Hochhalde (Kippe) Lippendorf
Eine der wenigen Erhebungen (ca. 30m) in der Leipziger Tieflandsbucht befindet sich bei Lippendorf-Kieritzsch - wie die meisten anderen auch eine von Menschen geschaffene. Entstanden ist sie mit dem Aufschluß des Tagebau Böhlen 1921 (ab 1969 Tagebau Zwenkau) - der Aufschlußabraum wurde auf Hochhalde bei Lippendorf verkippt.
Diese Hochhalde wurde auch als Ringspülkippe des kurz danach entstehenden Kraftwerkes Böhlen genutzt, welches damals das weltgrößte seiner Art war. 1927 kam es zu einem Dammbruch auf der Kippe, wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Setzungsfließrutschung im Tagebau Böhlen. Die Wasser- und Schlammmassen ergossen sich in die Ortschaft Spansdorf (welche deshalb später aufgegeben wurde) und teilweise nach Lippendorf. Dabei ertrank ein Kind.
(Zufällig jährte sich kurz vor Cache-Legung die Tragödie von Nachterstedt am 18.Juli zum ersten Mal, bei welcher ebenfalls durch einen Erdrutsch im Gebiet eines ehemaligen Braunkohlen-Tagebaus 3 Todesopfer zu beklagen waren).
Unrühmlich über die Landesgrenzen bekannt wurde die Kippe im 2. Weltkrieg, da sie zeitweilig als Lager für holländische Zwangsarbeiter genutzt wurde (De Kippe „Höhensonne“).
Für das gesamte Gelände gilt leider "Betreten verboten". Als Begründung wird "die Durchsetzung von Teilbereichen mit Bombenblindgängern sowie Kohle-Schwelbrandnestern" angegeben. Aus diesem Grund liegt der Cache am Rande der Kippe und für alle, die sich an das Verbot halten, hier noch einige Informationen:
- bis zur Wende wurde die Kippe teilweise intensiv als Lager-/Zwischenlager genutzt. Seither ist das Gelände weitgehend unberührt und sich selbst überlassen. Auch deshalb gibt es keine Stelle, die einen Ausblick auf die Umgebung erlaubt.
- am östlichen Rand verläuft die wegen Aufschluß des Tagebau Kahnsdorf verlegte Pleiße.
- nord-westlich befinden sich Reste des stillgelegten Alt-Kraftwerk sowie das neue Kraftwerk Lippendorf.
- westlich befand sich bis nach der Wende das Ferrolegierungswerk Lippendorf. Daraus entstand die Werkstoff-Union Lippendorf, welche Mitte der 90-er Jahre als der wohl größte Subventionsbetrug im Freistaat Sachsen traurige Berühmtheit erlangte (die Rede war von über 300 Mio DM). Heute befindet sich auf dem Gelände die BGH Edelstahl.
