Dies ist eine Cacheserie, wie sie auf dem Kasseler Geocacher
Stammtisch am 04.03.05 beschlossen wurde. Dabei sollen Caches in
der Nähe von Gotteshäusern ausgelegt werden, die entweder
historisch oder architektonisch eine Besonderheit darstellen. Es
ist hierbei völlig egal, welcher Religion diese Häuser angehören.
Jeder der an dieser Serie teilnehmen möchte, kann dies tun. Er
sollte sich jedoch an die einheitliche Schreibweise halten, damit
die einzelnen Caches der Serie zuzuordnen sind. Außerdem ist dieser
Absatz zu kopieren und mit in die Beschreibung aufzunehmen.
Zusätzlich sollte man wenn möglich, eine Beschreibung des Ortes
liefern, damit man auch etwas über dieses Gotteshaus erfahren kann.
Der Cache ist bitte so zu verstecken, dass er die Würde des Ortes
nicht verletzt. Gegebenfalls ist er so zu platzieren, das er über
eine Wegpunktprojektion zu finden ist und die eigentlichen
Koordinaten auf das Gebäude selbst weisen.
Die Stadt Marienberg wurde am 27. April 1521 von Herzog Heinrich
dem Frommen, nach Entwurf von Ulrich Rülein von Calw gegründet.
Nachdem der Ort am 19. Dezember 1523 Stadt- und Bergrecht erhielt,
wurde, für die wachsende Bergbaugemeinschaft, eine im Entwurf der
Stadt schon geplante evangelische Blockhauskirche 1537 errichtet.
Diese musste allerdings der größeren, spätgotischen Hallenkirche
St. Marien mit der Grundsteinlegung von 1558 Platz machen. Nach 6
Jahren Bauzeit wird die neue Kirche des Baumeisters Wolf
Blechschmidt 1564 eingeweiht. Nur 2 Jahre später ist das Stadtbild
mit Vollendung der Stadtmauer komplett. Das Haupthaus ist 45m lang
und 26m breit, hat 3 gleich hohe Schiffe und 7 Joche. Die
Turmhallen zeigen Blechschmidts noch erhaltenes spätgotisches
Rippengewölbe.
Zum verheerenden Stadtbrand Marienbergs am 31. August 1610 wird
auch die Kirche stark beschädigt und muss von 1611 bis 1616
zeitweilig durch Holzdecken, Holzsäulen und Holzemporen erneuert
werden. Die neuen Altarbilder schuf der kurfürstliche Hofmaler
Chilian Fabritius in italienisiertem Barock. Von 1668 bis 1675,
also 2 Jahrzehnte nach dem Ende des 30jährigen Krieges, baute die
unterdessen arme Stadt mit Hilfe landesweiter Spenden Dach,
Barockgewölbe und 3 Seiten der Empore. Später kamen italienische
Stukkateure unter der Leitung von Alexandro Pernasione aus Dresden
nach Marienberg, die die toskanischen Stuckmotive und die 25
wunderbaren Engelsköpfe am Halbrund der steinernen Empore
gestalteten. Erst 1879 wurde der steinerne Emporenring durch die
Orgelempore geschlossen; die hier gestalteten Gesichter wirken ganz
anders.
Die Orgel baute 1872-1879 der Meister Carl Eduard Schubert in
der Bauweise Silbermann´s. Sie ist eine ausgezeichnete mechanische
Orgel mit 51 klingenden Registern auf 3 Manualen und Pedal mit 3158
Pfeifen. Die Kanzel von etwa 1620 ist eine gute, wohlbedachte
Spätrenaissancearbeit mit schönem Fuß. An der Kanzeltreppe findet
man Lederornamentik barocker Art.

Der Anna - selbdritt - Altar stammt aus der Fabian - Sebastian -
Kapelle. Diese entstand kurz nach der Stadtgründung in der Nähe vom
Zschopauer Tor. Der Altar zeigt in den Seitenflügeln die
Schutzheiligen des Bergbaus Barbara und (wahrscheinlich) Katharina.
Sie sind ausdrucksvolle, realistische Holzplastiken eines
unbekannten Meisters um 1520. Die Außenbemalung mit den
Schutzheiligen Fabian und Sebastian ist fast völlig zerstört. Der
Taufstein aus Crottendorfer Marmor aus dem Jahre 1860 ist die
Spende eines nicht genannt werden wollenden Gemeindegliedes.
Die 7 farbigen Fenster wurden 1896 von der Zittauer Firma Türcke
gefertigt. In diesem Jahr erfolgte eine große Renovierung und
farbliche Neugestaltung des Kirchenschiffes nach Plänen Quentins.
Sie wurde im Februar 1897 fertiggestellt. Im Jahre 1954 wurde diese
mit grauem Farbton übermalt.

Das 1924 aufgestellte Ehrenmahl für die Gefallenen des ersten
Weltkrieges schuf der Chemnitzer Künstler Ziegler; in dessen
Auftrag gestaltete Herr Bochmann die Holzplastiken. Dem Anfang des
16. Jahrhunderts entstammt der Altar im Kirchensaal. Im April 2001
konnte er restauriert wieder aufgestellt werden.
Nach Gründung des Förderverein´s zur Rettung der Kirche 1991
konnte 1992 bis 1996 das Kirchendach völlig erneuert, der Turm
instandgesetzt und das Portal restauriert werden. Bis zum Jahr 2005
wurden Aussenfassade, "Ratsfenster" hinter dem Altar wie auch die
anderen buntverglasten Bleifenster des Chorraumes und der
Seitenschiffe, die original erhaltenen Seitenkapellen, die
Sakristei und der vordere Innenbereich der Kirche nach dem
Quentin´schen Vorbild (farbliche Gestaltung von 1897) restauriert.
Im Jahr 2006 wurden die verbleibenden Fenster sowie die Orgelempore
erneuert und der Hauptaltar restauriert; 2007 wurde die Sanierung
des Kirchenschiffes abgeschlossen.
Im Jahr 2008 erfolgte die Restaurierung der Eingangshalle und
des Kirchensaales, neues Linoleum nach historischem Vorbild konnte
in Kirche und Kirchensaal verlegt werden. Im September 2008 konnte
450-jähriges Jubiläum der Grundsteinlegung für St. Marien in einer
vollständig restaurierten Kirche gefeiert werden. Die
Gesamtinvestition aus Spenden, den Förderprogrammen der Stadt
Marienberg und der Deutschen Sparkassenstiftung, sowie Mitteln
unserer Ev.-Luth. Landeskirche beträgt ca. 6,5 Millionen Euro. Die
Orgel von Carl-Eduard Schubert, eine hervorragende historische
Orgel, soll nach Erntedank 2010 in mehreren Zeitscheiben eine
grundlegende Instandsetzung erfahren.
Der Förderverein zur Rettung der St.Marienkirche e.V. konnte im
November 2008 seine Arbeit erfolgreich beenden. Der Förderverein
zum Erhalt der St.Marienkirche hat die Arbeit aufgenommen. Für den
zu erbringenden Eigenanteil an der Gesamtinvestition ist dieser
auch weiterhin auf Spenden angewiesen. Diese Können im Vorraum der
Kirche abgegeben werden.