Für Geschichtsinteressierte:
Das bayrische Benediktinerkloster Tegernsee besaß schon vor 1011 hier Grundstücke und richtete im Laufe der Zeit hier die Herrschaft Achleiten ein. Die ursprüngliche, mit Türmen befestigte Anlage befand sich in der Nähe der Donau und war ständig von Hochwassern bedroht. Das jetzige Schloss wurde im barocken Stil anstelle eines Bauernhauses von 1727 bis 1734 erbaut und diente etliche Jahre als Sommersitz der Tegernseer Benediktiner. Im Jahre 1836 kam das Schloss Achleiten in den Besitz der Freiherrn von Blomberg, die eine Renovierung im klassizistischen Stil durchführen ließen. Die damalige Schlosskapelle wurde in den folgenden Jahren Stück für Stück abgetragen und das Schloss 1894 an Jaromir Ritter von Skoda, dem Bruder des Gründers der Skodawerke verkauft. Letztendlich erbten die bayrischen Freiherren von Weichs das Anwesen und sind noch immer Eigentümer des Schlosses Achleiten. (aus: Stenzel G.: Von Schloß zu Schloß in Österreich)
Die Sage um die verborgene Gruft:
Seit Jaromir Ritter von Skodas Zeiten hält sich die Sage um einen verschollenen Schatz der Gruft des Schlosses Achleiten vehement. Es wird getuschelt, jeder seither verstorbene Angehörige wurde in einer geheimen, tief im Forst des Schlosses liegenden Grabstätte beigesetzt. Jeder und jedem Toten soll jeweils eine wertvolle Gabe ins Jenseits mitgegeben worden sein. Diese Schätze sagt man, befinden sich gesammelt in der Nähe der verborgenen Grabstätte.
Kein Problem den Schatz zu finden, denkst du jetzt, doch halt ein! Schon viele sollen ihr Glück versucht haben, jedoch beinahe niemand kehrte bislang zurück. Die wenigen Überlebenden waren nach ihrer Rückkehr von einem seltenen Wahnsinn geprägt und faselten immerzu von einem übelgesinnten Waldkobold namens Knox, der die Gruft samt Schatz von seinem hölzernen Thron aus bewacht und jeden Suchenden mit einem wilden Fluch belegt.
Ob die Geschichte tatsächlich einen Funken Wahrheit trägt, das weiß ich nicht. Nie habe ich mich selbst in diese Gegend gewagt, wusste ich auch nicht, wo meine Suche beginnen könnte.
Doch nun geschah es, dass ich eines Abends den alten Schulmeister des Ortes traf. Er war selten redselig, wohl ob des guten Weines, dessen Reste noch in der Flasche in seiner linken Hand beim wilden Gestikulieren hin und herschwappten.
Er erzählte:
"Hicks... ja, ja genau da, da sollst du deine Kutsche stehen lassen. Deine Pferde sollen die Geister des Waldes nicht wecken. Gehe von hier Richtung ... ." Er machte eine kleine Pause, drehte sich eher unbeholfen ein paarmal um die eigene Achse und fuhr dann fort: " ... Richtung Westen und genieße die wunderbare, ach so zivilisierte Ausstrahlung des Schlosses noch solange du kannst." Er kicherte, nahm einen Schluck und sprach: "Nach etwa 600 Metern, kurz bevor du den Weg verlassen wirst, triffst du auf Holla, die Waldfee, die Wandersleute seit jeher vor Knox' Gemeinheiten und Verwünschungen schützt." Er lächelte weggetreten, so als ob er sich einer früheren Liebe entsinne, erschrak aber dann und berichtete weiter. "Sie ist recht scheu und erscheint in Form einer riesigen Eiche. Begrüße sie mit einer groooßen Umarmung und lasse ein kleines Geschenk zu ihren Wurzeln als Zeichen deines guten Willens zurück." An dieser Stelle grinste er verwegen, was mich doch einigermaßen zweifeln ließ. Doch bevor ich ihn durchschauen konnte, fuhr er fort: "Verlasse den Weg noch einigen Metern. Des fleißigen Jagdmanns Sitz verfehlt ich damals und so ging's flott hinunter und gleich wieder hinauf und dann....einer geraden Linie folgend", hier wankte er böse hin und her, drohte beinahe zu stürzen, "wirst du die Gruft der Herrschaften erreichen - und oh wehe, wehe dir, Knox hockt auf seinem Thron und hat dich gewittert, bevor er den Schatz retten konnte. Wehe dir...."
Mit diesen Worten setzte sich der Schulmeister, lehnte sich an einen Baumstamm und schien wegzudösen. Doch noch einmal musste er husten, nahm noch einen weiteren Schluck, lächelte gerissen und meinte: "Einmal, einmal konnte ich diesen Kobold von Knox dabei beobachten, wie er zum Schatze lief. Von seinem Thron sprang er auf, lief durch das Tor vor ihm und nach genau zwei Dutzend humpelnder Schritte stürzte er mit schützenden Armen auf den Schatz der Gruft. Er zischelte dabei etwas, ich konnt' es nicht verstehen, wollt ich doch nur..."
Und genau an dieser Stelle überfiel den alten Herrn tatsächlich ein tiefer Schlaf, aus dem ich ihn nicht mehr zu erwecken vermochte. Oft denke ich seither an des Schulmeisters Geschwafle, doch noch nie wagte ich tatsächlich, die verlorene Gruft samt seiner Schätze vergangener Generationen wohlhabender Schlossherren selbst aufzusuchen....
Bitte bedenkt: Es müssen keine Verbotsschilder missachtet werden, auch der Anliegen der Schlossleute darf man entgegenkommen. Ein weiterer möglicher Parkplatz findet sich auch ca. 700m weiter südwestlich, von dort aus nähert man sich dem Schloss und der Waldfee dann natürlich in gegensätzlicher Richtung...