Heureiter, Heinzen, Hoanzen, Heumanderl, Reuter oder wie auch
immer sie in verschiedenen Regionen und Ländern heißen - nach
dem "Heiat" waren -und sind sie im Süddeutschen und den
Nachbarländern- auf einigen Feldern und in unwegsamen Lagen, in
verschiedenen Varianten noch zu sehen.
Im schwäbischen nennt man sie "Hoiza".
Das Gerüst besteht aus 3 Holzstangen die oben verbunden sind,
dazu auf jeder Seite eine Quersstrebe in ca. 50 cm Höhe. Das am
Vortag gemähte Gras wurde, wenn der Tau weg war, auf Schwaden
gekämmt und nachmittags wenn es aussen angetrocknet war, "g´hoizt",
d.h. von unten nach oben auf die Stangen geschichtet. Es schweißt
sich außen regelrecht zusammen und bildet eine Schutzschicht, unter
der das Heu über mehrere Tage trocknen kann und auch vom Wind nicht
mitgenommen wird. Es gehört Erfahrung dazu das Gras so zu
schichten, daß es gut durchlüftet wird und nicht einsinkt.
Das fertige Heu wurde auf Schwaden geworfen und den Wagen
gegabelt, bzw. in neuerer Zeit mit dem Ladewagen
eingesammelt.
Der Vorteil dieser Art des Trocknens ist die sehr hohe Qualität des
Heus - das Gras kann anfangs noch etwas fermentieren, außerdem
erleidet es keinen Blattverlust wie beim maschinellen Heuen. Durch
die gute Durchlüftung können sich keine Schimmelpilze bilden
und es beginnen keine Gärprozesse, dadurch kann das Heu ohne
Ablagerung sofort verfüttert werden. Auch hält es sich bei
richtiger Lagerung sehr lange und behält fast vollständig seine
gesamten Inhaltsstoffe einschließlich Vitamine, Chlorophyll und
ätherische Öle. Dadurch duftet das Heu viel mehr wie Heu aus
anderen Herstellungsarten.
Nachteil ist der sehr hohe Arbeitsaufwand, den heutige Bauern
nicht mehr bereit sind zu erbringen, bzw. erbringen können denn es
ist mittlerweile unrentabel - wird das Heu mit den erbrachten
Arbeitsstunden verrechnet, ist es unbezahlbar. Heute sieht man die
"Hoeza" nur noch vereinzelt, wo früher ganze Wiesen damit
vollstanden.
Ihr steht hier vor einer "Beig" (für Reigschmeckte: einem Stapel)
der Holzgerüste, wie sie auf der Alb noch in vielen Winkeln
vergeblich auf eine weitere Nutzung warten...