Dieser Earthcache führt Dich zu den Hängen des Stux. Der Stux
oder Stuxberg ist eine felsige Anhöhe oberhalb von Unkel-Heister,
von der aus sich die Aussicht über das Rheintal bei Unkel eröffnet.
Er liegt im Naturpark Rhein-Westerwald im nördlichen
Rheinland-Pfalz und ist damit Teil des rechtsrheinischen
Schiefergebirges.
Geologisch ist der Stux interessant, da hier gut sichtbar das
geschichtete Sedimentgestein in der „Unkeler Falte“
abbricht. Die Meeresablagerungen eines ehemaligen Ozeans bestehen
aus Kalkschiefer in meist horizontaler, teilweise aber auch
senkrechter Schichtung und sind ca. 400 Millionen Jahre alt
(Devon). Sie entstanden bei der Kollision der Kontinente Laurussia
und Gondwana. Heute wird der untere Bereich des Stux zum Weinbau
genutzt, teilweise im Terrassenanbau.

Blick auf die Hänge des Stuxberges
Der Earthcache führt Dich über drei Stationen entlang der
Hänge des Stuxberges. Der Gebirgsstock des Stux bietet einen
besonderen Aufschluss der sogenannten Siegener Schichten aus
dem Unterdevon. Wenn man seinen Blick über den Stux schweifen
lässt, stellt sich natürlich als erstes die Frage, wie die Felsen
entstanden sind. Wie sind die versenkten Meeresablagerungen zu
diesen steilen Berghängen geworden? Grundsätzlich spricht der
Geologie im Zusammenhang der Gebirgsbildung von der
Orogenese. Dabei werden drei Stadien
unterschieden:

Phasen der Gebirgsbildung
1.
Stadium: Ein Streifen in der Erdkruste dehnt sich und senkt sich
ab. In dieser Senkungszone lagert sich rasch Material ab und
mächtige Sedimentstapel wachsen heran.
2. Stadium: Die Sedimentgesteine werden aufgefaltet und
verformt.
3. Stadium: Die aufgefalteten Gesteine werden herausgehoben und
bilden ein sichtbares Gebirge, das nun Abtragungsprozessen
ausgesetzt ist und auf diese Weise allmählich wieder zur sanft
gewellten "Rumpffläche" eingeebnet wird ("Einrumpfung")
Auf diese Art hat sich auch das Rheinische Schiefergebirge
gebildet. Eine bruchhafte Dehnung im Untergrund führte zum Absenken
des Rheinischen Trogs und schaffte somit Platz für weitere
Ablagerungen. Bis zu einem halben Millimeter pro Jahr sind die
Sedimentschichten angewachsen (in 1000 Jahren macht das 1/2 Meter,
in 17 Mio. Jahren zehn Kilometer).
Zu Beginn des Karbons (vor rund 345 Mio. Jahren) war der Abschnitt
des Absinkens und Nachfüllens beendet. Es kam zur Kollision
zwischen dem Nordkontinenten Laurussia und dem
Südkontinenten Gondwana. Beide Kontinente zusammen bildeten
den Megakontinenten Pangäa. In der Kollisionszone entstanden
massive Auffaltungen und Verformungen. Dieser Vorgang wird in der
Geologie als variszische Gebirgsbildung
bezeichnet.

Modell der variskischen Auffaltung im Oberkarbon: Während
auf der einen Seite Ozeanboden obduziert wird (rechte Seite), führt
auf der anderen Seite die Kollision zweier Kontinente zu
Auffaltungen (linke Seite)
Auch im Bereich Unkel entstanden durch das seitliche
Zusammenstauchen der fein säuberlich aufgestapelten
Sedimenschichten ein unregelmäßiges wellenförmiges Gebilde mit
Sätteln und Mulden.
Bei der Unkeler Falte handelt es sich um einen Sattel, d.h. um eine
Falte, bei der die älteren Gesteinsschichten innen und die jüngeren
außen sind. Auf der Nordseite der Falte sind die Schichten steil
bis überkippt, und auf der Südseite fallen sie flach nach Südosten
ein.

Die Unkeler Falte
Der Earthcache startet auf der "Rückseite" des Stuxberges bei
N 50° 35.980 E 007° 13.591. Von dort geht es zu N 50° 35.841 E 007°
13.467. Hier hast Du einen schönen Blick auf die steilgestellten
Schichten der überkippten Unkeler Falte. Nun geht es entlang des
Stuxberges zu N 50° 35.575 E 007° 13.811 (schließe auf dem Weg
das Wildgatter hinter Dir). Vergleiche den Winkel der Faltung
zwischen den drei Stationen. Als kleinen Bonus kannst Du von hier
noch ein paar Meter weiter gehen. Bei N 50° 35.562 E 007° 13.828
sieht man eine Quelle, wo das Wasser aus dem zerklüfteten Gestein
zutage tritt und in offenem Gerinne ins Tal
läuft.

Blick auf den Stuxberg an Station
1
Als kleiner Exkurs findet sich bei N 50° 35.977 E 007° 13.609
ein sehenswerter Wasserfall der Unkeler Schweiz - auch bekannt als
die "Kaskade von Unkel". Ursprünglich (seit 1412 belegt) klapperte
hier im Tal das Mühlrad der Urbachsmühle. Der rauschende
Wasserfall, der aus einem oberhalb liegenden Staubecken versorgt
wird, ist demnach künstlicher
Natur.

Die "Kaskade von
Unkel"
Um
diesen Earthcache zu loggen, erfülle bitte folgende
Aufgaben:
- Bestimme den Winkel der Faltung an den drei Stationen. Sende
mir Deine Ergebnisse und vergleiche
sie!
- Ich würde mich freuen, wenn Du ein Foto von Dir oder
von Deinem GPS vor der Unkeler Falte bei N 50° 35.841 E 007° 13.467
machst.
Quellen: „Aus Feuer und Wasser“ Band 1, v.
Born-Siebicke, Brach, Rohfleisch 2003; Wikipedia
