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Granaten im Gaisbergtal
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Faszination Geologie
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Bergspitzen, Felswände, Schluchten, Murkegel, Schotterbänke, Wasserfälle, Bergseen..... überall finden wir Zeugen des Gesteinsuntergrundes, der für die Vielfalt der Landschaftsformen verantwortlich ist, und damit das Besondere unseres Landes ausmacht.
Haltet die Augen offen, um neben der reinen Wanderfreude auch auf die im Wegbereich liegenden Steine zu achten, ihre Formen und Farben zu bestaunen und über ihre Entstehungsgeschichte und Herkunft nachzudenken.
Vielleicht erkennt ihr Minerale, die die Gesteine aufbauen, Glanz und Härte lassen sich oft leicht bestimmen. Besonders interessante Stücke könnt ihr auch aufsammeln und eventuell von einem Steinmetz zu einem Gebrauchsgegenstand bearbeiten lassen.
Lasst euch ein auf die Wunderwelt der Geologie unserer Berge und Täler.
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Geologie
Das Ötztal liegt komplett im kristallinen Bereich. Seine umgebenden Berge bestehen aus Paragneis und Granitgneisen, Hornblenden (südlich von Längenfeld), Glimmerschiefer (südliche Ötztaler Alpen) und hinter Obergurgl etwas Marmor. Die schieferigen Gesteine verwittern leichter und bilden die Grundlage für Vegetation und damit die höchstgelegene Dauersiedlung der Ostalpen.
Das Gestein ist arm an Erzen, und Mineralien finden sich nur über dem Sulztal und am Granatkogel. Der Block der Ötztaler Alpen entstand einst weiter im Süden und wurde durch den Druck der Alpenbildung verschoben. Ein Teil wurde bereits vor 450 Millionen Jahren umgeformt, ein anderer Teil vor etwa 300 Millionen Jahren.
Das hinterste Ötztal und Obergurgl ist geologisch gesehen ein hoch interessantes Gebiet. Hier treffen „alte“ Gneise mit kalkführenden Gesteinsschichten zusammen. Eine herausragende Besonderheit sind die Ötztaler Granaten, die unterhalb des Granatkogels im Gaisbergtal zu finden sind. Zudem begegnen uns am Weg in das von Gletschern ausgehobelte Hochtal auf Schritt und Tritt abenteuerliche Quarzstrukturen.
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 1872 |
 2009 |
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Der Gaisbergferner
Der Gaisbergferner ist ein schmaler Talgletscher südöstlich von Obergurgl, Tirol. In der Kleinen Eiszeit erreichte er eine Länge von 3.8 km und ist bis 2009 auf rund 2.5 km zurückgegangen. Die sehr alte Fotografie von E. Laramy, Paris zeigt ihn kurz nach dem Maximalstand. Die äusserste Endmoräne der Kleinen Eiszeit sieht man genau zwischen den zwei Männern. 2009 ist auf halber Distanz zur aktuellen Stirn eine weitere Endmoräne aus dem frühen 20. Jh. zu erkennen. Die beiden Gebirgsgletscher an den Flanken des Hochfirst (3304m, links oben) erreichen den Gletscher heute nicht mehr, während sie 1872 noch Teile des Akkumulationsgebiets des Gaisbergferners waren.
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Besonderes der Granatenwand
Obwohl hier schon sehr viel gesucht wurde, sind immer noch gute Fundmöglichkeiten gegeben. Schöne Belegstücke kann man aus der steilen Halde unterhalb der Granatenwand jederzeit noch gewinnen; fast jeder dritte Brocken enthält Granat. Auf den Halden ist allerdings größte Trittsicherheit notwendig! Wer bergsteigerisch begabt ist, kann auch zur weiter oben liegenden Fundstelle in der Granatenwand aufsteigen (per Seil), wo man mit viel Arbeit auch noch gute Stufen aus dem Fels hauen kann. Vielleicht begegnet man auch dem Granatenötzi, ein sehr alter Sammler, der heute noch jeden Tag den weiten Weg zur Fundstelle geht und auch Werkzeug dort oben deponiert hat.
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Mineralien
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Granat (Almandin): In Extremfällen bis über 8cm, perfekte XX in der Regel bis max. 3cm in Glimmerschiefer eingewachsen. Beim Sammeln sollte man drauf achten, Stücke mit dem chloritreichen, grünlichen Schiefer mitzunehmen, da dieser gut präperierbar ist. Der mehr graue Schiefer ist quarzreich und äußerst schwer zu präparieren. |
Epidot: Im Moränenschutt am Gaisbergferner sind auch grüne Kluftbeläge von Epidot auf Gneis zu finden, der Epidot bildet kleine xx im mm-Bereich.
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Adular: Sehr selten als kleine xx auf Glimmerschiefer
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Hornblende: Vor allem in der Wand gegenüber der Granatenwand kann dunkle eingewachsene Hornblende bis einige cm neben kleinen Granat xx öfter gefunden werden.
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Quellen (auch Fotos):
Ötztal Wikipedia
Gaisbergferner
Granatenwanderung/Mineralienatlas
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Logbedingungen:
Schicke mir die Antworten per Mail und warte nicht auf die Logerlaubnis. Sollte etwas nicht passen, melde ich mich.
Bitte in den Logs keine Hinweise auf die unten gestellten Fragen.
(1) Wann wurden die Teile des Ötztales gebildet?
(2) Um wie viele Meter ist der Gaisbergferner von der Kleinen Eiszeit bis 2009 zurückgegangen?
(3) Welche Gesteine kann man im Gaisbergtal finden?
(4) Aus welchem Gestein bestehen die umgebenden Berge des Ötztales?
(5) Aufgabe: Finde einen Granaten und beschreibe Größe, umgebendes Gestein, Farbe, Maserung, Gewicht und den Granaten selbst.
Du kannst ihn natürlich mitnehmen und zu Schmuck verarbeiten lassen. (Bei Erfolg bitte Foto, ist aber keine Logbedingung).
Freiwillig: Mach ein Foto von dir/deinem GPS-Gerät im Gaisbergtal. Evtl. mit einem gefundenen Granaten? Zeigt mir eure Funde! Das/die Foto(s) ist(sind) keine Log-Bedingung.
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