Eine kleine Geschichte vom Geocachen
Es war ein kalter Morgen im November. "Zieh dir Handschuhe an,
sonst frieren dir die Finger" sagte ich zu mir - ich klang schon
wie das Echo meiner Mutter! Egal, ich nahm auch noch Schal, Mütze
und Gummistiefel und war jetzt wirklich für alles gerüstet. GPS,
Ausdrucke (wo wollten wir noch mal genau hin?), Handy,
Kugelschreiber, Taschentücher, Schlüssel - habe ich auch wirklich
nichts vergessen? Doch: Geld und der TB, der weiter muss! Sollte
ich noch mal an den Rechner und kontrollieren ob nicht doch noch
ein neuer Cache in der Nähe gepublished wurde? Doch jetzt kamen zum
Glück Matthias und die anderen im Alfa und endlich ging es los! Es
war etwas eng im gut gefüllten Cachemobil aber unsere letzten
Erfahrungen mit mehreren Wagen zeigten: nicht jeder Cacher findet
mit dem Auto den Weg zum Start! Nach kurzer Fahrt war der Parkplatz
erreicht und damit auch die erste Station am Waldrand. Ein
Hasengrill zwischen den Baumwurzeln - das war noch keine große
Herausforderung.
Dann wurde es schwieriger und wir suchten und suchten. Bis Björn
sich auf die Cacher-Regel No.3 besann (Caches kann man in 3
Dimensionen verstecken) - "Gefunden!" rief er aus der Astgabel und
hielt das Döschen in die Höhe. "Yeah, Bravo, Chapeau, Hut ab" - da
wäre ich nicht hochgekommen. Die nächste Station war auf einem
gepflegten Gelände das mir sehr bekannt vorkam. Erst neulich war
ich hier mit einer Freundin die mal wieder versuchte, mich vom
Geocachen zum Golf spielen zu bringen. "Da ist man auch bei Wind
und Wetter draußen und sucht immer was im Gelände." sagte sie. Ich
hielt natürlich dagegen "umständlich und viel zu teuer" - aber
jetzt blickte ich auf unsere Ausrüstung und ganz billig war die
auch nicht gewesen. Vor allem Karl mit seinem neuen iphone und den
tausend nützlichen und unnützen Dingen in seiner
1000-Taschen-Outdoor-Weste hatte doch ziemlich viel investiert. Vom
Einkommensverlust durch die Zeitverschwendung für das Lösen von
Mysteries mal ganz abgesehen.
Jedenfalls kannte ich das Gelände schon und so standen wir in
kürzester Zeit an der nächsten Station. Hier war ausgefallenes
Rätseln angesagt, denn das Papier zeigte nur seltsame Flecken:
„Hat jemand das Morse-Alphabet dabei?“ „Das sind
doch Tango-Schritte!“ „Foxtrott ist das!“
„Quatsch, das ist Braille-Schrift!“ Nach 10 Minuten
schlug ich mir an die Stirn: "Da bin ich mal wieder dumm wie Oscar
gewesen! Genau das System habe ich letzte Woche schon mal
benutzt.“ Naja, Hauptsache wir konnten die nächsten
Koordinaten herausbekommen. So sagten wir dem Golf-Platz Lebewohl
und fanden schnell die nächste und letzte Station.
Die erforderte den ganzen Heimwerker und da kam Karls Stunde!
„Charlie, hast du einen Schraubenzieher?“
„Charlie, hast du mal eine Pinzette?“ Gut, dass Charlie
dabei war, sonst ständen wir jetzt noch mit blutigen Fingernägeln
im Wald am Final! Höchst zufrieden trugen wir uns ins Logbuch ein,
tauschten unsere Tbs und Coins und machten uns auf den Heimweg.
„Sag mal Mike, hast du nicht sogar bald die 1000 voll?“
„Bald ist übertrieben, aber irgendwann im Sommer ist es
soweit.“
Darum durfte MS auch als erster
loggen!
... und hier kannst du deine Lösung kontrollieren:
Geochecker.com.