Das vergessene Lager Traditional Cache
sgsracer: Es war gut über diese Tatsache zu Informieren. Aus Zeitmangel wird der Cache Archiviert.
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Difficulty:
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Terrain:
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Size:
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Cache nahe dem Areal des vergessene Lagers Thalerhof.
Auf dem Gelände befindet sich heute der Flughafen Thalerhof. Zur Erinnerung wurde am Friedhof in Feldkirchen bei Graz ein Karner errichtet.
en: this was a former "KZ" of the nazi regime
Der Cache befindet sich in einer Gasse am Zaun zum Flughafen.
Falls jemand Informationen zu diesem Ort / Geschichte hat, bitte diese im Log zu posten, ich werde die Informationen in das Listing einfließen lassen.
Solche Dinge DÜRFEN nie mehr passieren, das soll dieser Cache wieder einmal in Erinnerung bringen !
Bitte das Thema mit dem Respekt behandeln.
Informationen unter :
(visit link)
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Auszug:
Das verdrängte Lager:
Im k.u.k. Interniertenlager Thalerhof starben nahezu zweitausend Deportierte aus dem Osten der Monarchie. In der Steiermark ist das Lager völlig in Vergessenheit geraten, in der Ukraine ist die Erinnerung an das "galizische Golgotha" lebendig geblieben;
Dies sorgt für politische Konflikte.
In Thalerhof landen.
Für Tausende österreichische Staatsbürger, Ukrainer aus Galizien und der Bukowina, gab es während des Ersten Weltkriegs nur wenig Schlimmeres: Das k.u.k. Interniertenlager zwischen 1914 und 1917 und dessen tragische Bedeutung sind in der Steiermark praktisch vollkommen in Vergessenheit geraten. Mit Ausnahme eines schmucklosen Karners, der am Friedhof von Feldkirchen bei Graz verloren im Eck steht, und einer "Lagergasse" weist nichts mehr darauf hin. Selbst Bewohner des Dörfchens am Rande des Grazer Flughafens wissen oftmals nicht, was sich vor neunzig Jahren auf ihren Grundstücken abgespielt hat. Abgesehen von vereinzelten Anekdoten: Man habe sich immer erzählt, dass die Familie H. Im Haus gegenüber - so eine Anrainerin zum Falter - eigentlich in einer ehemaligen Aufbahrungshalle lebe. In der Tat, das Haus in der Rennergasse unweit des Flughafens steht genau am Rande des seinerzeitigen "Isolierspitals", im dem wohl zahlreiche Internierte starben.
Aber auch die hiesige Geschichtsschreibung hat das Thema bislang ignoriert - mit raren Ausnahmen wie Ingo Mirschs Feldkirchener Gemeindegeschichte aus dem Jahr 1999. Apropos Karner: Der
Grazer Historiker Stefan Karner, Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung, erwähnt das Lager in seinem offiziösen "Die Steiermark im 20. Jahrhundert" bloß zwei Mal unter ferner liefen.
Einmal als Kriegsgefangenenlager, das es größtenteils nicht war. Ein weiteres Mal als Beispiel für die angebliche Erfolgsgeschichte des Grazer Hygieneinstituts, das zu Beginn des Ersten Weltkriegs
Seuchen unter anderen in Thalerhof rasch und effektiv bekämpft haben soll. Ganz so kann es nicht gewesen sein: In ihren ersten Monaten im Lager gingen fast zwanzig Prozent der Insassen an Seuchen zugrunde.
In der Ukraine erinnert man sich hingegen. Thalerhof oder Talergof, wie man dort sagt, gilt als wichtiger historischer Erinnerungsort, über den die meisten ukrainischen Geschichtsbücher berichten.
Einige Denkmäler, darunter ein Gedenkstein am berühmten Lyc?akiv-Friedhof in Lemberg, verweisen auf die "Opfer von Thalerhof". In den letzten Jahren wurde Talergof zudem auch in
der ukrainischen Innenpolitik instrumentalisiert, wurde in politischen Diskussionen regelmäßig auf den Ort verwiesen. Und im Oktober 2004 beschloss die Verchovna rada, das ukrainische Parlament, ohne Gegenstimme eine Resolution, in der zur Erinnerung an Thalerhof aufgerufen wurde.
Spätsommer 1914.
Der Osten der k.u.k. Monarchie wird Kriegsschauplatz, russische Truppen besetzen vorübergehend
Teile Galiziens und der Bukowina. Der Wahnsinn des Ersten Weltkriegs, der nach Schlachten in Galizien etwa den Lyriker Georg Trakl in den Tod treibt, greift um sich. Und Vaterlandsverräter sind schnell ausgemacht: österreichische Ukrainer - seinerzeit auch Ruthenen genannt - die angeblich oder tatsächlich der "Russophilie" frönen oder einfach nur als politisch unzuverlässig gelten.
Außerdem seien die Ruthenen - so Generalstabchef Franz Conrad von Hötzendorf Ende August 1914 - ganz in den Händen der Popen, die ihrerseits russische Gesinnung hätten. Kriegsverbrechen gegen die lokale Zivilbevölkerung und damit österreichische Untertanen stehen in Folge auf der Tagesordnung, zahlreiche Menschen - teils nur aufgrund bloßer Verdächtigungen - werden in den ersten Kriegswochen einfach exekutiert. Oder - als zweitschlimmste Lösung – in Eisenbahnwaggons gepfercht und ins Hinterland deportiert.
Nach Thalerhof.
Bereits am 4. September 1914 erreichten die ersten zwei Sonderzüge aus Lemberg den kleinen Bahnhof Abtissendorf im Süden von Graz, und Soldaten eskortierten 2400 Zivilisten auf das benachbarte Militärareal am Thalerhof. Die Erstankömmlinge wurden zunächst einige Tage lang zum Notkampieren auf dem Flugfeld genötigt.
Dort hatte zwei Monate zuvor der erste Aeroplan abgehoben und somit die Geschichte des Grazer Flughafens begonnen. Anschließend wurden für 7000 Internierte mehr als fünfzig Baracken errichtet.
Das Areal begann etwa 300 Meter südlich des heutigen Flughafenhauptgebäudes und erstreckte sich am Rande des Flugfeldes fast einen Kilometer lang nach Süden. Flughafendirektor Gerhard Widmann – vom Falter befragt - war bisher nichts vom Lager bekannt. Allerdings ist das Lager auf einem Video zur Geschichte des Unternehmens zwischen 1914 und 1944, das sich auf der Homepage des Flughafens findet, deutlich aus der Luft zu erkennen.
Während baulich für die zu Internierenden zunächst nichts vorbereitet war, war das gesunde wie patriotische Volksempfinden offensichtlich mehr als bereit. Als der Transport am Weg nach Thalerhof in Mürzzuschlag hielt - berichtet Genrich Poljanskij im Vierten Thalerhofer Almanach - wären zwei intelligente Deutsche (deutschsprechende Österreicher, Anm. d. Red.) zum Waggon
gestürmt und hätten über "verräterische Hunde" geschimpft. Ein Mitgefangener Poljanskijs antwortet: "Was wollen Sie von uns? Aus welchem Grund nennen Sie uns verräterische Hunde? Wir sind ja nicht verurteilt.
Wir alle wissen nicht, warum man uns verhaftet hat, und ebenhier in Steiermark, wo wir unter den hochkulturellen Deutschen eine ruhige Aufnahme hofften, will man uns durchhauen. Zeigen Sie durch Ihr Benehmen, dass hier in Steiermark wirklich ein kulturelles Volk sich befindet." Die Hoffnung wurde enttäuscht. Schon am 6. September 1914 kamen - so stand damals in der Kleinen Zeitung zu lesen - nahezu zehntausend Personen "nach dem Schießplatz am Thalerhof, um die hier lagernden politischen Verbrecher und Vaterlandsverräter zu sehen: Dieser Massenwanderung lag nicht Neugierde allein zugrunde, sondern auch der in der Bevölkerung erregte Hass gegen die Vaterlandsverräter, der auch von der Menge wiederholt zum Ausdruck gebracht wurde, sodass die Wachposten Ausschreitungen hintanhalten mussten." Ein beliebter Sport der Grazer Gesellschaft - so in einem anonymen Brief über Thalerhof - sei es auch gewesen, durch eine offene Stelle im Lattenzaun Internierte bei der Verrichtung der Notdurft in einer großen Grube zu beobachten und zu fotografieren.
Im Dezember 1914 kam es schließlich zur Katastrophe.
Massiv geschwächte Internierte wurden, obwohl sie verkühlt waren, zur Arbeit gezwungen, und ob widriger hygienischer Bedingungen in den feuchten wie kalten Baracken kam es zu einer Typhus-Epidemie.
Bis Ende März 1915 starben mehr als 1300 Lagerinsassen.
Ein von den Internierten so genannter "Friedhof unter Kiefern" wurde auf der gegenüberliegenden Seite des Flugfelds - am demnächst zu privatisierenden Areal der Bundesheerkaserne Nittner -
angelegt.
Der große Friedhof wich in den späten Dreißigerjahren einem Munitionsdepot. Die sterblichen Überreste von letztendlich fast 1800 Toten in einen eigens errichteten Karner am Feldkirchener
Friedhof transferiert. Auf einer historischen Postkarte, die den Karner zeigt, ist euphemistisch von einer Grabstätte "für die im Flüchtlingslager Thalerhof Gestorbenen" die Rede.
"Flüchtlinge" gab es definitiv keine im k.u.k. Interniertenlager, das übrigens schon während des Ersten Weltkriegs manchmal als "Koncentrationslager" bezeichnet wurde - ein Sprachgebrauch,
der sich übrigens im Ukrainischen durchsetzte. Internierte aus allen gesellschaftlichen Schichten, alte Menschen, junge Frauen, die auch im Lager einige Kinder zur Welt brachten, tatsächliche oder
vermeintliche "Russophile" waren in ihren Heimatdörfern und -städten einfach so verhaftet und nach kurzem oder überhaupt ohne Verhör nach Thalerhof deportiert worden, entweder aufgrund
schwarzer Listen der österreichischen Behörden oder aufgrund teils anonymer Anzeigen, klassischer "Vernaderung".
Im Übereifer waren allerdings auch zahlreiche politische Gegner der "Russophilen" in Thalerhof interniert worden, Anhänger der "Ruthenisch-ukrainischen Partei", die als habsburgtreu galt.
Die ehebaldigste Entlassung solcher staatstreuer Elemente sei – so das k.u.k. Militärkommando bereits im Oktober 1914 – dringend geboten.
An der k.k. steiermärkischen Statthalterei, der
Landesregierung, wurde alsbald eine Kommission eingerichtet, die vorrangig prüfen sollte, ob sich Internierte auf den Unbedenklichkeitslisten der ukrainischen Partei befänden. Die Möglichkeit einer
politischen Gruppe, quasi über Leben und Tod des in Thalerhof internierten politischen Gegners zu entscheiden, sorgte nachhaltig für böses Blut. Aus dieser Zeit stamme - so der kanadische Historiker
Paul Robert Magosci in seiner "History of Ukraine" - der tiefe Hass zwischen "Ukrainophilen" und den "Russophilen" Galiziens.
Andererseits erledigte die Thalerhof-Kommission den bürokratischen Kram, bearbeitete Tausende Schreiben, in denen Internierte wie Angehörige schriftlich ihre Unschuld beteuerten. Da aufgrund
der turbulenten Kriegssituation an der Ostfront stets neue Verdächtige eingeliefert, andere entlassen wurden, gab es genug Arbeit für die Thalerhof-Kommission, wie sich in den Akten im steiermärkischen Landesarchiv nachlesen lässt. Der Volkschulleiter Waclaw Orlow war etwa 1915 nach Thalerhof deportiert worden, nachdem in einer anonymen Anzeige behauptet worden war, dass er am Tag der Eroberung von Przemy-l durch russische Truppen auf den Straßen seines Heimatdorfs Violine gespielt habe. Er sei an jenem Tag ganz woanders gewesen, wandte sich Orlow an die Kommission. Eine Marya Rotenberg aus Lemberg bat hingegen die Kommission, die im Lager internierte 22-jährige Olga Kschen nicht nach Galizien zurückkehren zu lassen und die "Liebeskorrespondenz" mit ihrem – Rotenbergs Gatten Zeno zu unterbrechen, um dem drohenden Unglück der ganzen Familie vorzubeugen.
Zivilisten teils jahrelang ohne Prozess festzuhalten war kein Problem - Guantánamo Bay lässt grüßen. Es handelte sich um Zivilisten, gegen die zumeist - so das Kriegsüberwachungsamt
aus dem Jahr 1917 - "nur ein allgemeiner Verdacht der politischen Unzuverlässigkeit, der sich hauptsächlich aus der Zugehörigkeit zu bedenklichen Vereinen ergibt, vorliegt, ohne dass eine
besondere agitatorische Betätigung nachweisbar wäre". Dies alles, obwohl sich bereits im Dezember 1914 in einem Brief an den Kaiser in Thalerhof internierte Juristen über "die unserer Gesetzgebung fremde Institution der Internierung" mokiert hatten. Diese verletze durch die Staatsgrundgesetze gewährleistete Rechte, welche durch den Kriegszustand keineswegs als aufgehoben gelten dürften. Erst im März 1917 schloss sich das Kriegsüberwachungsamt genau dieser Argumentation an: Die nunmehr in vielen Fällen das dritte Jahr andauernde Anhaltung dieser Personen stehe mit den staatsgrundgesetzlichen Bestimmungen nicht im Einklange, zumal sie
den Charakter einer im Gesetze nicht begründeten Strafhaft erlangt habe. Als die Untersuchungskommission im Herbst 1917 anbot, ihre Unterlagen an das Kriegministerium zu übergeben, erschien dies in Wien "nicht wünschenswert". Das aufgelöste Lager interessierte in
Österreich niemanden mehr.
Anders hingegen in Galizien, zwischen 1918 und 1939 ein Teil Polens. Die politisch zunehmend marginalisierten "Russophilen"- auch eine Konsequenz der österreichischen Repressionen gründeten
ein "Thalerhof-Komitee", veranstalteten Kongresse, errichteten Denkmäler und publizierten eine umfangreiche Erinnerungsliteratur über das "galizische Golgatha" in der Steiermark, bis schließlich
mit dem Einmarsch der Sowjets 1939 alle Aktivitäten des Komitees verboten wurden. Und während es in sowjetischen Zeiten ruhig um das Thema war, erlebte Talergof in der unabhängigen Ukraine zuletzt ein deutliches Revival. Das hat insbesondere damit zu tun, dass die (Um-)Bewertung der ukrainischen Geschichte zu einem zentralen politischen Spielfeld wurde. Ein Kampf über Wesen, Historie und Ausrichtung des polarisierten Staates, der insbesondere an den politischen Rändern heftig geführt wird: Während jene Kräfte – vor allem im Westen der Ukraine - die für eine stärkere Anbindung an die EU und die USA eintreten, stets an sowjetische Untaten wie die Hungersnot der frühen Dreißigerjahre oder stalinistische Repressionen erinnern, bemühen prorussisch ausgerichtete Parteien vor allem im Osten des Landes - andere Themen. Etwa die Kollaboration westukrainischer Widerstandskämpfer mit den Nazis.
Oder eben auch Thalerhof.
Quelle: Falter
(visit link)
47/2005 vom 23.11.2005
Weitere Informationen (von 2008):
Forschungsprojekt zum Internierungsfriedhof Graz-Thalerhof
Graz, 30. April 2008 - Am 10. Dezember 2007, dem Internationalen Tag der Menschenrechte der Vereinten Nationen, wurde zum ersten Mal durch das Militärkommando Steiermark der Opfer des
Interniertenlagers Graz-Thalerhof während des Ersten Weltkrieges gedacht. Ort der Erinnerung war dabei die letzte Ruhestätte der Internierten: der Karner des Friedhofes in Feldkirchen.
Mehr sterbliche Überreste?
Rund um diese Gedenkveranstaltung wurde in regionalen Medien die Vermutung aufgestellt, dass zum einen die Zahl der Todesopfer (die im Karner mit 1.767 angegeben ist) zu niedrig sei, und zum
anderen am Gelände des heutigen militärischen Fliegerhorstes Nittner noch sterbliche Überreste aus der Zeit des Interniertenlagers vorhanden sein könnten.
Dreimonatige Forschungsarbeit:
Verteidigungsminister Norbert Darabos entschied daher, über die Militärhistorische Denkmalkommission unter Leitung des Grazer Historikers Dieter Binder eine Forschergruppe zur Klärung des Sachverhaltes einzusetzen. Zu dieser Gruppe zählen die Experten Georg Hoffmann, Nicole-Melanie Goll und Philipp Lesiak. Am Mittwoch fand eine Pressekonferenz am Fliegerhorst Nittner statt, bei der das Endergebnis der dreimonatigen Forschungsarbeit präsentiert wurde.
Ehemaliger Friedhof !
Das Lager Graz-Thalerhof diente von 1914 bis 1917 als Zivil-Interniertenlager und von 1917 bis 1918 als Kriegsgefangenen-Lagerspital. In dieser Zeit kam es durch Krankheiten zu 2.092 Toden, die im angrenzenden Friedhof bestattet wurden. Der ehemalige Internierungsfriedhof konnte eindeutig am heutigen Fliegerhorst Nittner lokalisiert werden. Im Jahr 1936 kam es zur Exhumierung der Bestatteten, da der Platz für den Ausbau des Flugplatzes Thalerhof benötigt wurde.
2.093 Beigesetzte
Die Gräber wurden gemäß den Akten vollständig exhumiert und in drei weiteren Begräbnisstätten beigesetzt. Es konnten 2.093 Beigesetzte im Karner Feldkirchen, am Jüdischen Friedhof Graz-Wetzelsdorf und am Zentralfriedhof nachgewiesen werden.
Dadurch bestätigte die Forschergruppe, dass entgegen den Behauptungen in Medien keine sterblichen Überreste aus der Zeit des Interniertenlagers am heutigen Fliegerhorst vorhanden sind.
Quelle: Ein Bericht der Redaktion Militärkommando Steiermark
Additional Hints
(Decrypt)
hagre Fgrvara
ra: haqre ebpxf
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