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Als das Wasser die Landschaft formte

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Hidden : 02/27/2011
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
3.5 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:


Dieser EarthCache führt Dich in Steinbachtal. Dort lassen sich zwei natürliche Flutgräben besuchen, die sehr eindrucksvoll Zeigen, wie das Wasser hier die Landschaft geformt hat. Erstes Ziel ist der Guggelesgraben, welcher neben der Annaschlucht (unserem zweiten Ziel) und der Hermann-Löhns-Schlucht der größte Graben im hinteren Steinbachtal darstellt. Die sehr tief eingeschnittene und bis zu 70 Meter breite bewaldete Klinge ist seit 1939 als Naturdenkmal geschützt. 1983 wurde das Schutzgebiet auf ca. 5 Hektar begrenzt, es umfasst den Grabenbereich mit dem Fußweg auf der einen Seite und der Hangkante auf der anderen Seite des Flutgrabens.
Im Guggelesgraben findet sich ein gut strukturierter Laubgehölzbestand, in der die Hainbuche vorherrscht. Im oberen Teil des Schutzgebietes wachsen sehr alte, mächtige Eichen. Auch Baumarten wie Feldahorn, Spitzahorn, Rotbuche, Stieleiche, Ulme und Kastanie gehören zum Bestand im Naturdenkmal. Hohle und umgestürzte Bäume bieten gute Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten. Zudem ist der Graben mit den oben anschließenden Schlehen-/Liguster-Hecken ein geeigneter Zufluchtsort für Kleinsäugetiere. Die vorwiegend aus Efeu, gelbe Taubnessel, Storchschnabel bestehende Krautschicht ist wegen der starken Beschattung und der steilen Hanglage nur mäßig ausgebildet.

Geologisch finden sich hier überwiegend Kalkfelsen, in die das Wasser vor langer Zeit den Graben "ausgespült" hat. Genauer handelt es sich um Muschelkalk, der sich etwas besser in der Annaschlucht beobachten lässt. Wie aber ist der Graben bzw. das Tal entstanden und wie kann man es klassifizieren? Grundsätzlich entsteht ein Tal durch das Wechselspiel von Erosion und Denudation. Linienhaft abfließende Gewässer (Flüsse), die Material abtragen können (Erosion), führen zur Tieferlegung des Flussbettes. Es ist dabei unerheblich, ob die Tiefen- oder die Seitenerosion überwiegt. Mit der Tieferlegung des Flussbettes greift an den Talhängen (oder -wänden) die Denudation an. Damit werden auch die Talbegrenzungen abgetragen und tiefer gelegt, allerdings niemals tiefer als der Fluss. Flüsse spielen bei der Talentstehung insofern eine tragende Rolle, da sie für ihr Einzugsgebiet die tiefste Linie bilden, bis zu der die gesamte Abtragung wirken kann. Sie stellen somit eine regionale Erosionsbasis dar, womit sie der Regulator der Landformung sind. Aufgrund der unterschiedlichen Erosions- und Denudationstypen sowie der unterschiedlichen Abtragungsgeschwindigkeiten entstehen verschiedene Talformen, die wie folgt grafisch dargestellt werden können:


Talformen (Quelle)

Eine Klamm ist das Ergebnis fast alleiniger Tiefenerosion. Diese ist dabei so stark, daß Verwitterung und Hangabtragung ihr nicht folgen können. Voraussetzung für diese Wirkung sind: starkes Gefälle und damit hohe Fließgeschwindigkeit eines größeren Baches oder Flußes, starke Geröllführung als Schleifmaterial, sowie morphologisch hartes und standfestes Gestein (z.B. Granit).
Schluchten bilden sich ebenfalls bei vorherrschender Tiefenerosion. Doch ist bei ihnen das begrenzende Gestein nicht so widerständig. Durch Verwitterung und Abbrechen einzelner Teile sind die Wände nach außen leicht abgeschrägt.
Kerb- oder V-Täler sind Folge starker Hangdenudation, mit der aber Erosion und Transport schritthalten. Seitenerosin ist soweit auch wirksam, als sie das vom Hang anfallende Material abräumt.
Canoñs sind eine strukturbedingte Sonderform der Kerbtäler. Sie entstehen, wenn Kerbtäler sich in waagerecht oder nahezu waagerecht lagernde, mit unterschiedlicher Widerständigkeit, Gesteinsschichten eintiefen. Während die weicheren Schichten leicht denudieren sobald die morphologisch harten, schützenden Schichten abgetragen sind, bilden die harten Schichten steile Wände mit scharfen Kanten.
Muldentäler bilden sich, wenn ein Gerinne nicht in der Lage ist, das von den Hängen zugeführte Denudationsmaterial sofort abzuführen. Tiefenerosion findet dann nur soweit statt, wie auch die Hänge tiefer gelegt werden.
Ein Sohlental entsteht, wenn sich bei Zunahme der Hangabflachnung ein Talboden ausbildet. Dieser ist entweder aus dem anstehendem Untergrund ausgeschnitten (Felstalboden) oder liegt auf manchmal recht mächtigen Flußaufschüttungen (Aufschüttungstalboden).
Entscheidend für die letzliche Form des Tales ist auch das vorliegende vorliegendem Gestein. Z.B. führt Granit eher zu tiefen Einschnitten bzw. sehr steilen Hängen; Kalk hingegen eher zu sanften Hänge und abgerundeten Formen.


Der Guggelesgraben

Der zweite Teil dieses EarthCaches widmet sich der Annaschlucht. Sie wurde bereits 1941 wegen ihrer ökologischen, landschaftsgeschichtlichen und geologischen Besonderheiten sowie ihrer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.
Charakteristisch für den lang gezogenen, zum Teil tief eingeschnittenen Flutgraben ist ein alter, gemischter Baum- und Strauchbestand mit teilweise staudiger Bodendecke. So befinden sich im oberen Teil neben Spitz- und Bergahorn vor allem Stieleichen, im unteren Teil dagegen überwiegend Hain- und Rotbuchen. Verbreitet sind auch Haselnuss-, Weißdorn- und Holundersträucher. Die Krautschicht besteht vorwiegend aus Giersch, aber auch Bärlauch kommt vor allem im unteren Bereich flächendeckend vor. Auch die Gelbe Taubnessel und der Aaronstab bedecken den Boden.
Die Annaschlucht stellt eine klimatisch wertvolle Verbindung zwischen Stadtwald, Höchberger Fläche und Frankenwarte dar. Ihren Namen verdankt die Klinge dem damaligen Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, Valentin Alois Fischer, der die Klinge nach seiner Tochter benannt und den Wanderweg durch die Schlucht zur Jahrhundertwende zugängig gemacht hat.


Die Annaschlucht

Starte den knapp 3 Kilometer langen Rundweg bei N49° 46.275 E9° 54.108 (hier kannst Du in der Nähe parken). Von dort gehe entlang des Guggelesgraben nach N49° 46.511 E9° 53.878 und erfüllt dort die erste Aufgabe. Anschließend folge dem Graben bis zum Ende und gehe über N49° 46.726 E9° 53.773 zum Einstieg in die Annaschlucht bei N49° 46.566 E9° 54.327. Den zweiten Teil der ersten Aufgabe erfülle bei N49° 46.422 E9° 54.369. Aufgabe 2 findet sich bei N49° 46.375 E9° 54.390. Von dort folge der Annaschlucht, um wieder zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen.

Um diesen Earthcache zu loggen, beantworte bitte folgende Fragen per Email:

  • Welchen Winkel hat die Neigung des Graben bei N49° 46.511 E9° 53.878? Erkläre wie Du die Neigung berechnet hast (nicht Raten!)
  • Vergleiche die Neigung des Guggelesgraben mit dem der Annaschlucht bei N49° 46.422 E9° 54.369. Was fällt Dir auf?
  • Bei N49° 46.375 E9° 54.390 siehst Du einen Brunnen neben einer Ehrentafel. Aus welchem Stein ist der Brunnen?
  • Was meinst Du, welcher Talform kommen die beiden Flutgräben am nähsten? Warum?


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