Dies ist der 5. Teil des Nachtcaches Feenland, der sich aus insgesamt 7 einzelnen Nachtcaches zusammensetzt. Die ersten sechs Einzelcaches bergen eine Bonuszahl mit deren Hilfe der 7. Cache gelogt werden kann.
Achtung: Änderung Herbst 2012: Leider ist das Sternenschloss nun Vergangenheit: Es war ein Baumhaus aus Birkenstämmen aufgerichtet von uns Unbekannten, das nun altersbedingt zusammengeborchen ist. Wir lassen das Listing aber unverändert, auch wenn wir euch nicht mehr zu der schönen Konstruktion, tief im Wald führen können.
Geht zu Feenland 0 – Das Zauberlichtkästlein, um zum Beginn der Geschichte und den allgemeinen Hinweisen zu allen Feenland-Caches zu kommen.
Danke für astronomische Beratung und Formulierungshilfen insoweit an Ewald/Metasokol
Ron und Gaya rätselten: Adhin hatte ihnen den Beginn der Feentauspur zu dem sechsten Kästlein bekannt gegeben. Doch was war mit dem fünften? In der Umgebung von Neidr's Schlund fanden sie keine weitere Spur des Feentaus. Und es kam auch kein Wesen herbei, ihnen zu helfen. An einem Marienbild nahe einer Wegekreuzung setzten sie sich auf eine Bank und hielten Rat.
„Wir werden dieses Kästlein ohne jede Hilfe suchen müssen“, befürchtete Gaya.
„Gibt es hier im Wald einen besonderen Ort?“, fragte Ron. „Dort mag vielleicht ein Versteck liegen.“
„Das Sternenschloss“, fiel der Fee ein.
„Was ist das?“
„Der Sitz unserer Könige zu jener Zeit, als wir Feen noch in diesem Walde lebten. Es finde sich in den Lüften, erzählen die Alten. Und es habe drei Flanken, die aus weißen, schlanken Verstrebungen gebildet seien. “
Bei diesem seltsamen Luftschloss würde man einen Cache verstecken, wenn man die Wahl hat, überlegte Ron. „Lasse uns hingehen!“, bat er.
„Das ist uns verwehrt“, widersprach Gaya. „Das Schloss ist verwunschen.“
„Man kommt nicht hin?“
„Nur wenn man den Sternen folgt.“
Ron ging zur nächsten Lichtung und sah zum Himmel. Der war sternenklar und prächtig; kein Wunder: In dieser Welt gab es keine nächtliche Lichtquellen, die die Beobachtung trübten. Er erkannte einige bekannte Sternbilder wieder, hatte aber keinen blassen Schimmer, wie er mit deren Hilfe dieses Schloss finden könne.
„Vielleicht weiß dein kluges Ding Rat“, meinte Gaya, die ihm gefolgt war.
„Ach was!“, wehrte Ron ab. Nun ja: Pitt hatte diese Rätselfunktion eingebaut. Aber wie konnte das GPS von der Lage des Sternenschlosses wissen?
„Unsere Magie und eure Technik haben sich irgendwie verbunden“, erinnerte die Fee. „Das hast du doch selbst gesagt.“
„Na ja. Probieren geht über studieren...“, murmelte Ron und ließ das Gerät nach dem nächstgelegenen Cache suchen.
„Ohh!“, machte er erstaunt. Der Cache hieß „Das Sternenschloss“. Da musste es tatsächlich eine Verbindung geben!
Er las das Listing vor:
„Das wird die längste Suche, die ihr je unternommen habt, denn sie erstreckt sich über Lichtjahre... Vernachlässigt man die unterschiedlichen Entfernungen der Sterne wird der Himmel zu einer Kugeloberfläche – ebenso wie die Erde. Man kann also Himmelskarten prinzipiell wie Erdkarten aufbauen. Man kann sogar die gesamte Erdoberfläche als Himmelskarte einsetzen oder den Himmel als Erdkarte.
Genau das sollt ihr tun: Geht zu Wikipedias „Liste der nächsten Sterne“ und sucht denjenigen unter den etwa 50 heraus, dessen Bildpunkt (in der Astronavigation: Lage des Sterns bei der Projektion einer Himmelskarte auf die Erdoberfläche) dem Feenland am nächsten liegt. Dabei ist folgendes zu beachten: Die „Deklination“ ist die Angabe der nördlichen (+Werte) bzw. südlichen (-Werte) Breite. Sie ist unproblematisch. Die „Rektaszension“ gibt die östliche bzw. westliche Länge wieder. Deren 180°+180°=360° werden aber in 24 Stunden umgerechnet, weil man am Himmel die tägliche Erddrehung als scheinbare tägliche Bewegung der Sterne wahrnimmt und das Stundenwinkel nennt. 15° (360°:24) sind eine Stunde. Setzt aus Vereinfachungsgründen genau die Werte der Liste ein. (Die entsprechenden Bildpunkte nehmen die Sterne nur einmal -an einem magischen Moment, der sich täglich um ca. vier Minuten verschiebt- ein, aber das gilt für jede andere Position ja auch) Ermittelt, welcher Bildpunkt eines der aufgelisteten Sterne dem Feenland am nächsten liegt.
Achtung: Die Erde dreht sich nach Osten, deshalb scheinen genau wie die Sonne auch die Sterne nach Westen zu wandern. Höhere Rektaszension bedeutet also, dass der Bildpunkt weiter östlich liegt (ebenso wie auch tagsüber es zB in Moskau schon 12 Uhr ist, wenn wir 10 Uhr haben).
Wenn ihr den Bildpunkt des gesuchten Sterns gefunden habt (es ist der einzige, der weniger als 1000 km vom Feenland entfernt ist), ermittelt folgende Zahlen für die Streckenprojektions-Formel:
a= erste Ziffer im Namen des Sterns (beachtet nur den farbig geschriebenen Namen)
b=zweite Ziffer im Namen des Sterns
c= Entfernung des Sterns in Lichtjahren (auf ganze Zahl gerundet)
d= Anzahl der zugehörigen Sterne (Einzelstern oder Mehrfachsystem?)
Nehmt nun eine Wegpunktprojektion mittels www.zwanziger.de von dem Bildpunkt des Sterns aus zum Sternenschloss wie folgt vor:
Geht (a+b) (c/d) (c-a-d) , (b-d-d) (b) (a-d) Kilometer nach (b-d-d) (b-a) (d) , (b+d) (c-b) (a-d) (c-b) °
Die Koordinaten könnt ihr beim großen Magier G'Eo T'Scheka überprüfen
Geht zum Sternenschloss an den errechneten Koordinaten und sucht einen Rindenplan zwei Ruten nordwestlich davon. Er weist euch den Weg zu dem Schatz der Feenkönige. Folgt ihm und findet die Schatztruhe.“
„Was ist denn ein Rindenplan?“, wollte Ron wissen.
„In der alten Zeit kannten wir Feen noch kein Papier“, erklärte Gaya. „So malten wir Schatzkarten mit Feentinte auf die Rinden der Bäume.Feentinte ist der Stoff mit dem wir magische Inschriften fertigen.“
Ron rief die Liste der nächsten Sterne auf und fand einen Stern, dessen Bildpunkt weniger als 1000 Km entfernt lag. Bei der Umrechnung von Deklination und Rektaszension in Koordinaten war er vorsichtig. Bei der Deklination musste er zwar nur die Sekunden in 1000stel-Minuten umrechnen, bei der Rektaszension aber die Zeitangabe in Grad, Minuten und Sekunden und die wiederum in 1000stel-Minuten. Bei einer Stunde gleich 15° machten bereits 4 Minuten ein Grad aus. Endlich hatte er es geschafft und die Erdkoordinaten des Sterns - sein Bildpunkt - lag vor ihm. Neugierig begab er sich mit google earth dorthin. Zwei Kilometer nordwestlich lag ein Dorf. Er fand eine Gruppe von sieben Panoramio-Bildern.
„Da ist der Stern“, frohlockte Gaya beim Betrachten eines dieser Bilder. Ron lachte. Zwei der Bilder zeigten einen von Leuchtsternen gesäumten Torbogen. Er versuchte, der Fee das zu erklären.
„Und wie gelangst du von dort zum Sternenschloss?“, erinnerte sie ihn. Ron setzte die Koordinaten in die Formel und dann das Ergebnis bei der Wegpunktprojektion mittels zwanziger.de ein. „Die sind etwas ungenau“, wusste er. Aber das war ja gleichgültig; er machte schließlich die gleichen Fehler wie vor ihm der Rätselsteller.
„Jetzt muss sich zeigen, ob ich alles richtig gemacht habe“, dachte er. Und es war so: Der Zielpunkt lag nicht allzu weit entfernt. Sie gingen hin. Dort angekommen bemerkten sie, dass das Gebäude teilweise zusammengefallen war. Von den drei Eckmauern stand nur noch eine; dahinter lag das übrige Baumaterial.
Zwei Ruten nordwestlich des Schlosses entdeckten sie zunächst Zeichen, die von Menschenhand stammten und dann im Zauberlicht den Rindenplan. Ron hatte Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden. „Wo sind wir denn jetzt?“, murmelte er.
„Hier unten“, erklärte Gaya. „Wir Feen vermögen ja zu fliegen und streben stets nach oben. So beginnt ein jeder Rindenplan nahe der Wurzel. Dort das Dreieck – es wird das Sternenschloss symbolisieren und wir stehen an dem Punkt daneben.“ „Dann markiert diese Linie den Weg, den wir gekommen sind“, erfasste es Ron und die kleine Fee nickte zustimmend.
„Und dort müssen wir hin“, vermutete Ron. Der Cacher deutete auf zwei Markierungen in Augenhöhe. „Es sieht aus als gehörten die beiden Teile zusammen.“
„Ich glaube, ich weiß, was das ist“, erklärte Gaya aufgeregt. „Das müssen die beiden Barrieren sein. Ein uralter Schutzzauber zwingt die Gnome durch die Lücke zwischen diesen beiden Hindernissen zu kommen, wenn sie ins Feenland eindringen wollen. Deshalb vermochte die Feenwache dort postiert diese furchtbaren Wesen über lange Zeiten zurückschlagen. Doch mit der Zahl der von den Menschen geschlagenen Bäume stieg die Zahl der Gnome. Schließlich rotteten sie sich zusammen und griffen die Feenwache an. Jenen Wächtern - man nennt sie die Tapferen - war in jener Zeit der Drangsal auch der Schatz der Feenkönige anvertraut worden. Sie kämpften unerschrocken und heldenhaft, wurden jedoch von der Überzahl der Angreifer abgedrängt. In ihrer Not suchten sie den Schutz der Drei Freunde. Das sind mächtige Baumgeister. Einem von ihnen übergaben die Tapferen die Schatztruhe. Dann kämpften sie dort bis zum letzten Blutstropfen. Die Legende erzählt, dass sich jene letzten Blutstropfen in pures Gold verwandelten. Der Baumgeist, dem der Schatz anvertraut war, wurde vor Gram alt und siech und stützt sich seither auf einen seiner beiden Freunde. Und wir Feen sind seit damals aus unserem Land vertrieben.“
Während Gaya mit den Tränen kämpfte konzentrierte sich Ron auf den Rindenplan. Eine Ecke einer der Barrieren war hervorgehoben. Ihm war sogleich klar, dass von dort die Schatzsuche weiterging, zumal von den Barrieren aus hinter dieser Ecke fremdartige Zeichen gemalt waren. Er erinnerte sich vage an diese Schrift: Ein Bekannte, die sich als Hexe bezeichnete, hatte sie verwandt. Sie stammte aus dem Mittelalter und ihre Herkunft war ungeklärt.
„Das ist Theban“, erklärte Gaya, die ihre Fassung wieder gewonnen hatte. „Wir Feen haben diese Schrift von den Hexen übernommen.“
Ron ermittelte mit seinem Gerät einen Ausdruck des Theban - Alphabets: Er sah so aus:
„So viele Ruten musst du gehen“, erklärte die Fee. „Der Punkt bei der Zahl gibt die Himmelsrichtung an.Über ihr ist Norden, rechts daneben Osten und so weiter.“
„Weshalb muss ich gehen? Kommst du nicht mit?“
„Das vermag ich nicht. Seit dem Tod der Tapferen ist die Umgebung der Barrieren für Feen verbannt und keine von uns vermochte den Schatz unserer Könige zu heben. Du wirst die Schatztruhe alleine finden müssen.“
Sie machten sich auf den Weg. Noch bevor die Barrieren in Sichtweite kamen, hielten unsichtbare Kräfte Gaya davon ab, weiter mit zu kommen. Sie wünschte Ron viel Glück und gelobte ihm, die Barrieren zu umgehen und hinter ihnen auf ihn zu warten.
Die Schatzsuche begann einfach, waren doch die beiden Barrieren nicht zu übersehen. Die eine reichte gerade bis zu dem Weg, den der Rindenplan ihm gewiesen hatte. Ron folgte den Anweisungen des Rindenplans und ging die richtige Anzahl Ruten genau in die angegebene Himmelsrichtung. Nachdem er die Strecke zurückgelegt hatte, sah er sich nach Waldgeisteraugen um. Als er sich - die Barrieren im Rücken - nach links wandte entdeckte er den ersten der Drei Freunde und an ihm die zu Gold geronnenen letzten Blutstropfen, von denen die Legende erzählte. Den zweiten Freund fand er nordöstlich und schließlich den dritten ein Stück weiter südöstlich des Zweiten. Gayas Angaben stimmten:.Jeder der Drei Freunde war die letzte Zuflucht gleich vieler der Tapferen geworden. Als der Cacher die Schatztruhe nahe dem Fuß des dritten Freundes öffnete, glitzerte der reiche Schatz der Feenkönige in dem Licht seiner Leuchte, doch er widerstand der Versuchung, ihn zu rauben.
„Ich will ihn mehren“, dachte er und legte einen edlen Stein hinzu, den er aus seiner Tasche kramte. Dann ging er zurück zu den Barrieren, suchte und fand nördlich davon Feentau, dem er folgte, bis er auf Gaya stieß. Gemeinsam gingen sie bis zum Ende der Spur.