? Diese Zahl ist
H.
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Station 8 - St. Matthäus
(N 49° 47.184’ E 7° 39.128’)
Die höchste Kirche Bad Sobernheims - die Katholische Pfarrkirche
St. Matthäus
Dieses Gotteshaus wurde 1898 (damit ist sie die jüngste Kirche
in der Stadt) innerhalb von nur einem Jahr errichtet. Ihr
Glockenturm ist mit 59 Metern der höchste in Bad Sobernheim.
Alle 12 Weihekreuze sind noch an den 12 tragfähigen Säulen (die
gleichzeitig eine Darstellung der 12 Apostel [Jünger] Jesus‘
sind) zu sehen.
Auf der roten Info-Tafel die an der Kirche hängt stehen
einige Jahreszahlen. Die dritte Ziffer der ersten Zahl ist
I.
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Station 9 – Malteserkapelle + Komturei
(N 49° 47.183‘ E 7° 39.035‘)
Hier, an der alten Malteserkomturei (heute ein Nebengebäude des
Amtsgerichtes), steht wieder ein Text über der Tür. Dieser ist in
Latein geschrieben. Aber keine Angst, den müsst ihr nicht
übersetzen!
Da steht: „Dieses Haus hat mit seinem Geld erbauen lassen der
edle Baron von Duding“.
In diesem Text sind manche Buchstaben in anderer Farbe
geschrieben. Wenn man diese als Römische Zahlen interpretiert und
deren Werte addiert, erhält man das Jahr, in dem das Gebäude gebaut
wurde. (I = 1, V = 5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500)
Die zweite Ziffer dieser Zahl ist G.
Die Malteserkapelle (N 49° 47.169‘ E 7° 39.057‘)
wurde 1465 fertiggestellt und bis zur Zeit der Französischen
Revolution von dem Ritterorden der Malteser als Ordenskapelle
genutzt. Ab 1664 diente sie als Pfarrkirche der neu gegründeten
katholischen Pfarrgemeinde. Nach der Errichtung der Pfarrkirche St.
Matthäus baute man sie in ein Vereinshaus um. Sie wird seitdem als
Haus der Begegnung genutzt.
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Station 10 - Synagoge
(N 49° 47.162‘ E 7° 39.014‘)
Die Synagoge - inzwischen renoviert als Kulturhaus Synagoge -
berherbergt die Bücherei.
Die Synagoge ist das Gotteshaus der Juden. Es gibt hier weder
Turm, noch Glocken noch Kreuze! An der Ostseite sieht man den
Davidstern und am Eingangsportal findet man hebräische
Schriftzeichen.
Das Dach in Zeltform symbolisiert den Aufruf an Mose, die
Menschen zum Gottesdienst in einem Zelt zu versammeln.
Doch wie wussten die Menschen ohne Glocken wann Gottesdienst
war? Dazu gab es den Schuleklopper, der von Tür zu Tür lief und
dort klopfte, wenn Gottesdienst war.
Rechts der Synagoge ist ein Stein in die Mauer gesetzt,
auf dem Kulturhaus Synagoge steht. Dort steht links eine jüdische
Jahreszahl. Die erste Ziffer dieser Zahl (also das momentane
jüdische Jahrtausend) ist E.
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Station 11 – Fabrik Marum
(N 49° 47.106‘ E 7° 38.923‘)
Das Haupthaus der ehemaligen Strumpffabrik Marum.
Die Firma Marum wurde 1865 von der fünfzigjährigen Sarah Marum
(die soeben Witwe geworden war und 9 Kinder zu versorgen hatte)
gegründet und hatte zwischenzeitlich bis zu 800 Mitarbeiter.
In dieser Firma wurde die Strumpfhose erfunden!
Der Marumpark heißt so, weil er früher der private Garten der
Marums war, bis er der Stadt geschenkt wurde. Etwa in seiner Mitte
steht ein Gedenkstein für Arnold Marum, den Urenkel von Sarah
Marum.
Mehr Informationen für Interessierte gibt es im Heimatmuseum im
Priorhof!
Hier gibt es eine Verbindung zwischen den Häusern auf
beiden Straßenseiten, auf der ein Wort steht (Fünf Buchstaben).
Addiere die Zahlenwerte der Buchstaben und du erhältst eine Zahl.
Die besteht aus zwei gleichen Ziffern und diese Ziffer ist
C.
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Station 12 – Philippskirche + Kaisersaal
(N 49° 47.066‘ E 7° 38.937‘)
Die Philippskirche wurde 1737 von den Lutherischen Gemeinden
Sobernheim, Staudernheim und Nußbaum erbaut. Da sie eine relativ
kleine Kirche ist, war sie das erste Gotteshaus, das mit einer
Heizung versehen wurde.
1900 wurde die Kirche an Andres Dhonau verkauft, der dort ein
Lokal mit Kegelbahn eröffnete. Weil dann mehr Platz benötigt wurde,
wurde 1905 der Kaisersaal (rechts davon) angebaut. Vorher war dort
allerdings der Friedhof der Lutheraner. Deswegen herrschte
anfänglich im Kaisersaal auch noch ein strenges Tanzverbot, damit
man nicht auf den Knochen seiner Vorfahren herumtanzte.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Kaisersaal als LKW-Garage
missbraucht.
Über dem Eingangsportal der Philippskirche steht eine
Zahl. Wenn du die Quersumme von der Quersumme dieser Zahl nimmst,
erhältst du D.
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Final
N 04A BC.DEF E 00G HI.JKL