Der Urbacher Bergrutsch von 1921*
Vorneweg möchte ich euch mittteilen, dass es sich hierbei nicht um den berühmten Urbacher Bergrutsch am Kirchsteig von 2001 handelt (Um den dreht sich's dafür hier), sondern um ein längst vergessenes Ereignis aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, das übrigens nicht einmal die meisten Urbacher kennen. Aber das nur Rande.
Nordöstlich von Urbach, unterhalb der ehemaligen Burg im Gewann »Alter Berg«, ereignete sich 1921 ein spektakuläres Ereignis.
Dort, wo die Kieselsandsteinbank auf die darunterliegende Mergelschicht auftritt, sackten mehrere Hektar Streuobstwiesen ein beachtliches Stück den Hang hinunter.
Auf der vorspringenden Bergnase am Alten Berg stand einst bis zu ihrer Zerstörung die Urbacher Burg auf einer Kieselsandsteinbank, die dort gut 20 bis 25 m mächtig ist. Bei dem Bergrutsch im Jahre 1921 wurde ein Großteil der verbliebenen Überreste mit in die Tiefe gerissen. Anders als beim Bergrutsch von 2001 kündigte sich schon damals, um ca. 1905 und in den folgenden Jahren, durch Risse und kleine Absenkungen der Bergrutsch an, der dann 1921 in einem sich Monate hinziehenden Prozess den ganzen Westhang am Alten Berg veränderte.
Der Bergrutsch kam dadurch zustande, dass die unter dem Kieselsandstein liegenden Mergelschichten durch starke Wasseraustritte ins Rutschen gerieten, wobei starke Verstürzungen an der Sandsteinbasis entstanden. In den folgenden Jahrzehnten verwuchsen die Narben am Berg weitgehend, das Gelände steht unter Landschaftsschutz.
Auch wurden damals keine Ziegen - anders als beim Bergrutsch am Kirchsteig - zur Erhaltung des Geotops eingesetzt, das Gelände ist frei zugänglich und von unten verhältnismäßig bequem erreichbar.
Der Bergrutsch hier ist ein landschaftliches Geotop - Was aber sind Geotope?
Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde und/oder des Lebens vermitteln.
Sie umfassen Aufschlüsse von Gesteinen, Böden Mineralen und Fossilien sowie einzelne Naturschöpfungen und natürliche Landschaftsteile.
Für Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie für Natur- und Heimatkunde sind diese Dokumente von besonderem Wert.
Logbedingungen
Um den EarthCache zu loggen, erfülle bitte alle untenstehenden Aufgaben und sende mir die korrekten Antworten per E-Mail zu (Wenn du eine Bestätigung erhalten möchtest, so lasse bitte das Häkchen mit der E-Mail Adresse gesetzt).
An den obigen Koordinaten bist du im Bergrutschgebiet. Hier findest du einige Kieselsandsteinbrocken. Nun sind folgende Aufgaben zu lösen:
1. Kieselsandstein ist kein gewöhnlicher Sandstein. Warum? Versuche dies anhand der Eigenschaften des Kieselsandsteins zu erklären (Oberfläche, Beschaffenheit).
2. Messe die Höhe des großen Felsblockes (siehe Foto, re.)
3. Wenn du an den Felsen stehst und nach oben schaust, kannst du ganz oben die Kieselsandsteinbank (Felswand) sehen. Schätze die Höhe nach dort oben.
[optional:] Das Foto von dir und/oder deinem GPS an den Felsen im Bergrutschgebiet an den obigen Koordinaten.
4. Laufe nun zum Wegpunkt „Tafel“ und sage mir, welche zwei weiteren Beispiele für heimische Geotope (die hier übrigens nicht in Urbach anzutreffen sind) hier abgebildet sind.
Ihr dürft dann sofort loggen und müsst nicht auf eine Freigabe warten. Logs ohne gesendete Antworten werden gelöscht.
Bitte beachtet die Wegpunkte zum besseren Erreichen der Location. Von oben kommend, also von der Burg aus, habt ihr die sehr unwegsame und durchaus gefährliche Hangkante zwischen euch und dem EarthCache. Diese könnt ihr zwar über die Südostseite umgehen, nutzt aber doch lieber die Trailheads von der Hagsteige aus. Die Präsenz am Nullpunkt ist Teil der Logbedingung.
Viel Spaß
English description on demand.
Quellen/sources:
Reinhard, 800 Jahre Urbach, Die geologischen Formationen der Markung
Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau - Regierungspräsidium Freiburg (PDF)
*) Manche Quellen datieren das Ereignis auch auf 1926.