Die Schwarze Brücke
Erinnerung an ein Stück Stadtgeschichte von Plettenberg
Bei der "Schwarzen Brücke" handelte es sich um eine
Stahlfachwerk-Eisenbahnbrücke auf der Preußischen Eisenbahn-, dann
Reichsbahn-Strecke (zuletzt Bundesbahn) Plettenberg - Oberstadt,
errichtet 1912/13, überbrückte die Herscheider Straße; 1999
stillgelegt, in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar 2003 im
Beisein von über 300 Bürgern unter Zuhilfenahme eines 400 t-Kranes
in drei Teile zerschnitten und abtransportiert; am 08.11.2006 wurde
am Kreisverkehr "Schwarze Brücke" ein Fragment der Brücke als
Erinnerungsstück (Skulptur) eingeweiht.
Die letzte Fahrt der Kleinbahn am 17.07.1962 im Bereich der
Schwarzen Brücke
(Foto: www.alt-plettenberg.de)
Die "Schwarze Brücke" wenige Wochen vor ihrem Abriss (in der Nacht
vom 21. auf den 22. Januar 2003)
(Foto: www.plbg.de/lexikon)
Am 08.11.2006 wurde am
Kreisverkehr "Schwarze Brücke" ein Fragment der Brücke als
Erinnerungsstück (Skulptur) eingeweiht:
(Quelle: WR Plettenberg vom 09.11.2006)
Die Schwarze Brücke ist Geschichte. Wo sie
stand, erinnert nur noch ein Teil der alten Stahlkonstruktion
inmitten des neuen Kreisverkehrs Oberstadt als Zitat an das einst
markante Bauwerk. Gestern Abend wurde die bislang verhängte
Skulptur im Beisein zahlreicher Ratsmitglieder inmitten des
Verkehrsgetümmels von Bürgermeister Klaus Müller eingeweiht. Müller
erinnerte daran, dass die 1912/13 erbaute Schwarze Brücke als
Bestandteil der Bahnstrecke von Eiringhausen nach Herscheid seither
die Herscheider Straße überspannte. Die Strecke habe damals eine
goße Bedeutung gehabt - für den Personen-, vor allem aber den
Güterverkehr. "Zahlreiche Bahnanschlüsse der an der Strecke
befindlichen Betriebe belegen dies zum Teil noch heute", sagte
Müller.
Dieser Nebenbahnstrecke sei bei ihrer Planung und Eröffnung 1915
eine große Zukunft prophezeit worden: "Im Zuge einer strategischen
Eisenbahnverbindung zwischen Kassel und Köln sollte die Trasse in
unserem Raum von Plettenberg über Herscheid nach Lüdenscheid, von
dort über die Volmetalbahn nach Gummersbach und über die
Aggertalbahn nach Köln führen."
Unterschiedliche Vorstellungen der Stadt Lüdenscheid und der
Eisenbahnverwaltung über die Linienführung in Lüdenscheid mit einer
problemlosen Anbindung an die Volmetalstrecke hätten den Weiterbau
jedoch zum Erliegen gebracht, so dass die Strecke unvollendet blieb
und als Stichbahn in Herscheid endete.
Mit der zunehmenden Motorisierung und dem Rückgang des
Personenverkehrs habe die Linie an Bedeutung verloren, was
zwangsläufig zur Stilllegung der Strecke ab Kampwerk Richtung
Herscheid im Jahr 1969 geführt habe.
Gewerbliche Nutzung sei aber damals immer noch von einer
wesentlichen Bedeutung gewesen.
Die Anfang der 90er-Jahre erkennbaren statischen Schwierigkeiten
hätten indes zur schrittweisen Herabsetzung der Belastbarkeit
geführt. Angesichts der geschätzten Sanierungskosten in Höhe von
rund 300 000 Euro sei 1999 endgültig die Stilllegung erfolgt.
Mit dem Abbruch der Brücke in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar
2003 im Beisein von 300 Bürgern sei ein im Grunde ungewolltes
Wahrzeichen und ein Stück vertrauter Alltäglichkeit verschwunden:
"Beileibe keine Schönheit, aber von stadtbildprägenden Charakter",
sagte Müller.
Sanierung scheiterte an Kosten von rund 300 000 Euro
Die Brücke habe als Wahrzeichen, aber auch durch ihre massive
Stahlkonstruktion für die letzten gut 90 Jahre die industrielle
Ausformung als Stadt mit überwiegend metallverarbeitenden Betrieben
widergespiegelt. In Zeiten von technisch noch nicht realisierbaren
Navigationsgeräten habe die Schwarze Brücke außerdem als markanter
Orientierungspunkt gedient.
"Dieses Brückenfragment inmitten des Kreisels
Oberstadt soll alle diese Aspekte aufgreifen und für die Nachwelt
symbolisieren", schloss Müller.

Die "Skulptur zur Erinnerung an die ehemalige Bahnüberführung der
Strecke Plettenberg-Herscheid" kurz vor der Enthüllung.
Auf der Broncetafel am Rande des Kreisverkehrs steht folgender
Text zur Skulptur:
Schwarze Brücke
Skulptur zur Erinnerung an die ehemalige Bahnüberführung der
Strecke Plettenberg - Herscheid
Die Stahlkonstruktion soll an ein
stadtbildprägendes Bauwerk der stillgelegten Bahnstrecke erinnern,
die für die wirtschaftliche Entwicklung und für die
Personenbeförderung im Elsetal von großer Bedeutung war.
Auswärtigen Besuchern war die Schwarze Brücke ein
markanterOrientierungspunkt.
Im wesentlichen besteht die Skulptur aus Originalteilen der
genieteten Fachwerktrogbrücke sowie eines Zweirollenlagers, das,
kombiniert mit einem festen Zylinder-Kipplager, Längs- und
Drehbewegungen aufnehmen konnte.
Das Brückenbauwerk wurde in den Jahren 1912/13 im Auftrag der
Preußischen Staatsbahn, vertreten durch die Königliche
Eisenbahndirektion Elberfeld, von der Dortmunder Brückenbaufirma C.
A. Jucho geplant und gebaut. Mitte der 90er Jahre wurde die Strecke
stillgelegt. Es folgten der Rückbau des Gleiskörpers und der
Abbruch der Strecke im Jahr 2003.
Die Skulptur
wurde ermöglicht durch hilfreiche Beratung sowie dankbar
angenommene Sach- und Geldspenden.
(Die Namen der Spender pp. sind hier weggelassen worden. Sie können
aber auf der Tafel nachgelesen werden)
Plettenberg, im Sommer
2006
Klaus Müller,
Bürgermeister
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