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Lepra in der Eifel / Kreuz am Siechenhäuschen

A cache by Zweiblatt, KaiserTitus Send Message to Owner Message this owner
Hidden : 01/07/2011
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size: micro (micro)

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Geocache Description:


Lepra in der Eifel / Gedenkstätte "Kreuz am Siechenhäuschen"

Heute halten nur mehr der — noch — im Volksmund gebräuchlicher Flurname „AM SIECHENHÄUSCHEN“ und ein schlichtes Holzkreuz die Erinnerung an das Berndorfer Siechenhäuschen wach.  An der Gedenkstätte findet sich vermutlich das Originalkreuz von ca.1120. In etwa 20 mtr Entfernung soll sich die ehemalige Sankt Anna-Kapelle befunden haben. Die Kapelle gehörte zu Kerpen und Berndorf. Zum Kreuz wurden die Lepra- und auch Pestkranken beider Orte gebracht. Aus diesem Grund wird das Siechkreuz auch als Pestkreuz bezeichnet. Dadurch kann man davon ausgehen, dass es sich bei der Sankt-Anna Kapelle und dem Siechenhäuschen um das gleiche Objekt handelt. Am ursprünglichen Standort des Kreuzes ist heute die Zufahrt zu einem Steinbruch.(ca. 20 Meter östlich)

Die Lepra

Der Aussatz oder die Lepra, im Mittelalter auch Miselsucht (von lat. misellus = sehr unglücklich) oder Maltzei genannt, wurde durch römische Truppen und später wieder von Kreuzfahrern aus dem Orient nach Europa eingeschleppt, war eine der großen Volksseuchen des Mittelalters und verschwand in unseren Gegenden erst gegen Ende des 17. Jhs. fast ganz. Da es damals gegen diese ansteckende Krankheit  keinen Schutz und kein Heilmittel gab, wurden die Leprakranken aus der Gemeinschaft entfernt, ausgesetzt ; daher der Name Aussätzige für die Kranken und Aussatz für die Krankheit. Zur Aufnahme der Ausgesetzten wurden vor den Ortschaften einsam gelegene Leprosen- oder Siechenhäuser erbaut, in denen die Aussätzigen aus- und abgesondert leben mussten.

 

Bei kleinen Orten, wie hier in Berndorf,  wurde oft nur eine elende Hütte für die Aussätzigen errichtet . Tagsüber konnten die Kranken, die dazu noch imstande waren, ihre Unterkunft verlassen und an den Landstraßen oder Stadttoren betteln; die Ortschaften selbst durften sie nicht betreten. Damit sie schon aus der Ferne als Aussätzige erkennbar waren, mussten sie eine besondere Tracht tragen: Einen dunklen Mantel mit Kapuze, Handschuhe und einen Hut von eigenartiger Form; in der Hand hielten sie eine Ratsche oder Klapper (Lazarusklapper), mit der sie sich bemerkbar machen mussten, wenn sich ihnen jemand nähern wollte. Man legte ihnen Almosen oder Esswaren auf die Erde beziehungsweise in einen Napf, die sie erst an sich nehmen durften, wenn der Geber sich wieder entfernt hatte. Mit diesen strengen Isolierungsmaßnahmen versuchte man die Verbreitung der Lepra zu verhindern. War doch ein Mitbürger angesteckt und durch die vereidigten Leprabeschauer bei ihm Aussatz festgestellt worden, dann wurde die Aussetzung in einem kirchlichen Trennungsritus vollzogen. Bei dieser Zeremonie wurde durch symbolische Gesten zum Ausdruck gebracht, dass der Kranke endgültig aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und als gestorben angesehen wurde. Wie bei einer Beerdigung wurde er in Prozession von seinem Haus abgeholt und in die Kirche geleitet, wo über ihn eine Messe gelesen wurde, das Requiem oder eine Bußmesse. Mancherorts musste der Aussätzige während der Messe in eine Grabgruft hinabsteigen oder als lebendiger Leichnam auf einer Totenbahre liegen. Nach der Messe wurde ihm in der Kirche oder am Siechenhaus, wohin er ebenfalls in Prozession gebracht wurde, die Absolution erteilt und ihm seine Aussätzigentracht und ein Bettelsack überreicht. Unter den Zeremonien des kirchlichen Grablegungsritus wurde er in seine Hütte eingewiesen und so endgültig aus der Gemeinschaft ausgesetzt. Zum Zeichen, dass er für sie tot sei, wurde Erde über ihn gestreut und vor dem Siechenhaus ein Holzkreuz als sein Grabkreuz aufgestellt. Der Tag der Aussetzung wurde als sein Sterbetag in die Kirchenregister eingetragen. Von nun an musste der Aussätzige im Siechenhaus wohnen und sich, wenn nicht Verwandte oder frühere Mitbürger für ihn sorgten, wie andere Ausgestoßene — Arme, Krüppel, Landstreicher, Verbrecher — von Bettelei ernähren. Mangelnde Hygiene, mangelhafte medizinische Kenntnisse und das Zurückführen jeglicher Krankheit auf eine Strafe Gottes verstellten dem mittelalterlichen Menschen den Blick auf eine schnell wirksame Abwehr gegen diese Seuche. Die Gesellschaft verabscheute die Ausgestoßenen und lebte in Angst vor ihnen, da sie eine Gefahr für Leben und Besitz bedeuteten; gleichzeitig aber brauchte sie sie, um ihnen durch Almosengaben christliche Barmherzigkeit erzeigen zu können und damit sich selbst ein gutes Gewissen zu sichern: "guote liute" nannte man die Aussätzigen bezeichnenderweise und Gutleutehaus das Leprosenhaus, das vor der Ortschaft in der Einsamkeit lag, doch nicht all zu weit von einer Straße und nicht selten in der Nähe des Richtplatzes, wie auch das Berndorfer Siechenhäuschen am Weg nach Kerpen dem Kerpener Galgen auf dem Koberg benachbart war.

Mit dem allmählichen Aussterben der Lepra sind seit etwa 1700 die meisten Siechenhäuser verschwunden, auch das Berndorfer Siechenhäuschen.


Der Cache ist gut mit dem Earthcache Steinbruch Rauhheck zu verbinden. An folgender Koordinate könnt ihr euer Cachemobil abstellen: N 50° 18.333 E 006° 42.522 

 

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