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Galitzenklamm
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| Der Drauzug |
Die Galitzenklamm liegt in den Lienzer Dolomiten, die zum Drauzug gehören.
Der Drauzug, auch mit Gailtaler Alpen bezeichnet, ist ein Kalkalpenzug am Südrand Österreichs. Er verläuft zwischen Drau- und Gailtal (südliches Kärnten) und durch den Süden von Osttirol.
Der Drauzug liegt nördlich der Periadriatischen Naht und gehört somit geologisch nicht zu den Südalpen, sondern den Ostalpen. Er ist ein infolge seiner speziellen Orogenese südlich der Zentralalpen verbliebener Rest derjenigen ostalpinen Kalkdeckensysteme, deren größter Teil im Zuge der Alpenfaltung über die Zentralalpen hinweg nach Norden geschoben wurde und dort die Nördlichen Kalkalpen bildete.
Die Lienzer Dolomiten sind etwa 40 km lang und reichen vom Kartitscher Sattel (östlich von Sillian) bis zum Gailbergsattel bei Oberdrauburg (Höchste Gipfel Große Sandspitze2.770 m und Spitzkofel2.718 m, beide südlich von Lienz).
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| Die Periadriatische Naht |
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Die Periadriatische Naht (auch Periadriatisches Lineament) ist mit einer Gesamtlänge von 700 km die bedeutendste tektonische Störungslinie der Alpen.
Ihr Name rührt daher, dass sie in einem weit ausholenden Bogen ungefähr parallel zur Küstenlinie des Adriatischen Meeres verläuft. Sie trennt die Südalpen von den Ostalpen bzw. die Südlichen Kalkalpen von den Österreichischen Zentralalpen und durchzieht die gesamten Alpen S-förmig zwischen Tyrrhenischem Meer und Slowenien bzw. Südungarn. Die Schollenverschiebungen entlang dieser Störungslinie verliefen sowohl horizontal wie auch vertikal. So sind die ostalpinen Decken gegenüber dem Südalpin an manchen Stellen um mehrere Kilometer in der Höhe verschoben worden, so dass nördlich das Kristallin an die Oberfläche kam, während südlich der Linie Sedimentite vorherrschen, die von tektonischen Ereignissen und Metamorphosen, die die Ost- und Westalpen gegen Ende des Erdmittelalters (vor ca. 100 Mio Jahren) erfassten, weitgehend unberührt blieben. Es wird angenommen, dass sich die Südalpen gegenüber dem ursprünglichen Entstehungsraum um etwa 50 bis 100 km nach Westen verschoben haben.
Die Periadriatische Naht stellt ein altes Lineament dar, das schon lange vor der alpidischen Gebirgsbildung existierte. Dies zeigt sich u.a. an variszischen Gesteinskörpern, Sedimentkeilen der Permotrias und an emporgedrungenen Tiefengesteinen (Granit, Tonalit), die in der Geologie als Periadriatika oder periadriatische Intrusiva bezeichnet werden. In ihrem Bereich, vor allem südlich des Tauernfensters, fehlt ein merkliches altalpidisches Stück der Erdkruste. Hier dürfte nach R.Oberhauser (1980) auch die verschwundene Wurzelzone der Nördlichen Kalkalpen zu lokalisieren sein.
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| Die Galitzenklamm |
Die Geschichte der "Entdeckung" der Galitzenklamm als Naturschönheit reicht in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Enge der Schlucht und der Widerhall des tosenden Wassers haben zunächst wohl eher Ängste hervorgerufen.
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Dennoch dauerte es noch viele Jahre bis die Initiative zur "Erschließung" der Galitzenklamm eingeleitet wurde. Hand in Hand mit dem aufkommenden Tourismus entdeckte man viele Kunstdenkmäler und Naturschönheiten, die man nun den Gästen präsentieren wollte. Die Pustertalbahn, die mit ihrer Fortsetzung die erste Schienenverbindung zwischen Tirol und der Reichshauptstadt Wien herstellte, wurde im Jahr 1871 eröffnet, womit der "Massentourismus" eingeleitet wurde.
Vielleicht hätte man sich noch gar nicht an die schwierige Aufgabe gewagt, die Klamm begehbar zu machen, wenn nicht die Stadt Lienz im Jahr 1885 die Errichtung eines Fahrweges zu ihrem großen Waldbesitz geplant hätte. Zur leichteren Vermessung der Weganlage wurde ein Fußweg angelegt, der zugleich eine Besichtigung der Schlucht ermöglichte. Von der Ausführung des Fahrweges wurde letztlich Abstand genommen, doch war bereits eine Attraktion geschaffen!
Im Jahr 1887 wurde zum ersten Mal eine hölzerne Treppenanlage errichtet, die im unteren Teil vom schäumenden Wasser zwar bald zerstört, jedoch an geeigneter Stelle wiedererrichtet worden ist. Der Weg führte weiter zu einer kleinen Unterstandshütte mit Tischen und Bänken, an erfrischenden Quellen gelegen.
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An der Werbung für die Galitzenklamm beteiligte sich der zu seiner Zeit sehr bekannte Wiener Fachschriftsteller und Alpinist Josef Rabl (1844-1923). Mehrmals berichtete er über diese besondere Naturschönheit im Lienzer Raum. In einem Artikel in der Österreichischen Touristen Zeitung vom Jänner 1888 ging er ebenfalls darauf ein:
"Der von Lienz aufwärts fahrende Reisende wird ihres von ungeheuren Wänden umragten wildromantischen Schlundeinganges bald nach dem idyllischen Dörfchen Leisach auf der linken Seite ansichtig; das riesenhafte, eng umgrenzte Landschaftsbild bildet den Schlusseffekt jener Reihe von großartigen Bildern, welche die Fahrt über den Lienzer Boden verherrlichen, und womit der von Osten kommende Reisende bei seinem Einzuge ins Tirolerland begrüßt wird."
In derselben Zeitung berichtete Josef Rabl über ein besonderes Spektakel anlässlich des Besuchs Kaiser Franz Josefs I. im Sommer 1886 in Lienz und im Pustertal. Man bereitete "dem durchreisenden Monarchen durch bengalische Beleuchtung der aufgethürmten gigantischen Felsmassen eine echt alpine Ovation, welche jedem Betheiligten durch die unschilderbar wuchtige und grauenhafte Schönheit des gluthell gähnenden Schlundes einen unvergesslichen Eindruck hinterliess."
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Durch diese Schilderung wird man an die alte Sage von den Irrlichtern des Spitzkofels erinnert. Zwei glühende Ballen, "Feuerbutze", sollen immer wieder in dieser Gegend auftauchen und gegeneinander einen Kampf mit sprühenden Funken führen. Vor langer Zeit soll es vorgekommen sein, dass der Pfarrer von Tristach zu einem Sterbenden gerufen wurde. Durch seine und des Mesners Versäumnis kam er jedoch zu spät. Als ihnen der Geist des Verstorbenen erschien und heftige Vorwürfe machte, bezichtigten sie sich gegenseitig und wurden schließlich handgreiflich. Der ruhelose Geist brach beiden das Genick und von nun an kamen Pfarrer und Mesner als Feuerbutze nicht mehr zur Ruhe.
Im Juni 1891 konnte der "Bote für Tirol und Vorarlberg" berichten, dass die meisten der sich in Lienz aufhaltenden Touristen die Galitzenklamm besuchten. - Nachdem Stege und Leitern vor Jahrzehnten verfallen waren, ist die imposante Schlucht durch Einbau einer neuen Steiganlage nun wiederum leicht begehbar und wird auch jetzt wieder von Einheimischen und Touristen als Attraktion besichtigt. (Meinrad Pizzinini)
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Öffnungszeiten:
Der Wasserschaupfad ist ab Juni 2012 wieder geöffnet.
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Quellen:
Galitzenklamm
Bergfex
Drauzug Wikipedia
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Logbedingungen:
Schicke mir die Antworten per Mail und warte nicht auf die Logerlaubnis. Sollte etwas nicht passen, melde ich mich.
Bitte in den Logs keine Hinweise auf die unten gestellten Fragen.
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| (1) Wann hat Adolph Schaubach das erste Mal in welchem Werk über die Galitzenklamm berichtet?
(2) Welches Gestein ist in der Galitzenklamm vorherrschend?
(3) Was ist die periadriatische Naht und wo verläuft sie in Osttirol?
(4) Aus welchem Gestein bestehen die Lienzer Dolomiten?
(5) Schau dir die Gesteinsformationen in der Galitzenklamm mal genauer an. Was fällt dir auf? Beschreibe was du siehst! Farbe, Form, Größe, Festigkeit, Musterung, Abschürfungen, Kolke?, Stapelung, Steilheit usw. Wie fühlen sich die Steine an? Du kannst die Beschreibung auch liefern, ohne Eintritt in die Klamm zu zahlen.
Freiwillig: Macht bitte Fotos. Ich freue mich auf eure tollen Abenteuer. Aber bitte immer vorsichtig in der Klamm! Ihr habt nur ein Leben.
Die Fotos sind übrigens nicht Logbedingung. Auch nicht der Besuch der Klamm selbst.
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