KEIN SCHLEUSENWÄRTER - 800 JAHRE SÜSTEDT: EXTRA CACHE
Im 18. Jahrhundert begannen an der Weser erste Eindeichungen im Bereich Hoya. Bis 1852 war die Deichlinie jedoch nicht durchgehend, sondern mit flacheren Stellen, sogenannten Überfällen, durchsetzt. Bei höheren Wasserständen konnte das Wasser ins Hinterland fließen, die Deiche entlasten und wie eh und je die Felder mit nährstoffreichem Weserschlick düngen.
Als die Deichlinie geschlossen wurde, gab es zwar keine Hochwässer mehr, wegen des fehlenden Düngungseffektes beklagten die Landwirte aber bald sinkende Erträge.Abhilfe sollte ein technisches Riesenprojekt schaffen: das Meliorationsprojekt Bruchhausen-Syke-Thedinghausen. Zwischen 1882 und 1888 wurde ein Netz von Bewässerungskanälen, Schleusen, Leitdämmen, Poldern und Gräben geschaffen, das die kontrollierte Bewässerung des linksseitigen Wesergebietes von etwa 4600 ha Größe ermöglichen sollte. Es verschlang 3,3 Mio. Mark.
Der Meliorationshauptkanal mit 12 Schleusen war 26,8 km lang und verlief von Hoya nach Hoyerhagen, Bruchhausen und Süstedt bis Okel. Das Weserwasser strömte durch die Einlassschleuse in den Hauptkanal und wurde ab Bruchhausen angestaut, um die Bewässerung der 53 Reviere zu ermöglichen, die über Zuleitungskanäle versorgt wurden. Die Flüsse Eyter und Süstedter Bach entwässerten das Meliorationsgebiet in Richtung Norden, wurden vertieft und begradigt.
Zunächst brachte die Melioration nicht den gewünschten Erfolg. Langfristig bewirkten das Weserwehr bei Dörverden, weitere Stauanlagen und eine aufwändige Sanierung, für die bis 1938 2 Mio. Mark aufgewendet wurden, jedoch nennenswerte Verbesserungen.
In den 50er Jahren kam die Verwendung von Kunstdünger auf und zukunftsorientierte Bauern wollten den Übergang zur Trockenwirtschaft. 1961 wurde die Bewässerung eingestellt. Teile des bisherigen Bewässerungshauptkanales wurden vertieft und nun als Entwässerungsgraben genutzt - der heutige Geestrandgraben. Andere Kanalabschnitte sowie die Zuleitungskanäle wurden zugeschüttet. Eyter und Süstedter Bach wurden als tiefe Vorfluter zur Entwässerung ausgelegt und schließlich das gesamte Bruchgebiet trockengelegt.
TECHNISCHE DENKMÄLER
Aus dieser Zeit des ersten technischen Fortschrittglaubens sind noch einige Bauwerke erhalten: der Kanal zwischen Hoya und Bruchhausen, ein trockengelegter Kanalabschnitt mit Holzschleuse bei Gödestorf und ein Rest des Süstedt-Uenzener Zuleitungskanals mit Schleuse und Schleusenwärterhäuschen, an dem wir uns hier befinden.
Steht man auf der Straßenbrücke und blickt auf die Schleuse, so verläuft von links nach rechts hinter der Schleuse vorbei der Süstedter Bach. Hinter uns und in Blickrichtung verlief der Zuleitungskanal. Da die Anlieger sich durch den Kanal nicht von der Wasserzufuhr abschneiden lassen wollten, führte der Süstedter Bach während der Zeit der Bewässerung in einer Blechrinne (eine Art Aquädukt) über den Kanal hinweg und wurde im Bereich des Bruchs zur Viehtränke genutzt.
Das Meliorationsprojekt ist in seiner Größe einmalig in Europa und die Reste zeugen von der Schaffenskraft seiner Erbauer. Auch wenn das Herz des Binnengewässerkundlers angesichts der heute ausgeräumten Agrarlandschaft und des schnurgeraden, zur Entwässerungsrinne degradierten Süstedter Baches weint - die verbliebenen Bauwerke bilden optisch ansprechende, historisch wertvolle Landschaftsbestandteile.
Am Punkt angekommen zählt die Zahl der Wörter = a. Bestimmt die Zahl der Schleusen = b. Sucht an der x-ten beschnittenen Großpflanze an der Straßenseite. Achtung: Bitte aufmerksam schauen unter Berücksichtigung des Hinweises. So könnt ihr die Großpflanze unversehrt hinterlassen. Die Nähe des Hauses kann man getrost meiden.
x = 1+((a+b)/6)
Und nun viel Spaß beim Cachen und beim Kennenlernen unserer lokalen Besonderheiten.
Von hier aus ein Gruß an und besten Dank an unsere Beta-Tester cocastewi. Mit niemandem macht Cachen mehr Spaß als mit Euch!!