Der Riesenbärenklau ist eine bis zu 3m hohe sog.
"krautige Pflanze". Er kann mehrjährig werden, blüht aber nur
einmal
in ihrem Leben.
Er gehört zu den sog. "invasiven Neophyten", zu
solchen Pflanzen, die hier als nicht heimisch gelten und darüber
hinaus auch
noch andere Arten verdrängen. Im Laufe der Evolution haben immer
wieder
irgendwelche Arten andere nicht so angepasste Arten verdrängt. In
einer
globalisierten Welt und der heutigen Kulturlandschaft ist
menschliches Zutun
und damit auch die Ausbringung nichtheimischer Pflanzen (und Tiere)
nicht mehr
wegzudenken.
Da der Riesenbärenklau jedoch auch gesundheitsschädliche
Eigenschaften hat, sollte ihn jeder von uns erkennen können und
wissen, warum er gefährlich ist
und was wir dagegen
machen können.
Aussehen
Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass der Riesenbärenklau
nicht
immer 3m hoch ist.
Wie auf dem Foto oben zu erkennen, kann er
gerade am Anfang
der Vegetationsperiode wesentlich kleiner sein (sein Giftgehalt ist
zu dieser Zeit
aber am höchsten). Charakteristisch ist das im Verhältnis zu
anderen Pflanzen
große Blatt, welches meist wie drei Blätter aussieht. Die
einzelnen
Blattunterteilungen sind stark gezackt und meist weit
eingeschnitten.
Ausgewachsene Blätter können 1m lang sein. Der Stängel ist grün bis
rötlich mit
groben Haaren. Er kann ausgewachsen bis zu 10 cm dick sein. Die
Blüte ist eine
weißblühende Dolde, ähnlich wilder Möhre oder Giersch.
Blütezeit ist Juni
und Juli, aber auch in anderen Monaten ist der Riesenbärenklau
natürlich gefährlich.
Gift
Der Pflanzensaft enthält giftige Inhaltsstoffe, die unter dem
Namen
"Furocumarine" zusammengefasst werden. Im Riesenbärenklau sind
solche
Mengen der Gifte enthalten, dass eine kurze Berührung starke
Reaktionen
hervorrufen kann.
Bei Berührung der Pflanze, auch der intakten Pflanze, geht der
Pflanzensaft
auf die Haut über. In Verbindung mit Sonnenlicht
entfaltet
sich dann erst die Wirkung des Kontaktgiftes: es kommt zu
Verbrennungserscheinungen. Die Haut wird je nach Giftmenge rot oder
wirft
Blasen und schmerzt. An diesen Hautpartien bilden sich später
Pigmente
("Sommersprossen/Muttermale"). Eine wichtige und
ernstzunehmende
Langzeitwirkung dieses Giftes ist die krebserregende Eigenschaft.
Es kann
später zu Hautkrebs kommen.
Wichtig hierbei: Tageslicht reicht aus, es muss nicht eine
direkte
Sonneneinstrahlung vorliegen, damit die phototoxische Wirkung
entfaltet werden
kann.
Die Giftmenge in der Pflanze schwankt im jahreszeitlichen
Verlauf. Tückisch
ist, dass bereits im April eine hohe Giftkonzentration nachgewiesen
werden
kann. Die Pflanze wird aber als Riesenbärenklau oft erst erkannt,
wenn sie die
charakteristische Blüte oder ihr großes, hohes Erscheinungsbild
zeigt. Dann
wird sie auch meist erst bekämpft. Die Gefahr besteht aber auch
schon im
Frühsommer, in einem Stadium, welches im ersten Bild ganz oben zu
erkennen ist.
Was tun?
Die Pflanze darf unter keinen
Umständen
berührt werden. Jeder Kontakt mit dem Riesenbärenklau kann zu
ernsten
Gesundheitsschäden führen. Giftnotruf:
0551/19240
Da wir aber wissen, dass das Gift nur unter Einwirkung der
Sonnenstrahlen wirkt, können wir bei Kontakt die
betroffenen Hautpartien lichtdicht
abdecken, z.B. mit einem T-Shirt oder einer Jacke. Der
Pflanzensaft
muss so schnell wie möglich abgewaschen werden. Jedoch wird
empfohlen, für 48
Stunden UV-Einstrahlung zu meiden. Gerade Kinder sollten auf die
Gefahren der
"Herkulesstaude" genannten Giftpflanze aufmerksam gemacht werden.
Nichtwissen
schützt Kinder nicht.
Nach einer Hautreaktion sollten die Pigmente einmal jährlich vom
Hautarzt
untersucht werden.
Ein Abschneiden oder Ausreißen der Pflanze bringt nur scheinbare
Sicherheit,
denn irgendwo anders gibt es immer noch Riesenbärenklau, den man
dann
möglicherweise mangels Kenntnis nicht erkennt. Weiterhin wird eine
komplette
Vernichtung aller Bestände an einem Ort meist nicht möglich sein,
so dass immer
wieder Pflanzen hochkommen. Wie bereits im Oberkapitel beschrieben,
ist
Wissen mächtiger als die Sense.