Die Gesteinszonen der Ostalpen
Geologisch werden die Alpen in die Westalpen und in die Ostalpen gegliedert, die Grenze bildet die Linie Rheintal – Splügenpaß – Comersee.
Generell handelt es sich bei den Alpen um ein Deckengebirge. Das bedeutet, dass Gesteinszonen, die ursprünglich nebeneinander entstanden sind, im Zuge der Gebirgsbildung durch die Einengung gefaltet und schließlich deckenartig übereinandergestapelt wurden.
Die Alpen zeigen eine außerordentlich große Gesteinsvielfalt, am Aufbau der Alpen sind alle Gesteinstypen vertreten, wobei Sedimentgesteine und metamorphe Gesteine (Umwandlungsgesteine) überwiegen, aber auch magmatische Gesteine, und zwar sowohl Plutonite (Tiefengesteine) als auch Vulkanite (Ergussgesteine) kommen vor.
Die Ostalpen werden vor allem von den ostalpinen Decken aufgebaut. Unter den ostalpinen Decken verborgen liegt das Penninikum, eine westalpine Gesteinseinheit. Das Penninikum schaut in den Ostalpen nur an wenigen Stellen fensterartig unter den ostalpinen Decken hervor, und zwar im Engadiner Fenster, Tauernfenster und Rechnitzer Fenster.
Penninikum
In einzelnen tektonischen Fenstern kommt unter den Ostalpinen Decken das tiefste tektonische Stockwerk der Ostalpen, das Penninikum, zum Vorschein. Am eindrucksvollsten ist das Tauernfenster, das vom Brenner bis zum Katschberg reicht. Das Penninikum des Tauernfensters besteht aus drei Gesteinszonen: (a) sehr alte, metamorphe Gesteine, in die vor ca. 300 Millionen Jahren aus der Tiefe granitische Gesteinsschmelzen aufgedrungen und zu riesigen Plutonen erstarrt sind. Plutone sind riesige Tiefengesteinskörper innerhalb der Erdkruste. Die aufsteigende Gesteinsschmelze hat die Erdoberfläche nicht erreicht, sondern ist noch innerhalb der Erdkruste zu Plutonen erstarrt. Diese Granitplutone wurden während der alpidischen Metamorphose und Gebirgsbildung zu Gneisen überprägt und liegen heute als (b) Zentralgneiskerne vor. Die jüngsten Gesteine werden als (c) Obere Schieferhülle zusammengefasst. Es handelt sich dabei um verschiedene Sedimentgesteine und Vulkanite, die im damaligen Penninischen Ozean im Zeitabschnitt Perm bis Unterkreide (ca. 290 bis 100 Mill. Jahre vor unserer Zeit) abgelagert und später metamorph überprägt wurden. So wird beispielsweise der Großglockner aus metamorph überprägten Ozeanbodenbasalten aufgebaut.
Mittelostalpines Altkristallin
Große Bereiche der Zentralalpen westlich, südlich und östlich des Tauernfensters werden von metamorphen Gesteinen aufgebaut, die als „Altkristallin” zusammengefasst werden. Häufigste Gesteine sind verschiedene Typen von Glimmerschiefern, Amphibolite und Gneise, lokal auch Eklogite, Marmore und Pegmatite. Die Gesteine sind stark deformiert und mehrmals metamorph überprägt worden, sie haben mindestens zwei Gebirgsbildungen mitgemacht.
The rock zones of the Eastern Alps
Geologically the Alps are subdivided into the Western Alps and the Eastern Alps, with the borderline running along the Rhine Valley across the Splügen Pass to Lake Como.
Generally, the Alps are an overthrust mountain range. Rock zones which had originally developed side by side were folded in the course of orogeny through convergence and finally stacked on top of each other in the form of nappes.
The Alps are characterised by an extreme rock variety. All rock types are represented in the Alps, with a predominance of sedimentary rocks and metamorphic rocks (rocks formed through metamorphism). However, magmatic rocks – both plutonic rocks (deep-seated rocks) and volcanic rocks (effusive rocks) – are also found there.
The Eastern Alps are made up, above all, of the Austroalpine nappes. Buried under the Austroalpine nappes is the Penninic Zone, a western Alpine rock unit. There are only a few places in the Eastern Alps where the Penninic Zone emerges through tectonic windows in the Austroalpine nappes – the Engadin Window, the Tauern Window and the Rechnitz Window.
The Penninic Zone
There are some isolated tectonic windows in which the lowest tectonic unit of the Eastern Alps, the Penninic Zone, emerges from the Austroalpine nappe system. The Tauern Window certainly is the most impressive one, extending from the Brenner Pass to Katschberg. The Penninic Zone of the Tauern Window consists of three rock units: (a) very old metamorphic rock, into which granitic rock melts intruded from the depth about 300 million years ago and solidified in the shape of huge plutons. Plutons are large masses of igneous rock within the crust of the earth. The rising rock melt never reached the surface, but consolidated as a pluton before breaking through the crust. These granite plutons were overprinted during Alpine metamorphism and orogeny to form the gneisses which now appear as (b) central gneiss cores. The youngest rocks are all part of (c) the “Obere Schieferhülle”. They comprise various sedimentary and volcanic rocks deposited in the Penninic Ocean between the Permian and the Lower Cretaceous periods (approx. 290 to 100 million years before our time) and which subsequently were overprinted through metamorphic processes. The Grossglockner, for example, consists of metamorphically overprinted ocean floor basalts.
Central Austroalpine crystalline basement
Large parts of the Central Alps to the west, south and east of the Tauern Window consist of metamorphic rocks, which are generally referred to as "Altkristallin" (crystalline basement). Among the rocks found there most frequently are mica schists, amphibolites and gneisses, with some local occurrences of eclogites, marbles and pegmatites. These rocks were strongly deformed and metamorphically overprinted several times. They experienced at least two orogenies.
(Source: THE WONDERFUL WORLD OF MOUNTAINS, THE AUSTRIAN ALPS, A CONTRIBUTION TO THE INTERNATIONAL YEAR OF MOUNTAINS 2002 PUBLISHED BY THE FEDERAL PRESS SERVICE VIENNA 2002 here. )
Ködnitztal – an der Grenze des Tauernfensters
Das Ködnitztal ist innerhalb der, zur Großlandschaft der Zentralalpen zählenden, Hohen Tauern der Glocknergruppe zugehörig, aus der es in das Kalser Tal mündet. Seine Lage definiert sich nicht nur als an der Grenze zweier Gebirgsstöcke gelegen, nämlich der Glocknergruppe im Norden und der Schobergruppe im Süden, sondern auch über die geologisch bedeutsame Situierung an der Südgrenze des Penninikums (Tauernfenster), direkt am Übergang zum Altkristallin des Mittelostalpins.
Im Rahmen der ab dem Lucknerhaus taleinwärts erfolgenden geologischen Beurteilung des Ködnitztales ist eine generelle Zugehörigkeit zu penninischen Gesteinsserien festzustellen, die ausschließlich aus metamorphen Gesteinen aufgebaut sind. Ungefähr ein Drittel des Tals zählt dabei zur Matreier Schuppenzone, die Restfläche zur Zone der Glocknerfazies und der Ophiolithe, die zur Oberen Schieferhülle gehört.
Als Matreier Schuppenzone wird ein schmaler Gesteinsstreifen am Südrand des Tauernfensters bezeichnet, der seinen Namen von Matrei in Osttirol bezieht. Innerhalb der Vorkommen im Ködnitztal liegt eine enge Wechsellagerung von zur Bündnerschiefergruppe gehörigem hellen wie auch dunklen Phyllit, hellem und dunklem Quarzit, Kalkglimmerschiefer und Serpentinit sowie zur Gruppe der permotriasischenGesteine gehörigem Dolomit- wie auch Kalkmarmor vor.
Zone der Glocknerfazies und der Ophiolithe Innerhalb der Glocknerfazies liegen, mit einer Mächtigkeit von mehreren 1000 Metern, Kalkglimmerschiefer (Bündnerschiefer), ursprünglich feinkörnige, mergelige Tiefseesedimente, mit geringmächtigen Anteilen von Breccien, Quarziten und Phylliten vor.
Darin eingeschaltet sind mächtige basische Metavulkanite, die im Falle des Ködnitztales heute als Amphibolite und Prasinite vorliegen, und ozeanische Krustengesteine des ehemaligen penninischen Ozeans repräsentieren. So ist beispielsweise der Großglockner, als höchster Berg Österreichs, aus Prasiniten aufgebaut. Diese zählen zu einer aus verschiedenen Gesteinen bestehenden Abfolge ozeanischer Kruste, die nicht subduziert sondern am Kontinent in das entstehende Gebirge eingeschuppt und mitgefaltet wurde und als Ophiolith bezeichnet wird.
The Ködnitztal – on the border of the Tauern Window
The Ködnitztal belongs to the major landscapes in Central Alps - Hohe Tauern Glockner group - from which it flows into the Kals valley. Its location is defined not only on the border between two massifs, namely the Glockner group in the north and the Schober group in the south, but it is also geologically situated on the southern border of the Penninic (Tauern window). In the Ködnitztal the Penninic zone directly transits to the Central Austroalpine Altkristallin - crystalline basement zone.
Part of the valley from the Lucknerhaus - geologically assess as “Ködnitztales” - is constituted by Penninic rocks series which are exclusively composed by metamorphic rocks. About a thirds of the valley belongs to Matreier flake zone, the remaining area - zone of “Glocknerfazies” and ophiolites - belongs to the “Obere Schieferhülle”.
The Matreier flake zone is built by narrow strips of rock at the southern edge of the Tauern window and it takes its name from Matrei in Osttirol. Alternately overlays such rocks as bright and dark phyllite, white and red quartz, serpentinite and limestone mica slate or dolomite- and limestone- marbles are presented in the Ködnitztal.
Among the Glocknerfazies with a thickness of several thousand meters limestone mica slate, originally fine grained, marl deep sea sediment, with thin front units of breccias, quartz and phyllite is found.
Bulk metavolcanic rocks presented in Ködnitztales today as amphibolites and prasinite represent oceanic crustal rocks of the former Penninic Ocean. Such assemblage of rocks from oceanic crust is known as ophiolite. The Grossglockner, the highest Mountain in Austria, is built from prasinite.
(Source: Exkursionsbericht, Das Ködnitztal, Ein kultur- und naturwissenschaftlicher Leitfaden des Nationalparks Hohe Tauern – Tirol here. )
Ködnitztal im Nord-Süd Profil
Schemazeichnung des geologischen Profils des Ködnitztals in Nord-Süd Richtung ist an der folgenden Abbildung.
The Ködnitztal in the North-South profile
Schematic description of the geological profile of the Ködnitztal in North-South direction is in the following picture.
For larger image click here.
Für die Logerlaubnis dieses Earthcaches
Erstens beantworten Sie die folgenden Fragen – per Email (mittels unser Profil):
1) Welche Art von Gestein sollte stattdessen XXX auf dem Bild oben geschrieben werden?
2) Welche Art von Gestein sollte stattdessen YYY auf dem Bild oben geschrieben werden?
3) Was sind die Namen der tektonischen Fenster in den Ostalpen?
4) Wer ist Autor dieses Zitats: “Das Wesentliche an einer Bergwanderung ist nicht der Gipfel, auch nicht der Abgrund oder der Kampf, nicht der Gefahr und nicht der Mut, sondern der Raum, der Horizont, den uns der Berg eröffnet“
(Alle Antworten sind auf Informationstafeln des Lehrpfades „Berge Denken“ bei der Benützung Spoilers und in Listing zu finden).
Zweitens (freiwillig aber gerngesehen) fotografieren Sie sich oder Ihr GPS bei Photopoint N 47 ° 01,224 E 012 ° 41.360 mit Blick auf den Großglockner (siehe Muster). Das Foto hänge bitte Ihrem Log an. Photopoint ist identisch mit dem ersten Haltestelle des Naturlehrpfades „Geo-morpho-logischer Lehrpfad Landschaften um die Glorer Hütte“. Photopoint ist wenige Minuten (ca. 40 Höhemeter) von dem Ausgangspunkt des Lehrpfades in Richtung Glorer Hütte auf dem gut markierten Wanderweg.
(Um das Bild aufzunehmen braucht man den Wanderweg nicht zu verlassen.)
Bitte: Schicken Sie uns per Email die Antworten und gleich können Sie loggen. Falls nötig kontaktieren wir Sie. Die Antworten schreibein Sie nicht ins Log!
Log permission
In order to log „Found it“ for this earthcache finish the following tasks:
First send us email (via our profile) with answers to the following questions:
1) What type of rock should be written instead XXX at the picture above?
2) What type of rock should be written instead YYY at the picture above?
3) What are the names of tectonic windows in the Eastern Alps?
4) Who is author of the following quotation: “Das Wesentliche an einer Bergwanderung ist nicht der Gipfel, auch nicht der Abgrund oder der Kampf, nicht der Gefahr und nicht der Mut, sondern der Raum, der Horizont, den uns der Berg eröffnet“ (“The fundamental of a mountain walk is not the top not even the depth or the fight it is not the danger or the courage but it is the space and the horizon opened to us by the mountain”)?
(All answers can be found at information panels of the nature trail using spoilers and in the listing).
Second (optional but welcome) add a picture of you or your GPS at the required coordinates (Photopoint at N 47° 01.224 E 012° 41.360) together with view towards the Großglockner to your „Found it“ log (see examples). The Photopoint is the identical to the first stop of nature trail Geo-morpho-logischer Lehrpfad Landschaften um die Glorer Hütte. It is few minutes (cca 40 m change in elevation) from the starting point of the nature trail in direction to Glorer Hütte on the well marked tourist path.
(To taking picture it is not necessary to leave the path).
You can log directly after sending the email with answers, if there is any problem we will contact you. Do not to write answers in your log!
To get there:
You can reach the Lucknerhaus from Kals am Großglockner either by car or post bus (few times per day) via toll road „Kalser Glocknerstrasse“ (9 EUR per car - situation at 2010) or by walk (cca 2 hours and 600 meters change in elevation).
