Gegen das Vergessen - Stolpersteine Mühlhausen
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Difficulty:
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Terrain:
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Size:
 (small)
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Wie überall in Deutschland beginnt im Januar 1933 in Mühlhausen für
Juden das, was man mit “Holocaust” oder besser mit dem
hebräischen Begriff “Shoa” bezeichnet. Die
Nationalsozialisten versuchen durch verschiedene Aktivitäten, die
Dynamik einer Revolution zu vermitteln. Dazu gehören die Besetzung
des Mühlhäuser Rathauses am 11.03.1933, die Bücherverbrennung auf
dem Blobach und die Durchsetzung des Boykotts jüdischer Geschäfte
am 01.04.1933. Am 31.03.1933 wird die “Jüdenstraße” in
“Horst-Wessel-Straße” umbenannt. Unweit der Synagoge
wird ein Schaukasten des Hetzblattes “Der Stürmer”
angebracht. Jüdische Mädchen werden vom Brunnenfest ausgeschlossen
und im Mühlhäuser Hallenbad wird “nichtarischen”
Schülern der Schwimmunterricht untersagt. Im Schwefelbad
Langensalza ist ein Schild “Hunden und Juden ist der Zutritt
verboten” aufgestellt. Als Juden im Sommer ins Freibad
Treffurt ausweichen, werden sie auch dort ausgeschlossen.
Durch die Nürnberger Rassegesetze 1935 kommen zusätzlich auch sog.
Halbjuden in Bedrängnis. Auch die Ausschaltung der Juden aus der
Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Verschiedene Behörden sind damit
beschäftigt, jüdischen Besitz preisgünstig zu
“arisieren” Die wirtschaftliche Isolierung lässt viele
Juden zunehmend verarmen.
Nach der Verzweiflungstat des jungen Herschel Gryzspan, der am
07.11.1938 in einer Kurzschlussreaktion den deutschen
Botschaftsangestellten vom Rath in Paris erschießt, kommt es noch
am selben Tag in Kassel zu pogromartigen Ausschreitungen und am
08.11. u.a. in Hersfeld. Am 10.11.1938 wird in Mühlhausen gegen
0.30 Uhr die Tür zum jüdischen Gemeindehaus unter Anführung von
NSDAP-Kreisleiter Vollrath lautstark aufgebrochen. Die Synagoge im
Hinterhaus wird mit, noch heute sichtbaren, Axthieben zerstört. Der
Rabbiner Rosenau wird herausgezerrt, die Treppe hinuntergestoßen
und muss sich im Hof an der Wand aufstellen, wo Vollrath auf ihn
schießt. Er überlebt mit einem Brustdurchschuss.
Während man am 10.11.1938 Thorarollen, Einrichtungsgegenstände aus
der Synagoge, Akten und Bücher der Gemeinde am Rieseninger Berg
verbrennt, werden 31 jüdische Männer verhaftet und in der Turnhalle
am “Fritz-Sauckel-Haus” (heutiges Museum am
Kristanplatz) inhaftiert. Am 11.11. werden sie per LKW ins KZ
Buchenwald gebracht.
Ab 1938/39 greifen die mannigfaltigen antijüdischen Gesetze
drastisch in das ohnehin schon schwierige Leben der Juden ein.
Zwischen dem 31.01.1933 und dem 16.02.1945 gibt es im deutschen
Reich 1973 Gesetze, Verordnungen und Erlasse von Verwaltung und
Polizei, die sich gegen Juden richten. Die Verbote für jüdische
Kinder, deutsche Schulen zu besuchen, die Aufhebung des
Mieterschutzes, Zwangsabgaben, Zwangsarbeit, die Verordnung, den
Judenstern zu tragen, nicht mehr auf dem Gehsteig sondern auf der
Fahrbahn zu gehen, bestimmte Gebrauchsgegenstände wie z. bsp.
Radios nicht besitzen zu dürfen, massieren sich im zeitraum von
Ende 1938 bis 1942. Die Juden werden ab 1940 in den Ghettohäusern
Kilianistraße 47, Bastmarkt 1, Steinweg 45 und Jüdenstraße 13
eingewiesen. Diese Ghettohäuser waren dann Ausgangspunkt der
Deportationen nach Auschwitz, Buchenwald, Theresienstadt, Majdanek,
Riga oder Lublin. Die erste Deportation hat kein Mühlhäuser
überlebt. Am 12. Mai 1942 erreicht ihr Deportationszug das Ghetto
Belzyce im Distrikt Lublin, wo 5300 Menschen über die Landstraßen
in die Gaskammern gingen.
Am 26.05.2010 verlegte der Künstler Gunter Demnig in Mühlhausen die
ersten 10 "Steine gegen das Vergessen".
Vier für die Familie Abraham am Steinweg 72, zwei für Siegmund und
Malli Bachrach am Steinweg 45, zwei für Hertha und Max Scheps in
der Johannisstraße 2 sowie einer für Gertrud Heilbrun, Linsenstraße
20 und Sophie Rosenthal, Linsenstraße 26. In einigen Jahren soll
aller 59 Opfer aus Mühlhausen mit einem solchen Stolperstein
gedacht werden.
Doch nun zum Cache. Um ihn finden zu können, müsst ihr u.g. Fragen
beantworten. Dazu sind knappe 4 km zu laufen. Am besten haltet ihr
euch an die gegebene Reihenfolge. Parken könnt ihr kostenlos am
Netto in der Eisenacher Straße oder kostenpflichtig am Lindenbühl.
Je nachdem, wie die Anwohner ihrer Räumpflicht nachkommen, sind die
Steine auch bei Schnee zu finden.
N51° 12.398 E010° 27.434 Turnhalle, Kristanplatz
Wie viele der hier inhaftierten Männer starben an den
Haftbedingungen und Haftfolgen? (zusammen) A=
N51° 12.492 E010° 27.463 Stolperstein Heilbrun, Linsenstraße
20
Wann wurde Gertrud Heilbrun deportiert? B=
N51° 12.516 E010° 27.456 Stolperstein Rosenthal, Linsenstraße
26
Wann wurde Sophie Rosenthal geboren? C=
N51° 12.589 E010° 27.011 Stolpersteine Scheps, Johannisstraße
2
In welchem Monat wurden Max und Hertha Scheps ermordet? D=
N51° 12.581 E010° 27.479 Synagoge, Jüdenstraße 24
Wann wurde das Vorderhaus erbaut? E=
N51° 12.613 E010° 27.622 Stolpersteine Abraham, Steinweg 72
In welchem Monat wurde Isodor Abraham ermordet? F=
N51° 12.571 E010° 27.803 Stolpersteine Bachrach, Steinweg 45
Wann wurde Siegmund Bachrach geboren? G=
N51° 12.528 E010° 27.866 Ghettohaus, Kilianistraße 47
Wie viele Ornamente zieren das Haus? H=
N51° 12.226 E010° 27.867 Jüdischer Friedhof
Im Sommer welchen Jahres wurde hier den Eltern etwas gewidmet?
I=
Final:
N51° A*(B+C)+D-I-1121
E010° F*(E+G)+H+G+931
Zeitweise ist es hier unmöglich, ungestört zu loggen. Nach 17.00
und am Wochenende sollte es aber kein Problem sein.
Additional Hints
(Decrypt)
Unfry