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Mit meinem dritten Crimmitschau-Cache möchte ich euch in den Norden der Stadt locken. Es ist fast ein Drive-in-Cache. Parken könnt ihr an den angegebenen Koordinaten (Parkplatz Spritzenplatz - ehemaliges Feuerwehrhaus). Von hier aus führt ein Weg zwischen Hofteich und Mühlgraben zum Cache. Für Powercacher ist die zweite Parkvariante denkbar.
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Zugang: am weißen Gebäude mit der Holztreppe zur 1. Etage vorbei, dann die 2014 erbaute Brücke (Plakette) nutzen. Absperrungen und Bauzäune müssen nicht überwunden, Privatgrundstücke nicht betreten werden!
Zum Ort etwas mehr:
Das Zisterzienser-Nonnenkloster im Ortsteil Frankenhausen hat eine bewegte Zeit hinter sich und wäre bestimmt zu einem Lost Place geworden, wenn sich nicht 1989 so einiges geändert hätte. An diesem Ort könnt ihr auf eine langjährige Geschichte zurückblicken. Detailierte Informationen findet ihr auf der Seite des Vereins "Sächsischer Heimatschutz Frankenhausen e.V."

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"Das Kloster besaß große Ländereien in der näheren und weiteren Umgebung, die Lehnshoheit in vielen Dörfern, die Gerichtsbarkeit über seine Lehnsleute und Frone zur Bewirtschaftung des Klosters und seiner Güter. Einkünfte flossen weiterhin aus Erb- und Naturalzins, Zinsen für ausgeliehenes Geld, Feld-, Wald-, Teich- und Gartenwirtschaft und der heute noch vorhandenen Klostermühle. Das Kloster besaß Braugerechtigkeit, der Ausschank durfte aber nur zur Kirmes erfolgen" [1]
Der "Abri[ss] konnte durch eine Initiative, welche sich am 25. April 1985 aus Bürgern von Frankenhausen gründete[,] und mit behördlicher Hilfe verhindert werden. Aus der ehemaligen Gruppe 'Natur und Umwelt' gründete sich 1990 der Verein Sächsischer Heimatschutz Frankenhausen. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, die über 900-jährige Geschichte des Klosters zu pflegen und die zum Teil schon 600 Jahre alten Gebäude der Anlage als geschütztes Denkmal zu erhalten." [1]
Aber guter Wille ist nicht alles. Zustand des Klosters im Januar 2010 ist nicht gerade berauschend:

Und der MDR berichtete im September 2006:
"Drohender Abriss
Das Kloster Frankenhausen ist das letzte Zisterzienserkloster in Sachsen, dessen Hauptgebäude noch stehen. Weil nicht einmal die Mittel für eine Dachsicherung vorhanden sind, verfällt die Anlage. Eine örtliche Bürgerinitiative konnte zu DDR-Zeiten einen Abriss verhindern, jetzt droht er erneut, denn es ist zwar der gute Wille da, aber kein Geld." [2]

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Freie Presse Chemnitz berichtet in der Glauchauer Ausgabe am 26.02.2014:
Zisterzienserkloster wird zum Problemfall
Ein Großteil des historischen Areals im Norden von Crimmitschau ist dem Verfall preisgegeben. Die Stadt kann dagegen nur wenig tun.
Von Uwe Mühlhausen
Frankenhausen - Der Zustand des rund 600 Jahre alten Zisterzienserklosters in Frankenhausen ist der Crimmitschauer Stadtverwaltung ein Dorn im Auge, zumindest ein Großteil des Areals. Zwei Gebäude gehören dem Verein "Sächsischer Heimatschutz". Der hat die alte Klosterschule in den zurückliegenden Jahren aufwändig saniert und ist erst vor ein paar Monaten mit den Arbeiten, bis auf die Außenanlagen, fertiggeworden. Das an die Klosterschule angrenzende Witwenhaus soll ebenfalls sein ursprüngliches Aussehen zurückerhalten und wieder einer Nutzung zugeführt werden. Damit beginnen wollen die Vereinsmitglieder, sobald sie das Geld zusammenhaben.
Areal für eine Mark erworben
Ganz anders sieht es dagegen beispielsweise mit der alten Mühle und dem Priorhaus aus. Die beiden Häuser sowie weitere zum Komplex gehörende Gebäude sind seit Jahren zum Ärgernis der Stadt dem Verfall preisgegeben. "Wir würden das gern ändern, doch wir sind nicht Eigentümer der Gebäude", sagt Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau). Die Häuser gehören Giovanni Volterrani. Der wohnt in Brescia, einer 188.000 Einwohner zählenden Stadt in der Lombardei im Norden Italiens. Giovanni Volterrani erwarb die Gebäude im Dezember 1997 von der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG). Das Unternehmen, nach der deutschen Wiedervereinigung gegründet, verwaltet und verkauft ehemalige DDR-Immobilien. Der Preis, den der Italiener damals für das Kloster und das dazugehörige Grundstück bezahlte, betrug eine Mark. Das Ziel des Geschäftsmannes: Er wollte in dem Komplex eine internationale Kochschule etablieren. Anfangs lief auch alles nach Plan. Am 2. Juli 1998 fand auf dem Gelände eine große Beratung samt Objektbesichtigung mit Vertretern des Rathauses, des Landesamtes für Denkmalpflege und verschiedener Planungsbüros statt. Dabei wurde auch der Zeitplan für die Sanierung besprochen. Ein Jahr später, im Juli 1999, stellte der Italiener für das Teilobjekt 1, die Mühle, einen Bauantrag. Dem wurde vier Wochen später stattgegeben. Wenig später erfolgte der Antrag für das Nonnenwohnhaus. Die Baugenehmigung dafür trägt das Datum 3. Februar 2000. Mit den Arbeiten begonnen wurde bis heute nicht.

Verkauf angekündigt
"Wir haben in den zurückliegenden Jahren mehrfach versucht, mit Giovanni Volterrani Kontakt in jeder Form aufzunehmen. Die Versuche waren einseitig und nur selten von Erfolg gekrönt", sagt der Oberbürgermeister. Selbst Fördermittel, die die Stadt dem Italiener mehrfach zur Umsetzung seines Vorhabens in Aussicht stellte, nahm dieser nicht in Anspruch. "Die Kommune würde das Areal gern zum symbolischen Preis von einem Euro zurückkaufen und den Heimatschützern übertragen. Doch bisher hat Herr Volterrani das Angebot ignoriert." In einem Schreiben teilte der Italiener der Stadt vor ein paar Tagen mit, dass er jetzt für die alte Mühle einen Käufer habe. Der sei bereit, dafür 46.000 Euro zu zahlen. Auch für das Priorhaus habe sich ein Interessent gefunden, der für das Gebäude 72.000 Euro hinblättern möchte. Die Verträge dazu, so schrieb Volterrani dem Rathaus, würden noch im Februar bei einem Notar in Chemnitz unterzeichnet. Danach sei er auch zu einem Treffen mit Vertretern der Stadt bereit. Oberbürgermeister Holm Günther steht der Aussage des Geschäftsmanns skeptisch gegenüber. "Wir warten ab, was in den nächsten Tagen passiert", sagt das Stadtoberhaupt. Die Kommune will jedoch nicht ewig warten. "Wenn sich nicht bald etwas tut, werden wir einige der Gebäude mit einem Zaun absperren, damit keine Gefahr für die Bürger besteht", sagt Bauamtsleiter Götz Müller. Für ihn wird eine Rettung der alten Bausubstanz immer unwahrscheinlicher. "Das ist finanziell kaum noch vertretbar", lautet das Urteil des Fachmannes.
[Quelle für Text und Bild: Freie Presse, Glauchauer Zeitung, Mittwoch, den 26. Februar 2014, Seite 13]
Weitere Quellen:
(alle am am 03.01.2010)
[1] http://www.shfev.de/geschichte.html
[2] http://www.mdr.de/artour/3487143.html
Bilder:
(nicht gekennzeichnete Bilder eigene Aufnahmen)
[3] http://www.kloster-frankenhausen.de
[4] http://www.shfev.de
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