Eiskeller Bliesdalheim the next Generation
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Difficulty:
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Terrain:
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Size:
 (small)
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Hier lag bis vor ein paar Monaten schon mal eine Dose. Nachdem das Listing archiviert wurde, hab ich mich entschlossen, den Eiskeller nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Bitte die Ruhezeiten für Fledermäuse von November bis April beachten und nicht am Gitter rütteln.
Terminierte Öffnungs- und Führungstage:
10.Juni, 12.August und 09.September 2012 jeweils um 15 Uhr, Führungen durch einen der Dorfältesten mit Helm und Licht.
Lage des Eiskellers
Den Eiskeller findet man rund 500 m nordöstlich von Bliesdalheim in Richtung Breitfurt an der Landstraße L 105, in der steilen Böschung eines ehemaligen Sandsteinbruchs. Der Bliestalfreizeitweg, eine als Fahrradweg ausgebaute ehemalige Bahnstrasse, die sich durch die wunderschöne Landschaft und die intakte Natur des Bliestals schlängelt, führt in der Nähe vorbei.
Besichtigung
Als künstlich angelegter unterirdischer Hohlraum ist der Eiskeller gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den bereits bestehenden Hang des Steinbruchs vorgetrieben worden und kann deshalb als Kaverne bezeichnet werden.
Der Eingang ist durch eine Abschlussmauer, in die ein eisernes Tor eingelassen ist, gesichert. Die Sohle des Eiskellers ist über eine neunstufige Treppe erreichbar. Den Besucher beeindruckt die Architektur des spitzbogenförmigen künstlichen Höhlenraumes, die man eher im Innern eines sakralen Bauwerks erwarten würde. Die Ausmaße der Kaverne sind recht beachtlich. Der Raum ist ca. 26 m lang, 4,80 m breit und erreicht eine Höhe von fast 5 m im Gewölbescheitel. An den beiden Längsseiten befinden sich als „Sitzbänke“ anmutende durchgehende Felspodeste, die 50 cm hoch und 60 cm breit sind.
Die erhaltene Gesamtlänge von 26 m ist zu unterteilen in den eigentlichen „gotischen“ Hohlraum (20,50 m) und die zweifach abgetreppte Ortsbrust (5,30 m). In die unterste Stufe ist auf der rechten Seite ein Wasserbecken eingehauen, das über ein eisernes Abflussrohr entwässert. In Abständen von 3 bis 5 m wird der ansonst kompakt anstehende Sandstein durch fast senkrechte Klüfte, die quer zur Streckenachse verlaufen, unterbrochen. Das besondere Erscheinungsbild des Eiskellers sind der ungewöhnlich große Querschnitt und die sorgfältige bergmännische Arbeit, die offensichtlich nur mit Gezähe (Werkzeug) wie Keilhaue, Schlägel und Eisen - jedoch ohne Hilfe von Sprengarbeit - geleistet wurde.
Entstehung und Nutzung des Eiskellers:
Wegen der Ähnlichkeit mit antiken und mittelalterlichen Sakralbauten wurde verschiedentlich die Meinung geäußert, dass es sich beim Eiskeller um ein Mithräum (Heiligtum) aus gallorömischer Zeit handeln könnte. Nach Untersuchungen von Prof. Weisgerber vom Bergbaumuseum Bochum wird diese These eindeutig widerlegt, weil dieses „gotische Profil“ in römischen Zusammenhängen niemals vorkommt.
Die Anlegung des Eiskellers hatte vermutlich zwei Gründe:
- Unterirdische Bausteingewinnung, weil die Qualität der Sandsteinblöcke meist besser ist als bei oberirdischer Lagerung.
- Schaffen von Hohlräumen zur Kühlung und Lagerung von Wein- , Schnaps- und Brauereiprodukten.
Der Steinbruch und der Eiskeller gehörten zum Besitz von Peter Rabung und seinen Söhnen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowohl mit Bausteinen als auch mit Getränkeprodukten handelten und zwingend einen kühlen Lagerraum benötigen. Das erforderliche Wintereis konnte aus speziellen Eis - Teichen der nahen Blies gewonnen und in der Kaverne eingelagert werden. Auf diese Art und Weise konnten aufgrund der kühlen Temperatur Lebensmittel und Getränke auch während der warmen Jahreszeiten über das gesamte Jahr kühl gehalten werden. Der Betrieb der Familie kam in den 1920er Jahren zum Erliegen. Vor und während des zweiten Weltkriegs hielten sich französische und deutsche Truppen im Eiskeller bis er 1944 zum Luftschutzraum für die Zivilbevölkerung umfunktioniert wurde.
Im Jahr 1996 wurde der Eiskeller nach vorausgegangener jahrelanger Vorbereitungsarbeit von der Fa. Günter Schwarz (Maurerarbeiten), Fa. Hugo Busch (Elektroinstallation) und Eigenarbeit des Vereins für Bliesdalheimer Dorfgeschichte als bedeutendes Denkmal hergerichtet. Die Erlaubnis als Besucherhöhle erteilte das zuständige Bergamt Saarbrücken im März 2000 an die Gemeinde Gersheim.
Geologie
Im Steinbruchgelände, an dessen Felsabbruchkante der Eingang des Eiskellers liegt, tritt der geologische Aufbau des Untergrundes deutlich zu Tage:
Im Bliestal reicht der Obere Buntsandstein, der 243-250 Millionen Jahre alt ist, von Nord-osten her bis nach Breitfurt. Ab Bliesdalheim fallen die Schichten des Buntsandsteins wie die des Muschelkalkes in einem flachen Neigungswinkel von etwa 7° nach Westen ein, so dass die obere Schicht unter die Talsohle taucht, während er in Herbitzheim bereits 3 bis 6 m darunter liegt. Im Sommer 1996 waren bei Sanierungsarbeiten am eingestürzten Eingangstunnel die Grenzschichten zwischen dem Muschelkalk und dem unter ihm liegenden Buntsandstein sehr deutlich zu erkennen gewesen. Während das Eiskellergewölbe im Höhleninnern die uns bekannten Rottöne des Buntsandsteins zeigt, präsentieren die darüber liegenden Schichten an der Hangabbruchkante die für den Muschelkalk typischen Gelbocker- und Grautöne.
Naturkundliche Bedeutung
Der Bliesdalheimer Eiskeller bietet besonders günstige mikroklimatische Verhältnisse für das Überwintern von Fledermäusen. Es ist ausgewogen kühl (um die 6° C), jedoch nicht frostig und seine Luftfeuchtigkeit ist hoch, wodurch die Flughäute nicht austrocknen.
Bei Kontrollen im Eiskeller wurden in den letzten 15 Jahren folgende Arten festgestellt:
- Großes Mausrohr
- Barthfledermaus
- Braunes Langohr
- Wasserfledermaus
Alle heimischen Fledermausarten sind in der „Roten Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Tierarten“ ausgewiesen. Sie dürfen in ihren Quartieren nicht gestört und beunruhigt werden.
Mehr Infos unter www.bliesdalheim.de
Additional Hints
(Decrypt)
Oyrpugbcs...jvexyvpu !