Die Schwäbische Alb ist das größte zusammenhängende Karstgebiet Deutschlands. Die fallenden Niederschläge versickern rasch in den Spalten und Klüften des Kalkgesteins und treten über unterirdische Systeme von Wasserläufen und Höhlen am Rand der Albhochfläche als teilweise mächtige Quellen zutage (bekanntes Beispiel ist der Blautopf bei Blaubeuren). Daher sind auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb kaum Oberflächengewässer vorhanden,
Somit stellte die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser ein permanentes Problem dar. Regenwasser wurde in Zisternen oder Hülen, gesammelt. Den Zustand des Wassers war oft unzureichend. Trübes, gelbes und stinkendes Wasser war die Regel. Sauberes Wassers musste auf Fuhrwerk in Fässern von den im Tal gelegenen Quellen über steile Wege in die Dörfer transportiert werden.
Deshalb plante man schon früh den Bau von Wasserleitungen. Erste Versuche mit Druckleitungen auf der Alb gab es bereits im 17. und 18. Jahrhundert, die aber nur einige wenige Punkte versorgen konnten Erst im 19. Jahrhundert standen jedoch geeignete Pumpen und Rohre, die dem notwendigen Wasserdruck bei noch größerer Förderhöhe dauerhaft standhalten konnten, zur Verfügung.
1866 legte der Ingenieur und Baurat Karl Ehmann dem württembergischen Königlichen Ministerium des Inneren einen Plan zur Wasserversorgung der Gemeinden auf der Alb vor, in Form von "technischen Voruntersuchungen mit Plan über die Thunlichkeit einer künstlichen Wasserversorgung der Alborte des Königreiches". Nach seinen Plänen sollten acht Pumpwerke in Flusstälern über Druckleitungen Hochbe-hälter auf der Alb speisen, von denen aus jeweils mehrere Gemeinden (vorgesehen waren zunächst 60) über Hydranten und Hausanschlüsse mit Wasser versorgt werden sollten.


Während das Ministerium sein Vorhaben von Beginn an unterstützte, lehnten die Albgemeinden es zunächst dennoch als unrealistisch oder zu kostspielig ab. Eine Vorreiterrolle spielten dann aber die Gemeinden Justingen, Ingstetten und Hausen, die 1869 dem Bau der ersten "Albgruppe" bei Schelklingen zustimmten, die ca. 1300 Einwohner versorgen sollte. Diese spätere Gruppe VIII pumpte von Teuringshofen aus das Wasser der Schmiech in einen Druckbehälter bei Justingen. Diese erste Pumpstation der Albwasserversorgung ist heute ein technisches Baudenkmal und kann nach telefonischer Voaranmeldung besichtigt werden.