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Dietrich Eckart Haus Traditional Cache

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TortiJayCee: [:)]

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Hidden : 5/16/2010
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:



Dietrich EckartHaus (Göllhaus)

haus

"Es hätte in der deutschen Geschichte wahrscheinlich keinen "Führer" Adolf Hitler gegeben, wenn er nicht am Anfang seiner politischen Laufbahn von einflussreichen Männern gefördert worden wäre. Der Münchner Polizeipräsident Ernst Pöhner gab ihm Rückendeckung, der Hauptmann Ernst Röhm stellte ihm die Verbindung zur Reichswehr her, der General Erich Ludendorff schenkte ihm sein Wohlwollen, und der Ingenieur Gottfried Feder öffnete ihm die Augen für die "Herrschaft des Zinses". Neben diesen Männern, die Hitlers politischen Werdegang in den ersten Jahren beeinflusst haben, steht der Dramatiker und Journalist Dietrich Eckart. Den meisten gilt er als der Förderer Hitlers schlechthin." (Plewnia 1970:7) Von den einen Hitler-Biographen "Gründer Hitlers", "Mentor", "Lehrer und Meister" genannt, wird Eckart von andern als "Biertisch-Politiker" abgetan. Margarete Plewnia hat es 1970 unternommen, in der Reihe Studien zur Publizistik unter dem Titel "Auf dem Weg zu Hitler" den "völkischen" Publizisten Dietrich Eckart genauer unter die Lupe zu nehmen, wobei sie sich "immer wieder vor die Aufgabe gestellt sah, zwischen Verklärung und Wirklichkeit zu unterscheiden." Die Ausführungen in diesem Kapitel basieren auf ihrer Untersuchung.

dietrich 1868 in der Nähe von Nürnberg geboren, verlor Eckart als Zehnjähriger seine Mutter. 1891 brach er sein Medizinstudium ab und wurde Schriftsteller. Sein Vater, zu welchem er ein zwiespältiges Verhältnis hatte, starb 1895 und hinterliess ihm ein Vermögen, welches Eckart jedoch schnell aufbrauchte. Fortan war er stets in finanziellen Nöten. Als glänzender Gesellschafter, der gerne im Mittelpunkt stand, liebte er es, als finanzieller Gönner aufzutreten. Er sprach auch dem Alkohol zu. Ab 1899 lebte er in Berlin, wo er verschiedene Dramen mit autobiographischen Zügen und weltanschaulichen und politischen Themen schrieb. Nach Plewnias Einschätzung war Eckart ein geschickter Werbetexter und begabter Journalist, jedoch ein mittelmässiger Dramatiker, dem der Erfolg lange Zeit verwehrt war. Für seinen Misserfolg machte Eckart die Umwelt verantwortlich. Ähnlich wie bei Adolf Hitler führte eine Tendenz, das eigene Schicksal zu erhöhen, zu einem übersteigerten Selbstbewusstsein. Eckart entwickelte eine Ideologie des "genialen höheren Menschen". Geistige Lehrmeister waren ihm u.a. Schopenhauer und Angelus Silesius. Auch von der indischen Maya-Lehre war Eckart beeindruckt. Wissenschaftlicher Systematik war Eckart abgeneigt. Nach seiner Heirat zog Eckart im Jahre 1915 nach München, wo er in politische Zirkel geriet. Ab Herbst 1918 arbeitete er für den "Münchner Beobachter", welcher der rechtsradikalen Thule-Gesellschaft nahestand, und ab Dezember des gleichen Jahres war er 2 Jahre lang Herausgeber der in ganz Deutschland verbreiteten Zeitschrift "Auf gut deutsch" (ständiger Mitarbeiter: Alfred Rosenberg), die als Ziel den Kampf gegen das Judentum verfolgte. Denn Eckart galt der Versailler Vertrag als Zeichen der weltweiten Verschwörung der Juden, ebenso die nachfolgende Bayerische Revolution und die Ausrufung der Räte-Republik. Er entwickelte ein eigentliches Sendungsbewusstsein und wurde zum Verkünder der sog. "Dolchstosslegende", die behauptete, dass nebst den Sozialdemokraten die Juden den Zusammenbruch und die Niederlage im ersten Weltkrieg verschuldeten, weil sie den Kampfgeist des Heeres zum Erlahmen gebracht hätten. Eckart erlag der Fiktion, das deutsche Volk sei zur "Erlösung der Welt" aufgerufen, um das 3. Reich zu erfüllen. Er blieb aber ohne wirklich breite politische Resonanz. Da kam ihm Adolf Hitler wohl wie gerufen, den er fortan seinen Freunden jeweils so vorstellen sollte: "Das ist der Mann, der einmal Deutschland befreien wird!" Am 14. August 1919 hielt Eckart vor Mitgliedern der DAP einen ersten Vortrag, wurde jedoch nicht Mitglied. (Trotzdem wurde er künftig als "Dichter der Bewegung" gefeiert.) Nach Plewnias Ansicht wollte er Distanz halten, denn später betrachtete er sich als Kontrolleur der Partei und ihres Führers. Adolf Hitler hörte er zu Beginn des Jahres 1920 in einer Versammlung reden, hat ihn aber möglicherweise schon im Herbst oder Dezember 1919 kennengelernt. Eckart erhielt wiederholt Besuch von Hitler. Gemeinsam teilten sie die Abneigung gegen die Juden. Während Hitler die Juden vorwiegend als Rasse verurteilte, verachtete Eckart sie als Vertreter einer bestimmten Geisteshaltung. Eckart wurde Hitlers "väterlicher Freund", von dem Hitler selber später sagte, er sei sein einziger grosser Freund gewesen. Dank Eckart wurde Hitler mit der Zeit gesellschaftsfähig und kreditwürdig. Eckart sah die Vorteile Hitlers in dessen hypnotischer Ueberzeugungskraft und Redegabe und in seinem Draufgängertum. Ausserdem war Hitler Junggeselle und als Autodidakt noch belehrbar. Nach seiner Scheidung im März 1921 gab Eckart "Auf gut deutsch" zugunsten des "Völkischen Beobachters" auf (welcher Ende 1920 von der NSDAP gekauft worden war) und trat in die Dienste des 20 Jahre jüngeren Adolf Hitler. Im Sommer 1921 verhalf Eckart Hitler in einer internen Parteikrise durch seine Vermittlerrolle zum Sieg, und Hitler machte sich zum Diktator der bis anhin nach demokratischen Grundsätzen geleiteten NSDAP. Gleichzeitig mit Hitlers Aufstieg verlor Eckart mit der Zeit an Bedeutung. Neue, jüngere Männer (u.a. Rudolf Hess) etablierten sich in Hitlers Nähe. Noch im Frühling 1923 pries Eckart, der das Schlagwort "Deutschland erwache!" geprägt hatte, Hitler im Völkischen Beobachter als "Erlöser". Obwohl Eckart am 8. November 1923 bei Hitlers Bürgerbräuputsch nicht anwesend war und es unklar ist, ob er beim Marsch auf die Feldherrnhalle mitmachte, wurde er am 15. November verhaftet und u.a. auf Landsberg interniert. Als er am 26. Dezember 1923, sechs Tage nach seiner Haftentlassung, durch Herzversagen starb, wurde er zum Märtyrer für die "Bewegung". Die Mythisierung Eckarts ging von Hitler aus. Plewnia (1970:112) meint:"Es ist nicht ohne historischen Reiz zu erwägen, wie sich die Beziehungen Hitlers zu Eckart gestaltet hätten, wenn der Tod nicht dazwischen getreten ware. Hätte Eckart die gleiche Behandlung erfahren wie die Altparteigenossen Anton Drexler und Gottfried Feder, die beide von Hitler abgeschoben wurden?" Einige Monate nach Eckarts Tod erschien seine unvollendete Schrift "Der Bolschewismus von Moses bis Lenin. Zwiegespräch zwischen Hitler und mir" (ob mit oder ohne Bewilligung Hitlers ist unklar), mit welcher Eckart versuchte, der Partei und Hitler ein weltanschauliches Fundament zu geben. Plewnia (1970:94-112) erbringt den Beweis, dass Eckart entgegen seinen Angaben alleiniger Autor war und Hitler nur fiktiver Gesprächspartner.

Quelle: Margarete Plewnia & Bundesarchiv für Zeitgeschichte München


Da das Haus bis heute noch von dem Amerikaner (U.S. Army AFRC) genutzt und streng bewacht wird, liegt der Cache unterhalb vom Haus.

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