Wie der
Türkenwoaz zu uns kam

Einst zog der
türkische Heerführer mit seinen Horden plündernd durch die Oststeiermark. Sie misshandelten die Bewohner und verübten zahlreiche Greueltaten.
Als die Türken über den Hochegg bei Oberdorf kamen, erblickten sie die Kirche von Kirchberg. Der Sultan befahl seinen Mannen, das Dorf einzunehmen. Mit viel Geschrei ritten sie den Berg hinunter auf Kirchberg zu. Die Waffen hatten sie zum
Morden gezückt. Da fiel
in der Gegend von Mehlteuer plötzlich so dichter Nebel ein, dass sie kaum einen Meter weit sehen konnten. Sie irrten ziellos in der Gegend umher.
Der Nebel war aber nur auf
der Seite der Türken. Die tapferen Kirchberger nutzten die Gunst der Stunde, und Frauen und Männer eilten mit Sensen, Gabeln, Hacken und Knüppeln herbei. Überall dort, wo die verwirrten Türken einen Durchbruch versuchten, wurden sie mit
blutigen Köpfen zurückgeworfen. Sie ließen schließlich von Kirchberg ab und zogen sich weit bis nach Graz zurück.
Nach dem siegreichen Gemetzel fand man im Lager der Türken viel Kukuruz, mit dem
diese ihre Pferde fütterten. Von da an wurde der Kukuruz auch in der Kirchberger Gegend gepflanzt und heißt seitdem im Volksmund "türkischer Weizen" bzw. " Türkenwoaz" oder kurz "Woaz".
Historisches:
Am 10. September 1532
kam zur Schlacht der Christen gegen die Türken. Der Acker gleich neben dem Wald heißt "Schlachtl" oder "Schlachtfeld", weil dort zwischen den Türken und den Christen ein Gemetzel stattgefunden hat, das vielen den Tod brachte. Gut zu sehen ist noch der Damm der als
Verteidigung diente. Bei einer Begehung des Dammes 1992 wurde eine türkische Axt gefunden. Bei grabarbeiten fand man verschiedene Waffenstücke, Gewehrringe, Hufeisen, kleine Bleikugeln für die Musketen, Pferdeknochen und ein Pferdeschweif, ein Rangabzeichen türkischer Offiziere.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Suchen!
Inhalt:
Logbuch
Bleistift
Quelle:
Sagenhaftes Kirchberg
Region Kirchberg
im Wandel der Zeit (Band 1)