Greifswalder Brauereitradition
Greifswald hat eine reichere Bierbrautradition als man zunächst
vermuten könnte.
Bereits im 13. Jahrhundert pflegten die Mönche des Klosters Eldena
dieses Handwerk. Noch heute kann man die Überreste des ehemaligen
Bierkellers entdecken, in dem nun Fledermäuse wohnen.
Neben der akademischen Brauerei der Landwirtschaftakademie Eldena
gab es im Greifswald des 18. Jahrhunderts viele Familien, die für
den Eigenbedarf fröhlich vor sich hin gebraut haben. Laut einer
Gewerbesteuerrolle von 1845 spezialisierten sich dann später einige
Familien aufs Brauen:
- Ludwig Friedrichs Witwe (bis 1847)
- Carl Ferdinand Hinrichs
- Casper Möller
- Hermann Odebrecht (bis 1862)
Die Brauerei von C. Hinrichs wurde 1825 gegründet und in der
Johann-Sebastian-Bach-Straße errichtet. 1851 folgte der Umzug in
die Anklamer Straße. Das Maschinenhaus, die Mälzerei und die
Abfüllhalle stehen bis heute und beherbergen das Autohaus
Lindenberg (Opel).

Die Brauerei in der Grimmer Straße wurde 1865 durch den Kaufmann
F. A. Cleppin gegründet und ist 1870 auf August Sumpf übergegangen.
1897 fusionierte sie mit einer hessischen Brauerei zur
Herkules-Brauerei mit Sitz in Kassel.
1921-1935
war die hiesige Brauerei Abteilung bzw. selbständiges Unternehmen
des Engelhardt-Konzerns unter der Firma Engelhardt-Brauerei AG,
Greifswald. Ab 1935 dann Greifswalder Brauerei AG. Zu dieser
Zeit betrug der Bierausstoß jährlich rund 60.000 Hektoliter. |
Die
Greifswalder Brauerei AG in Greifswald wurde 1946 enteignet und
1952 als VEB Brauerei Greifswald weitergeführt. |
1974 gab es noch eine Umbenennung in VEB GK Hanseat Brauerei
Greifswald.
Nach der Wende 1990 konnte das Werk als Greifswalder Brauerei GmbH
reprivatisiert werden, hielt aber nicht lange durch und wurde 1992
durch die Nordbräu in Neubrandenburg übernommen. |
1993 wurde das Greifswalder Werk geschlossen und fristet seit dem
seine Tage als Lost Place…
Bitte bringt einen Stift mit und seid vorsichtig, nicht nur
wegen der Muggels.